Rangiergruppe Brebeck-Hohentor

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Richtungsgruppe mit Durchlaufbetrieb

Bei den Leistungsberechnungen hatten wir gesehen, daß zur reinen Zerlegezeit noch Verlustzeiten durch Ausziehen, Zugausfahrten etc. hinzukommen und die Ausnutzung der Weichenstraße weit unter 100% drücken können. Um das zu vermeiden, muß die zur Zerlegung benutzte Hauptweichenstraße von allen Nebenaufgaben freigehalten werden. Dies erreicht man durch:

  • Zugein- und Ausfahrten in besondere Ein- bzw. Ausfahrgleise
  • Heranführen der Wagengruppen wechselweise über 2 Zerlegegleise
  • Abziehen der nach Richtungen sortierten Wagengruppen über ein besonders Ziehgleis am anderen Ende der Richtungsgruppe

Die Gleise der Richtungsgruppe werden dann streng im Einrichtungsverkehr betrieben, die Zugzerlegung speist sie und die Zugbildung zapft Wagen ab.

Realisierung

Zufällig erfüllt der Gleisplan von Brebeck-Hohentor alle Anforderungen.

                       Bw
       Ein- und  ...___/__ _<<<_U_>>>_____ .
     Ausfahrgleise   /___R8w_ [Hmf] _R8o__\ .
                    /  ________R7____>>____\ .
...___10___________/__/________R6____>>_____\_\_... Strecke
von Zieh-       \ /     \______R5____>>___/  \
gleis West       X [Hmr] ______R4_____________\_________________
...___11________/_\_____/______R3_________/ /    
                 \   \_________R2__________/| [Hs] Ziehgleis Süd
                  \____________R1___________/

Betriebsverfahren für Höchstleistung der Rangiergruppe

Es werden 3 Rangierloks benötigt: Zwei für die Zugzerlegung bei Hmr und eine für die Zugbildung bei Hs. Die Züge fahren auf den Gleisen 4-6 ein und werden in Hälften über Ziehgleis West nach Gleis 10 bzw. 11 umgesetzt und von dort nach R2-R7 zerlegt. Wenn eine Lok fertig ist, fährt sie auf ihrem Gleis nach Westen zurück, und die andere beginnt die Zerlegung. Die Zugbildungslok bei Hs zieht die Wagen über Ziehgleis Süd ab und drückt sie durch das Verkehsgleis U in die Ausfahrgleise 7-9.

Da die Zerlegung bei Hmr unterbrechungsfrei ist, beträgt die Leistung 60 Wg/h, das sind 120 Wg oder 4 ausgelastete Züge á 30 Wg in einem Zweistundenfahrplan. Durch den Einsatz einer besonderen Zugbildungslok ist auch noch Gruppenbildung durch Nachordnen in den südlichen Gleisspitzen möglich.

Die Anlage hat aber gegenwärtig noch Mängel:

  1. Die Richtungsgleise sind zu kurz.
  2. Gleis R1 war als 2. Verkehrsgleis geplant, wird aber dringend als Richtungsgleis benötigt. Gleis R1 ist leider von Gleis 10 nicht erreichbar.
  3. Die Packwagengleise R8w und R8o sind durch das Stellwerksgebäude Hmf unglücklich in zwei Stümpfe geteilt.

Zur Lösung wird vorgeschlagen:

  1. Ein Verlängerungsmodul einfügen. Das beabsichtigt Bruno bereits.
  2. Gleis R1 von Gleis R2 aus neu anbinden. Der liegenbleibende Stummel (neu Gleis R0) kann für Abstellzwecke genutzt werden.
  3. Stellwerk Hmf abbrechen und als Reiterstellwerk neu errichten.
                       Bw
       Ein- und  ...___/____<<<_U_>>>__________ .
     Ausfahrgleise   /_________R8______________\ .
                    /  ________R7____>>_________\ .
...___10___________/__/________R6____>>__________\_\_... Strecke
von Zieh-       \ /     \______R5____>>________/  \
gleis West       X [Hmr] ______R4__________________\_________________
...___11________/_\_____/______R3______________/ /    
                 \    \________R2_______________/| [Hs] Ziehgleis Süd
                  \R0_ \_______R1________________/

Die Packwagenfrage müßte im Detail noch geklärt werden. Es gibt keinen zentralen Abstellplatz für Packwagen, den die Zugloks erreichen könnten, ohne die Rangierarbeiten in Zubildung und Zugzerlegung zu behindern. Deshalb ist es sinnvoller, die Packwagen mit durch die Zugzerlegung zu schleusen. Vielleicht stellt man sie auf dem Stumpf R0 ab und übergibt sie dem Zugbildungsbezirk durch das Umlaufgleis U. Man kann auch die Packwagen gleich zu ihrem nächsten Zug in das betreffende Richtungsgleis laufen lassen, die Zugbildungslok muß ihn dann ggf. noch an die richtige Stelle rangieren.

Betriebsprogramm für 60 Wg in 2 h

  • Zweistundenfahrplan
  • 4 Rangierlok: zwei für Zugzerlegung, eine für Zugbildung und Bedienung der Anschlüsse Süd, tief und Bw, eine für Anschlüsse West und Ortsgüterbahnhof
  • Zerlegeleistung 120 Wg => 60 Wg Eingang, 60 Wg Ausgang
  • 60 Wg Eingang = 2 ausgelastete Dg á 30 Wg von zwei farbigen Sbf
  • angenommen 30 Wg Ortsverkehr => 30 Wg für Nebenbahn = 2 Ng á 15 Wg
  • feine Gruppenbildung der Ng möglich

Mögliche Gleisbelegung (nur als Beispiel, die Belegung wird den tatsächlichen Bedürfnissen laufend anzupassen sein)

  • R1 Wagen ohne Papiere, Schadwagen
  • R2 Anschlüsse West
  • R3 Ortsgüterbahnhof
  • R4 Schattenbahnhof West
  • R5 Schattenbahnhof Ost (alternativ Süd)
  • R6 1. Nebenbahnzug
  • R7 2. Nebenbahnzug
  • R8 Packwagen, Anschlüsse Süd, tief, Bw

Bei diesem Betriebsprogramm wird die Arbeit bei Hmr konzentriert, andere Bahnhofsteile sind schlecht ausgenutzt. Somit wird nicht die Höchstleistung des gesamten Bahnhofs Brebeck-Hohentor realisiert. Die Einfahrgleise 4-6 werden nur für insgesamt 4 Züge benutzt - es bliebe also Raum zum Umspannen von Ganzzügen etc. - und die Ausfahrgleise 7-9 nur von den 2 Dg, da die Ng zur Nebenbahn direkt aus der R-Gruppe ausfahren sollen. Die Lok bei Hs ist schlecht ausgelastet. Man könnte die Leistung noch etwas steigern, indem man diese Lok 1-2 Züge von Hs her auflösen läßt. Möglich scheinen Zerlegeleistungen von 150 - 180 Wg in 2 h und damit Wagenausgänge von 75 - 90 Wg in 2 h.

Betriebsprogramm für 120 Wg in 2 h

Im Knotenpunktmodell unterscheidet man zwischen Fernzugbildungen (zu anderen Knoten bzw. Rangierbahnhöfen) und der Bedienung des Nahbereichs (Rangierfahrten zu Ladestellen auf dem Bahnhof bzw. Übergaben zu Satelliten). Aufzulösende Dg sind Eingang, zu bildende Dg Ausgang, alles andere Nahbereich.

  • Eingang und Ausgang werden in zwei getrennten Rangiersystemen behandelt
  • Eingang: Dg von den Sbf fahren nach 4-6 ein und werden über 10/11 nach R1-R8 zerlegt, Leistung 120 Wg in 2 h
  • Nahbereich: Ortsverkehr 60 Wg, Zugbildungen Ng + Üb (Nebenbahn, Papierfabrik, ...) in mindestens 4 Züge á 15 Wagen, Summe 120 Wagen bei Hmr zu zerlegen, umfangreiche Ng + Üb Bildung => Zugbildungslok bei Hs ausgelastet
  • Fernbereich: Rf, Ng und Üb werden von Westen oder Osten in die Gleise 7-9 zerlegt, ggf. durch Zuglok selbst, die Dg zu den Sbf werden dort gesammelt und fahren direkt bunt aus bzw. werden als Gruppen haltenden Dg beigestellt. Da selbst bei ständigem Rangieren von Osten und Westen nach 7-9 keine bunt angebrachten 120 Wg in 2 h verarbeitet werden können, ist es zwingend erforderlich, daß sämtliche Züge aus dem Nahbereich mit Gruppenbildung ankommen, auch die Überführungen vom Ortsgüterbahnhof.
  • Eckverkehr: Wagen aus dem Nahbereich in den Nahbereich müssen bei der Ausgangszugbildung ausgeschieden und der Eingangsbehandlung zugeführt werden. Naheliegend ist, diese Wagen in Gleis 10 zu sammeln. Dadurch sinkt aber die Leistung der Eingangszugzerlegung, es kann nur 1 Lok sinnvoll beschäftigt werden. Um das zu vermeiden, muß der Eckverkehr in 9 gesammelt werden, dann können im Ausgang aber nur noch 2 Richtungen unterscheiden werden.
  • Engpässe: nun zu wenig Einfahrgleise für Dg und zu wenig Ausfahrgleise für Ng/Üb, die nicht direkt bei Hs abfahren können, unzureichende Zerlegeleistung im Fernbereich.

Gleisbelegungen:

  • 4 Ein- und Ausfahrgleis, vorzugsweise von/nach Osten
  • 5 Ein- und Ausfahrgleis, vorzugsweise von/nach Westen
  • 6 Ein- und Ausfahrgleis, vorzugsweise von Süden
  • 7 Richtungs- und Ausfahrgleis Dg Schattenbahnhof 1
  • 8 Richtungs- und Ausfahrgleis Dg Schattenbahnhof 2
  • 9 Richtungs- und Ausfahrgleis Dg weiterer Knotenbahnhof
  • 10 Eckverkehr Ausgang/Eingang
  • Ziehgleise West und U/Süd für Zugzerlegung Ausgang
  • 11 Zerlegegleis Eingang
  • R1 Wagen ohne Papiere, Schadwagen
  • R2 Anschlüsse West
  • R3 Ortsgüterbahnhof
  • R4 Übergabe West
  • R5 Übergabe Ost
  • R6 Richtungs- und Ausfahrgleis Ng Nebenbahn 1
  • R7 Richtungs- und Ausfahrgleis Ng Nebenbahn 2
  • R8 Packwagen, Anschlüsse Süd, tief, Bw

GZV: Sämtliche Züge (Ng, Üb) aus dem Nahbereich und die Überführungen vom Ortsgüterbahnhof müssen in 4 Gruppen gebildet sein, deren Reihenfolge gleichgültig ist:

  • Übergang auf Dg Schattenbahnhof 1 (-> 7)
  • Übergang auf Dg Schattenbahnhof 2 (-> 8)
  • Übergang auf Dg weiterer Knotenbahnhof (-> 9)
  • Übergang in Orts- und Nahbereich Brebeck-Hohentor (-> 10)

Selbst wenn die Zugbildungs- und Wagenbeistellungsbahnhöfe des Nahbereichs zu dieser Gruppenbildung gleis- und zeitmäßig prinzipiell in der Lage sind, muß bezweifelt werden, daß es immer möglich ist, diese Gruppenbildung diszipliniert durchzuhalten.

Ausnutzung der neuen Gleisverbindungen 8/9 und 10/11

Anläßlich Bau des Verlängerungsmoduls für die Gleise 1-11 sind zwei Handweichenverbindungen in die Gleise 8/9 und 10/11 eingelegt worden. Letztere dient dazu, vom westlichen Ausziehgleis nach Gleis 11 ohne Befahren der Gleiswaage zu gelangen, und sie ist auch beim Bedienen der westlichen Anschlüsse von Nutzen.

Die Verbindung 8/9 kann genutzt werden, um

  • ein Verkehrsgleis 8w/9o freizuhalten und trotzdem 2 Richtungen A, B zu sammeln, wobei Zuführung und Abholung der Wagen wahlweise von Osten oder Westen erfolgen können, oder

\____<<<_8w_>>>___________8o_RiB____/
 \ \_____9w_RiA___\___<<<_9o_>>>___/
  \ \__

  • um 3 Richtung A, B, C zu sammeln, wobei die Zuführungsrichtung festgelegt sein muß.

Zuführung von Westen (links), Wagen für B und C werden erst in 8w bunt gesammelt und gelegentlich nach 8o/9o feinverteilt. Abholung A ist nur nach Westen möglich, B und C beide Richtungen.


\____<<<_8w_>>>___________8o_RiC____/
 \ \_____9w_RiA___\_______9o_RiB___/
  \ \__

Zuführung von Osten (rechts), Wagen für A und B werden erst in 9o bunt gesammelt und gelegentlich nach 8w/9w feinverteilt. Abholung C ist nur nach Osten möglich, A und B beide Richtungen.


\________8w_RiA___________8o_RiC____/
 \ \_____9w_RiB___\___<<<_9o_>>>___/
  \ \__

Diese Gleisbelegung ist zweckmäßig, wenn Wagengruppen etwa bis 1/3 Zugstärke gesammelt und in 4-7 haltenden Zügen beigegeben werden sollen. Dafür kommen etwa schwache Schattenbahnhofsfarben und andere Binnenverkehrsknoten in Frage.

Fotos

Balsine