Radsätze umpressen

Aus Frokelwiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Leider viel zu häufig bekommt man für Triebfahrzeuge keine wirklich passenden RP25-Radsätze. Besonders betroffen sind Tender mit Antrieb. Während es für die Lok häufig von Weinert schöne Räder gibt, bekommt man für den Tender häufig nichts passendes. Ein Beispiel sei die Roco 57. Für die Lok gibt es Tauschräder (zumindest wenn sie geliefert werden...), aber über den Tender verliert der Katalog kein Wort.

Gibt es keine Lösung? Doch, Weinert verkauft unter der Bestellnummer 5658 sehr schöne Tenderräder. Nur passen sie nicht so wirklich ins Modell. Das Problem erkennt man am besten, wenn man mal vergleicht, was man von Roco und Weinert geliefert bekommt.

DSC_0133_ZK.JPG DSC_0134_ZK.JPG

So und jetzt? Jetzt pressen wir die Weinert-Räder auf die Welle von Roco. Das hört sich fürchterlich kompliziert an, geht aber eigentlich ganz schnell.

Schrit 1: Räder abziehen

Mit einem Abzieher werden die Räder abgezogen und die Radsätze in fast alle Einzelteile zerlegt.

DSC_0135_ZK.JPG DSC_0136_ZK.JPG

Dabei bleibt das Zahnrad natürlich auf seiner Position. Die Welle ohne Zahnrad ist noch kein Müll, sie wird in den nächsten Schritten noch mal gebraucht.

Schritt 2: Erstes Rad aufpressen

Als nächstes wird das nicht isolierte Rad aufgepresst. Man braucht dafür keine teuren Spezialmaschinen, als Presse eignet sich die Pinole einer Fräs- oder Bohrmaschine in der Regel sehr gut. Dazu spannt man die Welle mit dem Zahnrad in die Spannzange oder ins Futter und drückt die Welle bis zum Anschlag in die Bohrung hinein. Man spürt deutlich, wenn man am Tisch angekommen ist. Damit das Rad sauber läuft, muss die Maschine spielfrei und rechtwinklig sein. Wenn die Höhenverstellung der Z-Achse festgestellt ist, sind die meisten Maschinen ausreichend.

DSC_0140_ZK.JPG

Schritt 3: Zweites Rad aufpressen

Das zweite Rad sollte das Rad mit Isolierbuchse sein. Das Rad wird zuerst von Hand leicht auf die Welle gedrückt. Dabei sollte man auch unbedingt auf die richtige Ausrichtung der Speichen zueinander achten. Jetzt spannt man die Welle ohne Zahnrad so weit in die Spannzange/das Futter, dass es noch etwa 1mm weit heraus steht. Die vordere Kante von Spannzangen und Futtern ist exakt geschliffen, wenn man keinen Mist hat. Dann stellt man den halb zusammengebauten Radsatz genau unter den Dorn und presst das Rad wie das andere auf.

DSC_0141_ZK.JPG

Schritt 4: Spurmaß einstellen

Als letzten Schritt muss man noch das Spurmaß richtig einstellen. Sonst hat man an viele Probleme an Weichen. Die übrig gebliebene Welle wird jetzt exakt bündig eingespannt. Bei einem großen Futter kann es auch ausreichen, die Backen zusammen zu drehen. Dann werden die Räder in kleinen Schritten immer weiter zusammengepresst. Es kann sein, dass sich die Radsätze nicht weit genug zusammenpressen lassen. Dann legt man ein Stück Holz unter und presst die Welle ein Stück aus der Nabe hinaus. Wenn man zu weit gepresst hat, muss man dies mit dem Abzieher korrigieren.

Zur Kontrolle eignet sich am besten eine Spurmaß-Lehre. Es gibt fertige Spurmaß-Lehren, auch die Fremo-Kupplungslehre aus Stahl ist eine solche. Ich habe keine dieser Lehren, dafür aber ein paar Endmaße. Notfalls geht auch ein Messschieber, aber hier muss man unbedingt die Innenschenkel überprüfen sollte. Hier gibt es häufiger Abweichungen.

DSC_0142_ZK.JPG

Ergebnis

Das Ergebnis ist schöner ein Radsatz mit Zahnrad und zwei hässliche Räder und eine einzelne Welle.

DSC_0142_ZK.JPG