VT 641

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Rivarossi hat 2008 die DB-Version der sogenannten Walfische auf den Markt gebracht. An sich ein schönes Modell, aber man findet immer etwas, das zu verbessern ist.

Was schon geschehen ist

Spitzenlicht zu blau

Wie auch in allen Testberichten angesprochen, sieht das Spitzenlicht mit den weißen LEDs zu bläulich aus - es bietet sich also an, sie gegen warmweiße Leuchtdioden auszutauschen. Damit alle Lampen den gleichen Farbton und die gleiche Helligkeit haben, werden einfach sechs gleiche SMD-LEDs (0603er) besorgt. Die beiden unteren Spitzenlichter sitzen auf einer kleinen Platine hinter einem Plastikteil, das die Lampengehäuse darstellt. Damit das Licht nur vorne und nicht durch irgendwelche anderen Fugen austritt, sind hinter die Platine und über dem Spalt zwischen der Platine und dem Lampengehäuse Moosgummi-Klebestreifen angebracht, die sich leicht abziehen und später wiederverwenden lassen. Platine und Lampengehäuse werden am besten gemeinsam nach oben aus dem Metallrahmen herausgezogen, alternativ muss man das Plastikteil an den seiten leicht nach vorne biegen - die LEDs ragen leicht in das Plastikteil hinein. Wenn man etwas mehr Kabellänge zum Hantieren haben möchte, lassen sich die eingeklebten Führerstandseinsätze unter leichtem Hebeln lösen und nach oben abziehen. Nun kann man die äußeren LEDs austauschen.

[IMG demontierte Sptizenbeleuchtung]

Beim oberen Spitzenlicht muss die Hauptplatine (bzw. auf der Antriebsseite das kleine Trägerplatinchen) abmontiert werden, um die darunterliegenden Kabel beim Löten nicht mit den heißen Beinchen zu beschädigen. Die Hauptplatine ist am antriebstlosen Ende leider fest mit der Inneneinrichtung verbunden, man kann aber die durchgesteckten Kunststoffnippel von den verschmolzenen Teilen befreien und die Platine dann später wieder mit einem Tropfen Klebstoff fixieren. Das Auslöten der alten LEDs geht einfacher, wenn man die umgebogenen Beinchen abknipst und einzeln entfernt. Für die neuen LEDs muss man auf Bastelreste von Bauteilbeinchen zurückgreifen, damit sie auf Höhe der Linse der alten LEDs sitzen.

vt641_frontbeleuchtung_alt-neu.jpg

Im Vergleich (links neu, rechts alt) kann man die Verbesserung der Lichtfarbe erahnen. Um den selben Weißabgleich zu haben, habe ich zwei Modelle im gleichen Bild aufgenommen. Beim direkten Blick in die Lampen überstrahlt der Kamerasensor und stellt sowieso nur noch weiß dar - aber in den sternförmigen Strahlen sieht man rechts einen deutlichen blauen Schimmer. Dass die neuen LEDs etwas schwächer leuchten ist dazu noch ein weiterer Vorteil.

vt641_front_alt-neu.jpg

Decoder

Zum Einsetzen eines Decoders ist auf der Unterseite der Hauptplatine im Einstiegsbereich der antriebslosen Seite eine 21polige Schnittstelle vorhanden (Einige Testberichte hatten fälschlicherweise von einer 8-poligen Schnittstelle gesprochen - nicht reingeguckt oder ein veraltetes Muster bekommen?). Der Decoder ragt dann in den fensterlosen Durchgangsbereich zum Hochflurabteil, wo er gut versteckt ist. Meinem Zimo MX64D ist dabei allerdings die geschwungene Trennwand zwischen Einstiegs- und Durchgangsbereich etwas im Weg, wodurch die Hauptplatine leicht nach oben gedrückt wird. Ich musste deshalb zwei kleine Ecken mit dem Seitenschneider ausschneiden, um den nötigen Platz zu schaffen.

vt641_decodereinbau.jpg

Innenbeleuchtung

Die Innenbeleuchtung ist einerseits genauso bläulich, wie das Spitzenlicht, andererseits macht das am Ende farblich gar keinen so schlechten Eindruck. Wirlich unpassend sind dabei die enorme Helligkeit und dass das Licht an den Fenstereinsätzen neben den Rahmen und teilweise unter den Gehäusekanten durchkommt. Die Helligkeit lässt sich bei den meisten Decodern dimmen - beim Zimo MX64D wird die Dimmrate in CV #60 angegeben und in CV #114 eingestellt, welche Ausgänge gedimmt werden sollen und welche nicht. In der Grundeinstellung von CV #114 werden alle Ausgänge gedimmt. Da die Innenbeleuchtung fest verdrahtet auf F1 liegt, muss Bit 2 auf Null und alle anderen auf Eins gesetzt werden. Nach kurzem Rechnen ergibt sich ein Dezimalwert von 59. Nach einigem Rumprobieren habe ich die Dimmrate in CV #60 auf 75 gesetzt, was ungefähr 30 % entspricht. Nun leuchtet der Triebwagen nicht mehr heller als der Kamerablitz.

Fenstereinsätze

Die Fenstereinsätze sind eingeklebt, lassen sich unter vorsichtigem Abhebeln aus dem Gehäuse nehmen. Um das Licht daran zu hindern, an ungewünschte Stellen zu gelangen, habe ich mit einem schwarzen Lackstift (z. B. von RS-Wagenstudio) auf der Rückseite die Ränder lackiert. Zur Sicherheit habe ich auch an der Vorderseite den Stift an den Fensterseiten langgezogen. Beim Wiedereinbau sollte man darauf achten, dass kein Klebstoff auf die Scheiben kommt. Für den Spalt zwischen Rahmen und Gehäuse suche ich gerade nach dem sinnvollsten Material zum abdichten. Es sollte aber kein Problem sein, von innen einen kleinen Streifen an das Gehäuse zu kleben, der im aufgesetzten Zustand den Spalt abdeckt.

vt641_fenster_alt-neu.jpg

Passagiere

Die Fahrgäste kommen größtenteils aus einer Noch-Sparpackung. Meine Freundin fand die Figuren zu schlecht bemalt und hat einige Verfeinerungen vorgenommen. Die preisgünstige Idee, komplett unbemalte Figuren zu nehmen werde ich ihr mal irgendwann ganz vorsichtig unterbreiten... Die Inneneinrichtung ist komplett nachgebildet (wo nicht der Motor ist), erscheint mir aber ein wenig zu klein. Mit den Füßen auf dem Boden bleibt ca. 1 mm Luft unter den Hintern der Figuren. Hilft nichts, die Füße müssen ab. Besser passen da die Figuren von Preiser und Merten. Aufgrund der großen Türen und Türfenster lohnt es sich, auch in den Einstiegsbereichen einige Fahrgäste auf den nächsten Halt warten zu lassen. Mit einem schicken Fahrrad von Weinert lässt sich dazu noch das Traglastenabteil nett gestalten.

vt641_passagiere.jpg

Die beiden Triebwagen sind etwas unterschiedlich besetzt. Der eine zeigt eine eher normale Verkehrslage mit etwas weniger, bunt gemischten Fahrgästen. Die Frau mit Fahrrad, ein Grüppchen alte Frauen etc. Im zweiten VT sieht man einige Schüler und mehr Leute mit Anzügen.

vt641_passagiere2.jpg

Räder abdrehen

Mit der Spannvorrichtung von Fohrmann und dem RP25-Profilstahl von Herrn Teichmann habe ich die Spurkränze runtergedreht. Da ich die Nickelschicht dabei auch auf der Lauffläche abgedreht habe, wird die Erfahrung erst zeigen müssen, ob das Grundmaterial ausreichend leitfähig bleibt. Ansonsten wird es eben eine etwas aufwändigere Aktion, indem ich die Räder einfach komplett aus Neusilber drehe.

Was noch geplant ist

Umnummern

Da allein ich zwei solche Triebwagen habe, ist es sinnvoll, die Betriebsnummern zu ändern - das erleichtert bei einem Treffen die Identifikation. Um keine auffälligen Unterschiede in Schrifttypen oder Farbe der neuen Nummer zu erhalten, wird die ganze Nummer ausgetauscht. Die Nassschiebebilder bestelle ich bei Andreas Nothaft.

Zuerst müssen die alten Nummern runter. Mit einer Skalpellklinge lässt sich flach drübergezogen die aufgedruckte Nummer leicht entfernen. Am Rahmen ging das völlig beschädigungsfrei, an der Front leider nicht. Hier sitzt die Nummer auf einer schwarzen Lackschicht, die wiederum auf dem Klarsichtteil zwischen Scheinwerfern und Fahrtzielanzeiger aufgebracht ist. Mit Lösemitteln läuft man hier nur umso mehr Gefahr, das Plastikteil oder den schwarzen Lack zu beschädigen.

[IMG abgekratzte Front]

Die Alternativlösung wäre, die Decals gleich mit schwarzem Hintergrund zu versehen und die alte Nummer einfach zu lassen, wo sie ist. Unter der neuen Nummer werden die Erhebungen der alten Farbe nicht auffallen. Um die dreidimensional gewölbte Form einigermaßen zu treffen, habe ich die Umrisse des Klarsichtteils mit den Aussparungen für die Lampengläser zunächst auf Pergamentpapier abgepaust. Nach dem Einscannen habe ich die Kontur im Computer nachgezeichnet und in mehreren Testausdrucken solange angepasst, bis es stimmte.

[IMG neu lackiert und beschriftet]

Alterung

Die 641er sind für die Verhältnisse bei Mobilitynetworkslogistics bzw. DB Bahn eigentlich in einem recht ordentlichen Zustand unterwegs. Die Lüftungslamellen an den unterschiedlichen Stellen des Wagenkastens vertragen es, mit dünnem schwarzem Mattlack etwas dunkel ausgelegt zu werden. Um die Auspuffrohre herum sollte auch der Rußpartikel- bzw. Feinstaubniederschlag angedeutet werden. Außerdem fällt im Vergleich mit dem Vorbild auf, dass die Drehgestelle etwas dunkler wirken sollten und der gesamte Rahmen von der Unterseite her einen leichten Flugrost-Farbverlauf zeigt.

Fahrtzielanzeiger

Die Beleuchtung der Fahrtzielanzeiger ist mit F2 einzeln schaltbar. Da die gelbe LED für den richtigen Eindruck der Original-LCD-Anzeige sorgt, braucht man nach dem Entfernen des aufgedruckten Fahrtziels "Basel Bad Bf" nur ein invers durchsichtig/schwarzes Decal. Da so aber wieder nur ein festes Fahrtziel vorgegeben ist, muss eine andere Lösung her. Zunächst kann man eine durchsichtige Folie invers schwarz zu bedrucken und vor die leuchtende Fläche hängen. Der Lichtleitereinsatz ist durch ein Stück Schaumstoff im Führerstandseinsatz festgeklemmt und lässt sich nach dessen entnahme relativ leicht nach unten herausnehmen. Die LED kann zur freieren Handhabbarkeit nach abziehen des Klebestreifens einfach aus dem Lichtleiter herausgenommen werden. Eine Folie und ein Laserdrucker mit frischer Tonerkartusche geben schon ganz gute neue Fahrtziele her. Als Schriftart werde ich vielleicht bei Gelegenheit mal LCD-artige Typen anlegen.

[IMG Fahrtzielanzeiger mit neuer Aufschrift]

Als Fernziel suche ich noch nach einem Hersteller für 2 x 14 mm große OLED-Displays. Dafür sollte auf dem Modellbahnsektor schon ein Markt bestehen, lassen sich damit doch die meisten Fahrtzeilanzeiger beliebig programmieren. Bis dahin grüble ich an einer anderen Variante. Um je nach Fahrtrichtung zumindest zwei unterschiedliche Fahrtziele anzeigen zu können, sollte es möglich sein, in Ätztechnik eine kleine Scherenmechanik zu bauen, die auf Knopfdruck abwechselnd zwei Folien heben kann. Mal sehen, bei Erfolg wird berichtet.

Dach

Die Dachgitter sind schon ab Fabrik ganz nett, haben aber mit dem Vorbild nicht viel zu tun. Außerdem halte ich die Idee, die Öffnungen von unten mit einem Klebeband zu verschließen für ziemlich beknackt - an der klebenden Oberseite wird sich selbst in einer Vitrine mit der Zeit der Staub unter den Gittern festsetzen. Nach einem Vorbildfoto werden daher kleine Ätzteile entworfen. Durch Falttechnik lassen sich Einsätze herstellen, die einerseits eine Darstellung der Struktur unter dem Gitter andeuten und die andererseits von unten in das Gehäuse eingeklebt die Öffnungen sauber verschließen. Vorsicht ist allerdings beim Herauslösen der alten Einsätze geboten - der umliegende Lack haftet auch an den Gittern und kann an den Rändern mit ihnen abreißen. Mit einem scharfen Skalpell lässt sich die Kante vorher so einritzen, dass eine Sollbruchstelle das ihre tut.

[IMG Dach (Alt/neu? Vorbildvergleich?)]

MRoe 16:06, 22. Jan 2009 (CET)