Spitzkehre Wallhalbinsel: Unterschied zwischen den Versionen

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Version vom 9. März 2010, 20:46 Uhr

Problem

Anhand von Premnitz ergab sich die Diskussion, dass der Anschluss der Anschlussbahn in Premnitz bei der Arrangementplanung manchmal schwer anzuschließen ist, weil er zur falschen Seite rausgeht. Thomas Woditsch hat deshalb überlegt, was man dagegen tun kann. Ein alter Miba-Artikel über den Berliner Industriebahnhof Tegelhafen legte eine mögliche Lösung nahe - Tegelhafen ist ein Spitzkehrenbahnhof und einen Betriebsbahnhof braucht die Anschlussbahn eigentlich eh.

Andererseits löst ein großes Trumm von Bahnhof das Problem eigentlich auch nicht. Es ist wiederum eine große starre Konstruktion, um die das Arrangement jedesmal krampfhaft herumgeführt werden muss. Nebenbei ist es eigentlich unumgänglich, in Premnitz auf die Anschlussbahn ausziehen zu können, die Bahnhöfe direkt aneinander zu setzen, geht also nicht.

Eine ganz normale Spitzkehre reicht für den Zweck aber auch völlig aus. Da dafür eigentlich nicht mehr als eine Weiche nötig ist, kann das Ziehgleis mit normalen Streckenmodulen gebildet werden und ist dadurch in seiner Lage sehr flexibel den anderen Streckenästen anzupasssen. Nebenbei muss ja auch kein Ziehgleis angeschlossen werden, so dass das Modul auch als Verzweigung eingesetzt werden kann.

Vorbild

Die Lübecker Hafenbahn ist in einer ähnlichen Situation. Ihr Betriebsbahnhof befindet sich nördlich vom Hauptbahnhof, um auf die östliche Seite der Trave zu gelangen, muss ein bisschen hin- und hergesägt werden. In diesem Fall geht es von der Übergabegruppe am nördlichen Ende des Hauptbahnhofs in den Betriebsbahnhof der Hafenbahn, dann wieder rückwärts auf die Wallhalbinsel und dort wird in unserer Spitzkehre ein weiteres Mal gewendet. Was beim Modell den Rangierspaß erhöht, ist im Vorbild sicher ein Ärgernis. Das ist aufgrund der geografischen Gegebenheiten nicht zu ändern - eigentlich genau wie bei unserem Problem.

  • Gleisplan der Lübecker Hafenbahn [1]
  • Google-Maps [2]

Die kombinierte Straße-Schiene-Brücke zwischen Betriebsbahnhof und Wallhalbinsel bietet schon für sich ein interesantes Motiv. Deshalb und weil sie die Nutzung als Ziehgleis für den angeschlossenen Bahnhof behindert, lässt sich das nicht mitumsetzen.

spitzkehre_wallhalbinsel2.jpg spitzkehre_wallhalbinsel1.jpg

Die Marienstraße überquert auf einer langen Brücke die nördliche Einfahrt des Hauptbahnhofs und die Spitzkehre. Stadteinwärts ist eigentlich immer Stau. Im Winkel zwischen den Ästen steht eine charmante Imbissbude o. ä. Man beachte besonders den Fernsprecher an der Hauswand. Wie es aussieht, ist außerdem als Zufahrt für den PKW des Wirts der Auslauf des Bahnüberrgangs etwas verlängert.

spitzkehre_wallhalbinsel3.jpg spitzkehre_wallhalbinsel4.jpg

In der Gegenrichtung sieht man die Weiche. Besonders interessant ist das Gussherzstück. Ich vermute, dass diese Bauform für die Verlegung im Pflaster gedacht ist. Bei der Lübecker Hafenbahn sind diese Dinger allerdings so ziemlich überall eingebaut...

Modell

Das gewählte Vorbild bietet durch die Außenbogenweiche den Vorteil, die beiden Äste trotz großzügiger Radien schnell seitlich wegführern zu können und einen symmetrischen Aufbau zu erhalten. Aus rein transport- und lagerpraktischen Gründen sowie der einfacheren Konstruktion will ich gerne krumme Winkel vermeiden. Daher kommt an das spitze Ende eigentlich ein F96-Profil. Vielleicht lässt sich der Übergang ja sogar so gestalten, dass durch versetztes Anschrauben ein IH05-Profil angeschlossen werden kann und die Straße auf einer Seite durchläuft. Auf der stumpfen Seite lässt sich Platz sparen, indem die schmale Seite des IH05-Profils zur Mitte weist.

Ein erstes Rumspielen mit Skizzen zeigt, dass es möglich ist, das auf einer Modullänge von 850 mm unterzubringen, wenn man einen Gleisradius von 2 Metern anwendet. Ich habe mich entschieden, den Radius der Weiche von 2707 mm durchzuziehen. Die Länge von einem Meter ergibt dann ein gut berechenbares Rastermaß.

spitzkehre_wallhalbinsel_modul_a.jpg

Nach einigen Protesten wird die Planung umgestaltet. Nun soll sich die Kombibrücke wahlweise an den beiden stumpfen Ästen anschließen oder mit einem zusätzlichen Adapter als eigenständiges Modul betreiben lassen. Die dann nicht genutzten Industriestraßenstümpfe können von der Gestaltung her als PKW-Abstellplätze getarnt werden.

spitzkehre_wallhalbinsel_modul_b.jpg


MRoe 09:52, 8. Mai 2009 (CEST)