Packwagengleise

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Packwagengleise

Lehrbuchmäßige Anordnung

Nach Lehrbuch soll es in einem Rangierbahnhof möglichst nach Fahrrichtungen getrennte Lokverkehrsgleise geben, und eine zentrale Packwagengruppe mit mehreren durchgehenden Gleisen soll auf dem Weg zum Bw diesen Gleisen liegen. Ja, am besten sollten die Lokverkehrsgleise auch noch durch einen Loktunnel unter dem Ablaufberg gehen ..

Beim Vorbild wichtige Kriterien waren das Trennen der Packwagen nach Richtungen, das Fernhalten von Rangierfahrten aus Gleisen, in denen an den Wagen gearbeitet wurde (Reinigen, Ergänzen von Vorräten) und das Einhalten einer ausreichenden Behandlungsdauer durch die first in-first out-Warteschlage je Richtung.

            ____<<<_____
           /  \__Pwg1__ \
          /    \__Pwg2_\ \ 
_<<<_____/      \__Pwg3_\ \____<<<__
__>>>______________>>>___\______>>>_

Schön, aber im Modell ist der Platz dafür knapp.

Minimalistische Anordnung

    
  __Le_<<<_________Pwg_
 0_>>>_La__/  / ___________________
             / /_ Richtungs- und __\         
            /_/___Ausfahrgruppe_____\___Berg__Ziehgleis___
           /______________________/..\....../
_<_>_West_/  \___Einfahrgruppe___/    \_Ost_<_>_

Zug von Osten: Einfahrt, Lok läuft durch ein freies Gleis zurück, setzt Packwagen nach Pwg und fährt allein zur Behandlung nach Lokeingang Le. Keine Mehrbewegung gegenüber der lehrbuchmäßigen Anordnung.

Zug von Westen: Einfahrt, Lok schiebt Pwg durch freies Gleis nach West, zieht nach Pwg vor, stellt Packwagen auf Lokausgangsgleis La ab, setzt um nach Lokeingang Le zur Behandlung. Eine Umsetzbewegung mehr als bei lehrbuchmäßiger Anordnung. Die nächste Lok, die über La fährt, nimmt Packwagen für Zug nach Westen auf oder schiebt ihn nach Pwg.

Zug nach Westen: Lok aus Lokausgang La fährt nach Pwg, nimmt Packwagen auf, setzt vor den Zug. Keine Mehrbewegung gegenüber der lehrbuchmäßigen Anordnung.

Zug nach Osten: Wie vor. Lok schiebt Packwagen durch ein freies Gleis auf den Ablaufberg. Packwagen wird im Gefälle festgebremst. Lok fährt in freies Gleis zurück. Packwagen rollt an den Zug. Lok setzt vor den Zug. Eine Umsetzbewegung mehr als bei lehrbuchmäßiger Anordnung. Ggf. kann der Packwagen über das Bergumfahrgleis, falls vorhanden (gepunktet), umlaufen werden oder die sowieso meist am Berg tätige Rangierlok setzt den Packwagen um.

Ausgestaltung

Die Anbindung der Lokabstellanlage bzw. des "Bw" über die Spitzkehre erlaubt eine günstige Ausnutzung des sich ergebenden Geländedreiecks.

Am Packwagengleis ist die Oelbude Ö zu finden, wo auch die Zugschlußsignalmittel gewartet werden.

Das Packwagengleis kann aus einem durchgehenden Gleis durch Unterteilen in zwei Stumpfgleise geschaffen werden. Dazu bietet es sich an, einen verschieblichen Richtprellbock Rpb aufzustellen. Richtprellböcke wurden für das Richten verschobener Wagenladungen benötigt. Die andere Hälfte des Gleises kann als Reservegleis dienen; darin werden Wagen aufgefangen, die in einem Richtungsklein keinen Raum mehr finden. Das Reservegleis wird gelegentlich vom Berg ausrangiert, braucht also nur einseitig angebunden zu sein. Die Position des Richtprellbocks kann nach Erfahrungswerten des Platzbedarfs angepasst oder er kann weggelassen werden.

  
                 Ö    Rpb
  __Le_<<<_________Pwg_|_Reserve__
 0_>>>_La__/  / __________________\
             / /_ Richtungs- und __\         
            /_/___Ausfahrgruppe_____\___Berg__Ziehgleis___
           /______________________/..\....../
_<_>_West_/  \___Einfahrgruppe___/    \_Ost_<_>_

Fazit

Ich hätte bisher nicht gedacht, dass die schattenbahnhofsmäßige Verlegenheitslösung betrieblich sinnvoll genutzt werden kann...


Balsine