Radsatzdrehbank

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Einführung

In der Regel sind bei einem Fahrzeug immer Radsätze dabei. Dabei handelt es sich jedoch meistens um NEM-Radsätze mit 1,2mm hohen Spurkränzen. Diese sehen nicht nur doof aus, sie benötigen auch extrem tiefe Rillen bei Herzstücken und können einige besonders fein detailierte Selbstbauweichen sogar beschädigen. Daher sind NEM-Radsätze bei immer mehr Treffen verboten.

Man kann zwar "einfach" neue RP25-Radsätze kaufen, aber als Student, der auch noch Bildungsstrafgebühren zahlen muss, überlegt man sich das dreimal. Wenn man einfach bei den NEM-Radsätzen, sie man sowieso mitkaufen muss, den Spurkranz abdreht, erhält man Radsätze, die den meisten Anforderungen (ausser evtl. den optischen) genügen.

Lauftechnisch gibt es keine Probleme, wenn die Radsätze zwischen Lauffläche und Spurkranz ausreichend ausgerundet sind. Leider gibt NEM 311 für dieses sehr wichtige Maß keine Werte vor, bei einigen Herstellern wird sogar auf eine Ausrundung verzichtet. Die Ausrundung der Spurkranzspitze ist nicht so kritisch, bei der OEG wird sogar vollständig auf diese verzichtet und der Spurkranz als Hilfslauffläche in Herzstücken mit Spurkranzlauf verwendet. Wenn eine ausreichende Ausrundung zwischen Lauffläche und Spurkranz vorhanden ist (RP25 schreibt hier 0,35mm vor) können wir zur Tat schreiten.

Die Minibohrmaschine

Das Abdrehen auf der Minibohrmaschine ist leider mit 2 Problemen behaftet:

  • Ein Rad muss abgezogen oder in die Mitte gedrückt werden, um den Radsatz einspannen zu können, anschließend muss das Radsatzinnenmaß neu eingestellt werden.
  • Das Rad, welches abgezogen/verschoben wurde, benötigt eine eigene Spannvorrichtung oder eine zusätzliche Fixierung auf der Welle.

Das feste Rad lässt sich dagegen sehr gut abdrehen.

Die Radsatzdrehbank

Allgemeines

Man kann den Radsatz aber auch drehbar lagern (vorzugsweise in Kugellagern) und über einen Riemen antreiben. Problematisch ist hierbei der geringe Durchmesser der Achse, daher muss man mit einem geringen Drehmoment auskommen. Eine Riemenscheibe, die man auf der Achse montieren kann, ohne den Radsatz zu zerlegen und ein möglichst breiter Riemen sind 2 mögliche Lösungsansätze, um dieses Problem etwas abzumildern.

Eine funktionierende Ausführung

Als Lager meiner Radsatzdrehbank dienen 2 Kugellager mit 1,3mm Innendurchmesser. Dieser Durchmesser ist etwas exotisch und wahrscheinlich der Grund, warum ich diese Lager billig auf einer Messe kaufen konnte.

Die Lager stecken in einem Halter aus 3mm Polstyrol, welcher zusammen mit dem Antriebsmotor auf ein Stück Dachlatte geklebt ist. Um die Lagerspitzen auch bei kurzen Achslängen besser anzudrücken wird der Halter zusätzlich von einem Gummi zusammengedrückt.

Der Antrieb erfolgt durch einen alten Bühler-12V-Motor mit einem kleinen Riemen"scheibchen" von ca. 5mm Durchmesser und Breite aus einem alten Kasettenrecorder und ein einfaches Gummiband. Auf der Radsatz-Seite kann das Gummiband direkt über die Achse geführt werden. Das erreichbare Drehmoment ist dann jedoch sehr gering. Besser geht es mit einer auf die Achse aufsteckbaren Riemenscheibe mit mindestens 12mm Durchmesser. Bei kleineren Durchmessern stehen normale Madenschrauben M3x5 über, was je nach Drehzahl zu lautem Flattern des Antriebsriemens führt. Mit der zusätzlichen Riemenscheibe ist das erreichbare Drehmoment ausreichen hoch, um Radsätze schnell abdrehen zu können.