Zuckerfabrik

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Eingang

  • Zuckerrüben
  • Kohle (zur Dampferzeugung)
  • Kalkstein (als CO2-Quelle für den Raffinationsprozeß)
  • Rübensamen (zur Verteilung an die Anbauer)
  • Verpackungsmaterial (Säcke, Tüten)

Ausgang

  • Rohzucker
  • Raffinadezucker (z. B. der bekannte weiße Haushaltszucker)
  • Melasse (glibberige Zuckerbrühe)
  • Trockenschnitzel
  • Naßschnitzel
  • Carbokalk (Abfallstoff aus der CO2-Gewinnung)
  • Erdreich (bei der Wäsche anfallende Erdanhaftungen der Rüben)

Mengenverhältnisse

Zur Gewinnung von 1 kg Zucker werden nach heutigem technischem Stand etwa 7 kg Rüben benötigt. (Es gelingt eine fast vollständige Ausbeutung der Rübe, die typischerweise zwischen 14% und 16% Zucker enthält.) -> Mengenverhältnis Zucker : Rüben = 1:7

Zum Auslösen des Zuckers aus den Rübenschnitzeln wird viel Wärme gebraucht. Prozeßwärme in Form von Wasserdampf erzeugen alle Zuckerfabriken in einem eigenen Kesselhaus. Traditionell wurde mit Kohle geheizt, dann auch mit Öl, heute ist meist Erdgas an ihre Stelle getreten und macht, da es per Pipeline kommt, keine sichtbaren Transporte mehr erforderlich.

Ein Rechenbeispiel: Eine moderne Zuckerfabrik benötigt 290 kWh Prozeßwärme zur Verarbeitung von 1 t Rüben (Quelle: Zuckerfabrik Jülich AG, BWK Bd. 57/2005 Nr.5). Geht man von Braunkohle mit 15.000 kJ/kg Heizwert als Energieträger aus und nimmt 35% Wirkungsgrad an, so benötigt man zur Verarbeitung von 1 t Rüben fast 200 kg Braunkohle. -> Mengenverhältnis Braunkohle : Rüben = 1:5

Größenverhältnisse

Aktuell verfügt die Südzucker AG in Deutschland über 11 Werke mit Verarbeitungskapazitäten von 5.000 t (Wabern) bis 15.800 t (Offstein) pro Tag.

In den 1950er Jahren waren die Werke natürlich kleiner, das damals neue Werk Ochsenfurt hat 1953 etwa 2.400 t am Tag verarbeitet - ältere kleine Anlagen werden noch weniger geleistet haben.

Fabrik für 1.000 t Rüben am Tag

1.000 t Rüben am Tag entsprechen 50 Eisenbahnwaggons zu je 20 t. Diese Transporte fallen während der Kampagne von Ende September bis Ende Dezember an.

Dazu kommt die tägliche Anlieferung von 200 t Braunkohle entsprechend 10 Eisenbahnwaggons als Heizmaterial sowie etwas Kalksteine und Koks dazu. Dabei wird in gewissen Maße Vorratshaltung betrieben; es kann sein, daß sämtliches Heizmaterial im Sommer günstig beschafft und aufgehaldet wird. Das war v. a. in der DDR üblich. Bei 100 Betriebstagen sind 20.000 t Braunkohle aufzuhalden. Die zeitliche Entzerrung der Kohlen- und Rübentransporte erlaubt es, den Wagenpark und die Gleisanlagen nacheinander für zwei Zwecke zu nutzen.

Täglich werden etwa 140 t Zucker gewonnen, in 100 Tagen Kampagne also 14.000 t Zucker. Diese werden aber über das Jahr verteilt relativ kontinuierlich ausgeliefert. Bei 300 Werktagen im Jahr ergibt sich ein Tagesversand von etwa 45 t oder 2-3 Wagen/Tag.

Der Ausstoß an Tocken- oder Naßschnitzeln ist beträchtlich und die Schnitzel müssen wegen beschränkter Lagermöglichkeit in der Fabrik umgehend abgefahren werden. Zahlen hierzu fehlen noch.

Weblinks

Standorte der Südzucker-Werke

Prozeßschema der Rübenzuckergewinnung

Verteilung des Zuckers (nur etwa 1/6 geht als Haushaltszucker in die Geschäfte), Pro-Kopf-Verbrauch

Zeitungsbericht zur Zuckerfabrik Elsdorf (Rheinland) von 1950

Bilderserie aus einer Fabrik der Nordzucker AG dann Zuckerrübenanbau klicken, nach unten scrollen und Blick in die Zuckerfabrik klicken - Frames sind S****.

Braunschweigische Maschinenbauanstalt AG (BMA), 1853 in Braunschweig gegründet - führender Hersteller von Zuckerfabrik-Ausrüstungen

Rübenschnitzel als Tierfutter


Wirtschaftliche Vereinigung Zucker - Verein der Zuckerindustrie

Balsine