Schelfsburg

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Was als Schnellschuß und Provisorium für einen Ausstellungsbetrieb begann (siehe den Bericht im Froklerblog), könnte sich zu einem dauerhaften Fremo-Schattenbahnhof der etwas anderen Art auswachsen:

Schelfsburg an der Ivar!

Hier erstmal nur die Ideensammlung.

Hölzernes

Schelfsburg basiert, wie der Name schon sagt, auf einem Regal (engl. shelf), nämlich dem bekannten "Ivar" aus dem Möbelhaus mit dem Elch. Davon liegen hier nämlich reichlich Teile rum, neue kosten nicht die Welt, und die Versorgung mit Ersatz- und Ergänzungsteilen sollte für den Rest meines Lebens sichergestellt sein.

Den Übergang von Ivarland nach Fremohikanien besorgte bisher ein aus einem stumpf abgeschnittenen Regalbrett mit aufgeklebtem Rocoline-Gleis improvisierter Adapter; dessen Ersatz durch einen gestalteten solchen mit einem richtigen Fremo-Kopfstück ist geplant. Ein zweiter mit einem zweigleisigen Kopf ist denkbar; der müßte dann aber auch den Gleisabstand von Fremo- auf Rocoline-Maß vergrößern und wegen der dazu nötigen Verschwenkung etwas länger werden.

Die Regalstützen bekommen am unteren Ende Einschlagmuttern und einschraubbare Möbelfüße, um einen Höhenausgleich zu ermöglichen und die Hallenböden zu schonen.

Die Länge des Sbf ist in Schritten von 80 oder 40 cm nahezu beliebig variabel; in Rodenberg standen 3,20 Meter, was für kleine Regionaltreffen ausreichen dürfte. Mindestens 4,00, besser 4,80 Meter will ich aber vorhalten; sollte es zu Einsätzen in der Hauptbahn kommen, wäre vermutlich auch noch mehr nicht verkehrt.

Gleise

Die Gleise sind Rocoline mit Bettung, die Weichen schlanke Handweichen. Die lagen nämlich bei meinem Kumpel Frala seit Jahren ungenutzt herum. Sie sind und bleiben beim Einsatz in Schelfsburg aber lose verlegt, um sie ggf. später auch wieder für ihren eigentlich vorgesehenen Einsatzzweck, die Teppichbahn, nutzen zu können, wenn Fralas Sohn aus dem Briobahn-Alter raus ist. :-)

Dank der soliden Verklipsung von Rocoline und den in der Bettung eingebauten polarisierten Handweichenantrieben funktionierte das besser als erwartet. An Elektrik braucht's nur ein paar Anschlußgleise, die für den wiederkehrenden Einsatz indes etwas schöner zu löten und eleganter zu verdrahten wären als mit der freischwebend gelöteten Flatterverdrahtung des "nullten" Einsatzes.

Theoretisch könnte man zwar auch mit einer einzigen Einspeisung vom Fremo-Adapter her und weiter über Schienenverbinder auskommen, aber der Betriebssicherheit sind zwei Einspeisungen pro Gleis sicher förderlicher.

Schelfsburg bietet Platz für immerhin sieben Parallelgleise, genug Gleismaterial ist vorhanden. Außer der Einfahrweichenstraße und einer Parallelgleisverbindung zum Umlaufen fester Garnituren mit nicht drehbedürftigen Lok reichten die vorhandenen Weichen noch für zwei Lokabstell-Stumpfgleise; mit den restlichen zwei EW und einer EKW müssen wir dann mal kucken, ob wir die zweigleisige Einfahrt hinkriegen.

Ein späteres Zusatzbrett mit Fralas Roco-Drehscheibe im Einfahrtsbereich ist vorerst Zukunftsmusik, ebenso wie die Überlegung einer selbstgebauten Schiebebühne am anderen Ende. Letztere müßte in der Dicke von Rocoline-Gleis realisiert werden (oder ihr Brett niedriger eingehängt und die Gleise dort entsprechend aufgeständert), jedenfalls müßte sie als Ganzes längenverschiebbar eingebaut werden; ein fester Einbau ins Regalbrett ist nicht möglich, will man nicht die Längenvariabilität opfern -- denn leider paßt das Rocoline-Längenraster nicht zu dem von Ivar. Wäre ja auch zu schön gewesen ...

Hm, mit diesen Erweiterungen sieht das Ganze schon verdächtig nach einem Klon des Fremo-Sbf Vechta aus. Naja -- Gutes zu kopieren soll ja angeblich ein Kompliment sein. :-)

Zubehör

Um als Schattenbahnhof vernünftig brauchbar zu sein, bedarf es noch einiger Zusatzeinrichtungen.

Einfahrsignal

Auf dem Ivar-zu-Fremo-Adapter lebt natürlich auch das Einfahrsignal, vsl. ein gekoppeltes zweiflügliges Formsignal. Hp1 brauchen wir nicht, es müssen ja eh alle Züge anhalten. Sinnvoll ist aber ein Wattenscheider Schacht fürs Einfahrsignal, damit man es, wenn genug Platz da ist, auch zugunsten eines ordentlichen Gefahrpunktabstandes in ein weiter entferntes Modul vorverlegen kann.

Später wäre dann auch noch über ein Einfahrvorsignal für Wattenscheider Schacht und ggf. ein passendes kleines (zweigleisiges) Modul dazu nachzudenken.

Ausfahrsignale

Zumindest ein Gruppenausfahrsignal wäre wünschenswert. Sperrsignale für alle Gleise halte ich aber für Overkill; hier reichen m.E. auch die kleinen Schilder mit der Zugnummer, die vor jedem Zug im Gleis stehen und als "funktionale Sperrsignale" definiert werden können. Beim Gruppenausfahrsignal reicht, wenn es wie hier hinter der letzten abzweigenden Weiche steht, ein einflügeliges -- Hp2 brauchen wir dann nicht mehr, ab Signal kann ja volles Rohr gefahren werden.

Wagenkartenhalter an den Gleisen

Die eigentlich m.E. eleganteste Lösung wie im Fremo-Sbf Linden, also versenkte Schlitze zwischen den Gleisen, kommt hier nicht in Frage, weil dann die Regalbretter in Streifen zerfallen. Also werd ich mir die Lösung beim Sbf Vechta abkucken: aus Draht gelötete Bügel, die zwischen die Gleise in Löcher im Boden gesteckt werden. Hat den Vorteil, daß dann auch die losen Gleise seitlich etwas geführt werden. Die Bügel aber herausnehmbar, um ggf. auch andere Gleispläne realisieren zu können.

Fred-, Wagenkarten- und Frachtzettelhalter etc.

Da gibt's schöne Lösungen bei Harald Brosch, die man nur kaufen, zusammenstecken und anmalen muß.

Was ich auch noch gern hätte, wäre eine Art Schreibpult, wo man Fahrpläne, Zugmeldelisten und ähnliche Unterlegen geordnet verwahren und bearbeiten kann und wo dann auch das Telefon seinen festen Standplatz fände. Mal kucken, was mir dazu so einfällt. Da können dann jedenfalls auch die Taster für die Signale hin, alles andere wird ja von Hand bedient.

Wagenablagebretter unter dem Bahnhof

Regale haben den Vorteil, daß man da unkompliziert mehr als ein Brett übereinanderhängen kann, sonst wären sie ja Tische. In Rodenberg hat sich das bestens bewährt, also bleibt das natürlich so. Vielleicht sogar standardmäßig 2 Lagen übereinander: oben die häufig gebrauchten Wagen, unten die Ablage für Spezial-, Schad-, Reisezug- und Epoche-4-Wagen ;-).

Unter die oberen Bretter kommt dann noch eine Beleuchtung aus LED, um auch auf schummerigeren Treffen was von den abgelegten Wagen zu sehen. Damit die nicht kaputtgeht, wenn man die Bretter beim Transport übereinanderschmeißt, wird sie in Holzleisten eingefaßt. Und wenn man das geschickt anordnet und den Brett-Oberseiten geeignet plazierte Absturz-Schutzplanken-Holzleisten spendiert, lassen sich die ausgebauten Bretter auch verrutschungsfest stapeln -- und schon muß man dann auch die Wagenkartenhaltebügel und die meisten Gleise nicht mehr runternehmen zum Transport, wie praktisch!

Und an der Nicht-Bediener-Seite werden dann Sicht- und Grabbelschutzbretter montiert. Das hatten wir schon in Rodenberg, dort wegen Ausstellungs-Publikum auch unverzichtbarerweise; beim Fremo sind die zwar nicht so nötig, vermeiden aber doch auch das versehentliche Herunterschubsen von Wagen über die bedienerabgewandte Kante und tragen so zu Sicherheit und Ordnung bei. Außerdem kann man so auch auf die leidigen Stützkreuze am Ivar-Regal verzichten. So massiv wie die mit großen Schraubzwingen befestigten Ivar-Bretter des Provisoriums werden die Sichtschutzbretter im endgültigen Zustand aber nicht werden.

Loklifts

Das Angrabbeln von Lok ist keine gute Lösung, deswegen will ich 1-2 sog. Loklifts von Peco beschaffen. Das sind einfache Konstruktionen aus Plast mit leitenden Schienen, die man aufs Gleis stellt, die Lok hineinfährt und dann geschützt anheben, umsetzen, drehen etc. kann. Vielleicht kommen auf die Freifläche neben der Einfahrweichenstraße gegenüber den über Weichen angeschlossenen Abstellgleise noch weitere Abstellgleise ohne Gleis-, aber mit Stromanschluß, wo man dann weitere Lok per Loklift abstellen kann.

Gestaltung

Das Adapterstück wird als gestaltetes Modul(-stück) gebaut werden; der Rest bleibt ungestaltet, wird aber zumindest im Falle der Stützen und der mit Gleisen belegten Bretter grau lackiert. Die restlichen Bretter können m.E. kieferfarben bleiben, damit sie ggf. zwischen den Treffen auch in heimischen Regalen dienen können.

Der auf den Bildern aus Rodenberg zu sehende obere Überstand der Stützen wird abgesägt. Nicht so sehr, weil er stört, sondern damit die Teile dann in meinen Golf passen, ohne sie über die Beifahrer-Kopfstütze zu fädeln.

Einsätze

Ausstellung in Rodenberg, Februar 2010

Der "nullte", also der Proof-of-Concept-Einsatz mit Flatterverdrahtung, Behelfskopfstück und original Kellerregaldesign. Trotzdem erstaunlich problemlos. Bewährungsprobe bestanden, und erst deswegen kam ich ja auch auf den Gedanken, das Ding weiterzuverfolgen.

Fremotreffen Cloppenburg, Mai 2010

Der erste "richtige" Einsatz, zwar noch nicht als Sbf, sondern als "virtuelle Industrieanschlußbahn". Derzeit geplant, aber noch nicht fest beschlossen. Hat gegenüber einem echten Sbf-Einsatz den Vorteil, im Fehlerfall nicht das ganze Arrangement ins Trudeln zu bringen, und scheint mir deshalb eine gute Idee für den ersten richtigen Test zu sein.

Ermel 18:56, 4. Mär. 2010 (UTC)

Letztes Update: Ermel 01:18, 5. Mär. 2010 (UTC)