Sachsenfarben

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Meine Farbenseite in der aktuellen Version mit einigen Bildern kann jetzt bei Aristoteles auf http://www.hafenbahnhof.de/vorbild/farben_laenderbahn/sachsen/farben_wagen_sachs.htm angesehen werden.

Aktualisierungen kommen nur dort hin !!!

Unten ist nur ein Backupo der alten Version



TODO

-Personenwagen überarbeiten -> Tabelle
-komische Zierlinien aus Görlitz
-Formatierung endlich hinbekommen
-Tabellen mit Farbe statt schrift? vs. html?
-Bilder wieder einbauen


Die Farbgebung und Grundzüge der Beschriftung sächsischer Wagen.

Nachdem immer wieder Fragen zur Farbgebung von Länderbahnwagen aufkommen, möchte ich hier einmal meine Sicht zu Wagen der Königlich Sächsischen Staatseisenbahnen darlegen. An Quellen zur Farbgebung bin ich natürlich immer interessiert, also wer Pro- oder Kontra-Argumente hat, der möge sich bitte melden. Wenn wider Erwarten doch eine alte Anstrichvorschrift für Güterwagen oder Packwagen die Zeiten überdauert hat, dann immer her damit ;-) Alle dargelegten Punkte sind meine persönliche Meinung, die Ursache meiner Meinung wird aber als Quelle angegeben. Schmalspurbahnen sind ein Kapitel für sich (welches mir eher fremd ist) und werden nur gelegentlich erwähnt.


Verwendete Quellen


Es gibt eine deutliche Überzahl an Werkfotos in meinen Quellenangaben. Das hat einen einfachen Grund: Bei Werkfotos ist das Aufnahmejahr sehr sicher bestimmbar und man kann den Autoren ein Stück weit trauen. Notfalls kann man auf die Beschaffungszeiträume zurückgreifen. Dem Kenner wird auffallen, das das Standardwerk Personenwagenarchiv kaum genutzt wird. Das liegt an den vielen Retuschen in dessen Fotos. Bei Betriebsaufnahmen und Ansichtskarten ist das Aufnahmejahr oft frei erfunden oder viel zu schwammig formuliert. "Um 1900" mit einer XIV HT macht nunmal keinen Sinn. Wenn man sich der Situation bewusst ist, kann man solche Quellen aber auch nutzen.

Eigene Recherchen in Archiven habe ich noch nicht durchgeführt. Ich hoffe, dass das neue Werk von Wolfgang Diener bald erscheint und darauf aufbauende Recherchen sinnvoller sind. Die Wagenkurzbezeichnungen folgen meist der DRG-Nomenklatur (BC4 statt BBC, AB3ü statt ABü ..) Farbfotos gab es damals leider nur extrem selten und niemand machte sich die Mühe, den alltäglichen Eisenbahnbetrieb aufzunehmen. Eine Anstrichvorschrift für Personenwagen von 1901 hat im Archiv des Dresdner Verkehrsmuseum die Zeiten überdauert und liegt dem Zeitschriftenartikel [Abteilwagen 2] zugrunde.

Die Personenwagen:

Anmerkung: Die folgenden Ausführungen gehen von einer Kontinuität der Beschriftungen seit ab etwa 1870 aus. An den Anschriften wurden bis 1913 nur noch Details geändert. Die ersten betrachteten Vorbildfotos xx xx Laut der o.g. Vorschrift, vom 23. April 1901 waren die Personenwagen der 1. bis 3. Klasse braun und der 4.Klasse grau. Die Fenstereinsätze waren rot gestrichen und es waren dünne gelbe Zierlinien aufgebracht. [Abteilwagen 2] Leider wird bei den weiteren Aussagen des Artikels nicht klar, was in der Vorschrift steht, und was einfach so angenommen wird. Die genannte Farbaufteilung beschreibt auch W.Diener (ohne Kenntnis der Vorschrift): "Einer Mitteilung aus dem Jahre 1909 ist zu entnehmen, daß die Personenwagen 1. bis 3. Klasse der Sächsischen Staatsbahnen zu diesem Zeitpunkt einheitlich braun, die der 4.Klasse grau gestrichen waren." [Personenwagen-Diener S.17] Aus unerfindlichen Gründen stammen die meisten reproduzierten Werkfotos aus der Zeit von 1895-1900. Ausnahmen sind: der Akkumulatortriebwagen Nr. E1 (Im Personenwagenverzeichnis als Gattung CC geführt [MEB]) von 1904. Die beste Reproduktion des Werkfotos von Siemens [EJ Akkutriebwagen S.20f] ist mit den unten gezogenen Schlußfolgerungen kompatibel. Außerdem fallen das Werkfoto eines AAü von 1901 [Görlitz S.66] und BC von 1901 [Görlitz S.61] in den betrachteten Zeitraum und stützen die Schlußfolgerungen. Auch in [Preuss S.242] gibt es noch zwei Abteilwagen von 1901.

Die Langträger waren in Wagenkastenfarbe lackiert. Eindeutig sieht man das auf dem Werkfoto des 4.Klassewagen Di 4499 (später Citr Sa 98)[Preuss S.244]. Im Gegensatz zur Angabe im Buch scheint es sich um ein Werkfoto der Gothaer Waggonfabrik zu handeln[Gotha S.15f]. Den Baujahren des Wagentyps nach zwischen 1898 und 1901 [EM]. Dieses Foto zeigt auch ein graues Kopfstück und graue Puffersockel. Der Stößel ist schwarz (oder zumindest deutlich dunkler). Schwarz/weisse Beweisfotos für nicht-schwarze Langträger an braunen Wagen sind naturgemäß sehr schwer zu finden. Im Artikel [Abteilwagen 2] ist aber ein Görlitzer Werkfoto von 1897 abgebildet, worauf die Schattierung der Revionsdatenanschrift "Rev" offenbar dunkler ist als der Langträger selbst.

Die Klassenziffern waren römisch mit schwarzen Schatten. Gut zu sehen sind die Anschriften auf dem Werkfoto eines BC von 1897 [MAN S.47]. Auch viele andere Fotos der braunen Wagen (1-3.Kl. s.o.) zeigen helle Klassenziffern mit dunklen Schatten. Darunter oder in Wagenmitte waren gegossene Königskronen angebracht. Auf dem Foto des E1 (s.o.) sieht man deutlich, dass die Krone nicht nur aufgemalt ist. Auch andere Schrägaufnahmen sprechen dafür und machen eine "Sonderbehandlung" des Triebwagen unwahrscheinlich. Für die grauen Wagen der 4.Klasse ist die Situation schwieriger. Das einzige mir bekannte brauchbare Foto ist das o.g. Gothaer Foto im [Preuss]. Darauf erscheinen die Anschriften aber auch schattiert und die Krone gegossen.

Die Wagennummer war auf einem im Grunde rechteckigen Porzellanschild mit fast völlig ausgerundeten Ecken angeschrieben. Unter anderem auf dem Foto des BC 1189 von 1901 [Görlitz S.61] ist die Form sehr gut zu sehen. Die elliptische Form auf dem Piko-Vierachser stimmt nicht so ganz. Auch der graue Vierteklassewagen (Foto s.o.) hat ein extra angebrachtes Nummernschild.

Soweit die klassische Situation vor dem Einsickern preußischer Einflüsse ;-)

Die erste Abweichung von der oben skizzierten Idylle findet sich auf dem Werkfoto eines AB4ü von 1907 [Preuss S.241]. Darauf sind Krone und Klassenziffern unverändert, aber das Wagennummernschild aus Porzellan ist durch ein aufgemaltes Schild nach preussischem Muster ersetzt. Auf einem Werkfoto von 1913 (C4 3496 [Preuss S.242]) ist dann die vollständige Beschilderung nach preussischem Muster mit aufgemaltem Wagennummernschild, arabischen Klassenziffern (weiss auf schwarzem rechteckigem Grund) und das bekannte bunte sächsische Wappen statt der stilisierten Krone (siehe Foto Windbergwagen).

Irgendwann im vorgenannten Prozeß wurden möglicherweise auch die preußischen Klassenfarben eingeführt. Die Preußen hatten seit spätestens 1905 (erste erhaltene Vorschrift) folgende Farben: 1. und 2.Klasse olivgrün (braungrün nach RAL 6008) 3.Klasse dunkelbraun (nussbraun nach RAL 8011) 4.Klasse grau(moosgrau nach RAL 8012) Die RALangaben sind nach zeitgenössischen Modellen im Berliner Technikmuseum bestimmt. [Personenwagendiener S.8ff]


Die Langträger der Wagen mit neuer Beschriftung erscheinen nicht mehr in Wagenfarbe sondern dunkler, sicherlich schwarz. Beispiele sind der C4 3496 von 1913 [Preuß S.242] und die Stirnseite des C 1396 von 1917 [Preuß S.242] mit dunklem Wagenkasten oder auch der unten nochmal erwähnte Di 5379 von 1917 [Görlitz S.62].

Ein preußischer Erlass vom 8. Januar 1913 - V.I.D. 21749 schrieb von nun an vor, daß Personenwagen "einen gleichmäßigen dunkelgrünen Außenanstrich, wie er bisher für die 1. und 2. Klasse vorgeschrieben war, erhalten" [Troche S.100]
Der erste Weltkrieg war also nicht der Auslöser dieser Maßnahme.
Wann und wie weit diese Farbgebung in Sachsen eingeführt wurde ist unklar. Da aber laut Werkfoto noch 1917 offenbar graue Wagen der 4.Klasse ausgeliefert wurden [Görlitz S.62, Preuß S.243f], ist der mögliche Zeitraum sehr klein.
Ein Einsatzfoto des Vierteklassewagen Di 5031 [Ulbricht Tafel 41] (mit farbigem Wappen) wirkt etwas dunkler.
Ob das auf normale Betriebsverschmutzung oder die Übernahme der grünen Farbe am Ende des 1.WK hindeutet, weiss ich nicht.


Nach Ende der Monarchie entfielen die Wappen.
Das Werkfoto des Ci 2558 vom Juni 1920 [Preuss S.245] zeigt im Auslieferungszustand noch die arab. Klassenziffern und das Nummernschild. Das Wappen fehlt jedoch und am Langträger ist die Aufschrift "Sächs.Sts.E.B." (ohne "K." davor) erkennbar.

Das Sonderset der Nichtkönigl. Sächs.Sts.E.B. mit der XI HT von Piko gibt diesen Zustand wieder.


Die Packwagen:

Das größte Rätsel bei den sächsischen Wagen ist die Farbe der Packwagen.
Wenn man die Experten fragt, dann kommt die Antwort "vermutlich grau", aber eine Quelle können sie auch nicht angeben. Möglicherweise führen analoge Anstriche anderer Bahnen (braune Pwg in Preussen?) zu dieser Meinung.

Ich habe in meiner ganzen Literatur noch nicht ein einziges Foto eines grauen (d.h. auf einem SW-Foto ziemlich hellen) Packwagen gefunden. Da die Güterwagen mit ihrer Farbe aus gemischten Zügen hervorstechen, müsste grau eigentlich sichtbar sein. Wenn ich Packwagen als sächsisch identifizieren kann, dann sind sie dunkel. Möglicherweise also dunkelgrau? Ich denke eher an eine Farbe wie Braun, Grün, Lila (nur um die Gedanken nicht einzuengen). Auf einer Fotovergrößerung im Dresdner Verkehrsmuseum sieht man einen Pw3 Sa 99 neben einem grauen Vierteklassewagen (später Civ sa 94 oder ähnlich) mit Porzellanschild. Der Packwagen ist deutlich dunkler. Die Personenzugpackwagen hatten aber möglicherweise wieder eine andere Farbe. :-(

Meiner Meinung nach kommt ein etwas helleres braun in Frage, also farblich in etwa dem Modell der Firma Sachsenmodelle entsprechend.
Zu den Anschriften vor etwa 1910 weiss ich garnichts. Möglicherweise waren sie analog den Güterwagenanschriften gehalten. Eine solche Anschrift gab es auch von Sachsenmodelle, aber mit grauem Wagenkasten.

Ab etwa 1909 kann man auch bei den Packwagen den Übergang zum preuss. Schema erkennen.
Das Werkfoto des vierachsigen Packwagen PPü 5738 von 1909 [Görlitz S.66] zeigt Anschriften analog den Güterwagen der Verbandsbauart. Diese sind nicht strahlend weiss (sondern vermutlich hellgelb) und interessanterweise auf beiden Türen jeweils einmal angebracht. Auch eine Werkzeichnung in [Vorbild und Modell] zeigt diese Beschriftung für den Pw sa 10.

Spätere Aufnahmen, z.B. der Pw sa 10 auf dem Foto von 1913 [Görlitz S.67] zeigen ebenfalls diese Anschriften (nicht ganz weiss) und erkennbar dunklere (vmtl. schwarze) Langträger. Die Postwagen:

Da Sachsen seit 1867 zum Norddeutschen Bund gehörte [Lexikon], gingen seine Postverwaltungen in der "Norddeutschen Bundespost" auf. Nach der Reichsgründung 1871 wurde diese in "Deutsche Reichspost" umbenannt. [Post] Im Normalspurbereich kann man also seit etwa 1865 von grünen Postwagen mit der Aufschrift "Kaiserliche Post" ausgehen [Post], wie sie im Modell von der Post-Sammlercollection herausgegeben werden. Diese Wagen wurden direkt von der Reichspost beschafft und betrieben.

Ein interessanter Fund, der vorgenanntes etwas in Frage stellt, soll hier nicht verschwiegen werden:
Zitat aus Press-Kurier 1/2005 [PressKurier]:
"So gab es für die Mitglieder der IG Verkehrsgeschichte e. V. nur die Möglichkeit der Analyse von Altsubstanz. Diese erfolgte im Dresdner Labor für naturwissenschaftliche Kunstgutuntersuchungen durch Professor Schramm und seine Frau. "Dabei wurde von noch vorhandenen Altbrettern aus dem Jahre 1908 ein Querschliff angefertigt. In 120-facher Vergrößerung konnte so die Farbabfolge eindeutig identifiziert werden: graue Vorstreichfarbe als Egalisierung des Untergrundes, rote Erstfarbgebung, darauffolgende mehrere Schichten grün. Da laut der Farbuntersuchung die erste Farbgebung exakt dem Farbton von Consolan Wetterschutz Rot 211 entsprach, fiel die Entscheidung zugunsten dieser Farbe ..."

Der Wagen kann heute in restaurierter roter Farbgebung besichtigt werden -> Webseite IG Wilsdruff.

Wie üblich eine rote Farbgebung war, und welchen Einfluß die lokale Verwendung auf einer Schmalspurstrecke hatte, bleibt noch herauszufinden.


Die Güterwagen:

In der Literatur ist immer wieder von der grauen Farbe sächsischer Güterwagen die Rede.
Schon 1865 wird in einer Lister der Eigentumsmerkmale für die Sächsisch Östliche und die Sächsisch Westliche Staatsbahn jeweils grau als Wagenfarbe aufgeführt.[GW-Diener S.8f]
Auch 1875 wird in einer Liste "bleigrau" als Farbstoff der sächsischen Staatsbahnen erwähnt [GW-Diener S.10f].

Schon frühe schwarz/weisse Vorbildfotos wie:

Jahr Typ Aufbau Langträger Räder,Achshalter,Federn Puffersockel/-teller Bildnachweis
1870? O2 7520 hell hell grau/schwarz/schwarz schwarz [Ulbricht Tafel 48, GW-Archiv S.81]
1866..1892 O2 13817 hell hell  ?  ? [Sachsenreport Bd.6 S.10,Preuss S.26]

zeigen auffällig helle sächsische Wagen.
Die Langträger auf den genannten Fotos wirken deutlich eher grau als schwarz.

Auf der Zeit um 1900 liegen dann einige Werkfotos vor:

Jahr Typ Aufbau Langträger Räder,Achshalter,Federn Puffersockel/-teller Bildnachweis
__ SSm nix grau nix  ? [GW-Archiv S.124, Repro Rbd Dresden]
1904 Kesselwagen dunkel grau schwarz grau!/schwarz [Görlitz S.78]
1898 Gm 14483 grau grau schwarz/schwarz/etwas heller grau/schwarz [Görlitz S.73, GW-Archiv S.57 retusch.]
 ? Gm 18417 grau dunkel dunkel/dunkel/dunkel dunkel [GW-Archiv S.58 retusch.?], bodfl hell, nummer und krone dunkel
 ? Gm 18133 hell! hell! schwarz/schwarz/etwas heller schwarz!/schwarz [Preuss S.253] Werkfoto Gotha Untergestell durch Schnee besser beleuchtet
1894 Dig 6046 (Cigd Sa 94) mittelgrau nicht schwarz dunkel/dunkel/etwas heller dunkel [MAN S.44], Fakultativwagen! bodfl hell, nummer und krone dunkel
1895 7249 "Feldschlösschen" weiss weiss dunkel/dunkel/etwas heller hell/schwarz [Spielhoff S.287] bodfl dunkel, nummer und krone dunkel, Pikomodell ist korrekt
1893 7241 "Gambrinus" weiss weiss dunkel/dunkel/dunkel weiss!/schwarz [Spielhoff S.286] bodfl dunkel, nummer und krone dunkel
1891 7201 "Radeberger" weiss weiss dunkel/dunkel/etwas heller schwarz!/schwarz [Preuss S.252] bodfl dunkel, nummer und krone dunkel


Aus der obigen Tabelle lassen sich folgende Schlüsse ziehen:
Die normalen Wagenkästen waren grau. Die Langträger und Pufferbohlen waren in Kastenfarbe (weiss bei Bierwagen) oder prinzipiell grau bei Kesselwagen oder Flachwagen.
Das Untergestell war schwarz. Die Puffer waren ganz schwarz oder der Puffersockel in Wagenkastenfarbe. Beides war offenbar nicht ungewöhnlich.

Die Anschriften bestanden aus:
Krone und Wagennummer links auf dem Wagenkasten aufgemalt
Eigentumsanschrift "K.Sächs.Sts.E.B." rechts auf dem Wagenkasten aufgemalt.
Bei Bierwagen kommt auch die Anschrift "K.Saechs.Sts.E.B." ohne Umlaut vor. Die Schrift ist schwarz schattiert. Die vom Verein deutscher Eisenbahn-Verwaltungen 1896 herausgegebene Liste vermerkt für die Sächsischen Staatseisenbahnen graue Güterwagen mit gelb/schwarzen Eigentumsanschriften [Güterwagen-Diener S.13ff]. Ich beziehe das auf die Krone und den Schriftzug.
Bierwagen unschattiert schwarz? Nach Bestellervorliebe? TODO
Am Fakultativwagen Dig 6046 passt die Schrift zu den römischen Klassenziffern, die vermutlich gelb waren.


In der oberen Linken Ecke des Wagenkastens stand die Angabe der Bodenfläche "18,4 qm Bodfl." und darunter nach militärischer Verwendungsmöglichkeit "40 Mann" und/oder "8 Pferde".
(Die Beispielangaben sind vom Wagen 14483)
Bei Fakultativwagen fehlt die Angabe für Pferde, bei Kühlwagen fehlen beide Angaben, weil sie zum Mannschaftstransport ungeeignet sind. Diese Angabe war nach den o.g. Fotos weiss oder sehr hell mit schwarzem Schatten.

Mit der Gründung des Deutschen Staatsbahnwagenverbandes und der Lieferung der ersten Wagen der sogenannten Verbandsbauarten änderte sich die Situation. Die Vorschriften dieses Verbandes (gedacht zur freizügigen Wagennutzung innerhalb des Verbandes, ähnlich der späteren RIV oder Europ-Wagen) schrieben ab 1.1.1911 einen braunen Anstrich mit weissen Aufschriften vor. [Güterwagendiener S.22] Das Layout der neuen Anschriften wurde ebenfalls festgeschrieben. Diese Vorschriften sind auch noch erhalten und im Buch von Wolfgang Diener weitgehend zitiert [Güterwagen-Diener S.77ff] Zahlreiche Werkfotos der Verbandswagen zeigen das neue Erscheinungsbild der sächsischen Fahrzeuge.

Beschriftung nach den Vorschriften des dt. Staatsbahnwagenverbandes
Jahr Typ Aufbau Langträger Anschrift</> Räder,Achshalter,Federn Puffersockel/-teller Bildnachweis
 ? Omk(u) 46770 A6 dunkel dunkel hell du du [EM 1/92 S.31]
1912 Rm 47072 A4? dunkel dunkel hell du du [Güterwagen-Diener S.74]
1913 Omk(u) 46954 A6 dunkel dunkel hell du du [Görlitz S.73, Preuss S.253]
1913 Vemgz 7087 A8 du du hell du du [Preuss S.252.]
1913 Ommk(u) 47673 A10 du du hell du du [Preuss S.253]


Unsicher ist die Frage nach Ausweitung der neuen Vorschriften auf ältere Wagen und Spezialfahrzeuge. Ein Bild [Preuss S.27 spiegelverkehrt] einer Zwickauer Schachtanlage mit der V T der letzten Bauserie Nr. 1678 gebaut 1914 [Sachsenreport Bd.6 S.16] zeigt dunkle Selbstentladewagen (gebaut ab 1909 [GW-Archiv S.110]) mit weisser Aufschrift nach den Verbandsvorschriften. Offenbar wurde zumindest für diese Wagen das neue Anstrichschema übernommen. Ebenfalls ein dreiachsiger Fischtransportwagen von 1912 [GW-Archiv] grau mit schwarzen Anschriften


Wer zu dem Aufgezählten Ergänzungen oder Korrekturen hat oder etwa Bildbelege die das Geschriebene untermauern oder widerlegen, sei herzlich eingeladen sich mit mir in Verbindung zu setzen

Quellen:

  • [Abteilwagen 2]: Hertam, Karl-Ernst: Sächsische Abteilwagen um die Jahrhundertwende (Teil 2) in: Eisenbahn Journal X/XX
  • [Personenwagen-Diener]: Diener,W: Anstrich und Bezeichnung von Reisezugwagen
  • [Güterwagen-Diener]: Diener,W: Anstrich und Bezeichnung von Güterwagen
  • [Personenwagen-Archiv 1] transpress
  • [PressKurier] "Der Bahnpostwagen 2680 der Schauanlage Hp Wilsdruff" in: Press-Kurier Ausgabe 1/2005
  • [EJ Akkutriebwagen] Eisenbahnjournal Sonderheft "Akkumulatortriebwagen"
  • [MEB] Blatt 298 des Wagenverzeichnis, abgebildet in: Modelleisenbahner 6/1989 S.20
  • [Preuss] Sächsische Staatseisenbahnen (Transpress)
  • [Görlitz] Theurich: 150 Jahre Schienenfahrzeuge aus Görlitz,EK-Verlag
  • [MAN] EK-Verlag
  • [Post] Die Post fährt mit der Bahn (Teil 1) in: Eisenbahn Journal 5/1990 S. 16ff
  • [Lexikon] Eintrag "Norddeutscher Bund" in: Bertelsmann Lexikon Geschichte; Bertelsmann Lexikon Verlag 1996
  • [Vorbild und Modell] "Durchfluss war alles - Sächsische Abteilwagen in Vorbild und Modell" in: Eisenbahn Journal 12/2003 S.28ff
  • [Troche] Akkumulatortriebwagen der Preuss hess Staatseisenbahnen EK-Verlag
  • [EM]Reisezüge im Königreich Sachsen in: Eisenbahn Magazin 8/2005 S.35ff
  • [Gotha] "Gothaer Waggonfabrik - vorm. Fritz Bothmann und Glück - Actien-Gesellschaft" Schriftenreihe des Urania Kultur- und Bildungsvereines Gotha e.V. zur Firmengeschichte der Stadt Gotha Band 13.1
  • [Ulbricht] Ulbricht Geschichte der Königlich Sächsischen Staatseisenbahnen Reprint Transpress 1989