Kleinbahn unterm Dach

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Vom 20. Juli 2002 datiert diese Skizze meiner damaligen Perspektivplanung für eine Heimanlage in meinen Räumen unter dem Dach des elterlichen Hauses.

Vorgeschichte

  • 1821 wurde das Haus gebaut, der Dachboden war Getreidespeicher.
  • Das rechte Zimmer hat mein Vater um 1972 als Modellbahnraum für eine Fleischmann-Plattenanlage ausgebaut.
  • Anfang der 1980er Jahre wurde die Anlage abgebaut, um ein Jugendzimmer für meinen älteren Bruder einzurichten.
  • Nach Auszug meines Bruders habe ich das Zimmer übernommen und diverse Werkbänke, Schränke und Regale eingebaut.

Der Entwurf

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Die Anlage sollte verschiedene Kleinbahnmotive aus Altmark und Börde aufgreifen. Sie hätte, mit den Schattenbahnhof Brettleben und einem der beiden Bahnhöfe Groß Schwechten oder Hanum beginnend, stufenweise ausgebaut werden können. Bis auf den Schattenbahnhof wären alle Stationen betrieblich unbesetzt gewesen. Im Vollausbau hätten der Zugleiter, 2-3 Zugmannschaften und ein Rangierlokführer in der Zuckerfabrik arbeiten können.

Für den Gleisbau in Spur H0 sollten Tillig-Weichen EW3 mit 12° Abzweigwinkel und Code 83-Schienen zum Einsatz kommen. Wegen der engen Eckbögen wäres es nicht möglich gewesen, mit gekürzten und festgelegten Kupplungen zu fahren.

Sämtliche Weichen sollten über Gestänge handbedient sein und ggf. mit Handschlössern versehen sein.

Streckenbeschreibung

Die Fahrt beginnt im Schattenbahnhof Brettleben, der fest eingebaut unter der Dachschräge liegt. Drei Gleise, ein Peco Loklift und Wagenablagen auf Regalböden unter den Gleisen genügen für die Zugbildung. Nebenan steht die Digitalzentrale und der Zugleiter hat einen Arbeitsplatz mit Belegblatt. OB-Fernsprecher wären wohl unnötig, man hört den Gesprächspartner um die Ecke auch so laut genug. Der Zugleiter bedient auch den Schattenbahnhof.

Die einköpfige Zugmannschaft empfängt den Streckenschlüssel und erhält ihren Fahrauftrag. Nach dem ersten Wanddurchbruch wird der Kreuzungsbahnhof Groß Schwechten erreicht. Das Vorbild dazu lag an der Kleinbahnstrecke Stendal - Arendsee und zeichnet sich durch große Einfachheit aus. Er liegt über einer Reihe ca. 80 cm hoher Einbauschränke.

Da es in der Altmark wenig Kurven, und schon gar keinen engen, gab und Tunnels, die man zur Tarnung enger Bögen nutzen könnte, auch fehlen, dachte ich mir zum Überwinden der Zimmerecken etwas Ungewöhnliches aus. Das Gleis verschwindet einfach durch ein Loch in einen schwarz gestrichenen Kasten und taucht 90° abgewinkelt wieder in ein gestaltetes Modul ein. Von dieser "Black Box" verspreche ich mir, daß man sie nicht als Teil der Strecke wahrnimmt. Diese Kästen sollten fest fest eingebaut sein und als Andockpunkte für die Module dienen.

Quer vor den Fenster verläuft die Strecke auf nur 40 cm breiten Modulen mit asymmetrischer Gleislage über die Heizkörper. Die Zuckerfabrik liegt auf dem mittem im Raum stehenden Schreibtisch und ist mit einer Weiche angeschlossen, die zwischen der Brücke über einen Entwässerungsgraben und einer keuzenden Landstraße eingezwängt liegt. Das begründet auch die scharfe Kurve in das entlang der Landstraße liegende Fabrikgelände. In der Zuckerfabrik ist eine Dampfspeicherlok damit beschäftigt, die Rübenwagen zur Schwemme zu bringen, Kohle abzukippen und so weiter. Die Reste einer meterspurigen Rübenbahn sind noch zu erkennen; deren abgeräumte Trasse kreuzt die Kleinbahn vor dem Fenster niveaugleich. Dort sind noch Reste der Kreuzung und eine verlassene Wärterbude zu sehen.

Nach dem zweiten Eckkasten wird die Haltestelle Hanum erreicht. Das Vorbild war einstmals letzter Bahnhof vor der Zonengrenze; die Züge mußten unter Benutzung des Ladegleises umlaufen. Somit kann Hanum vorbildgerecht als Streckenendpunkt im Fahrplan vorgesehen werden. Unter Hanum liegt eine Matratze als Schlafplatz.

Die Quellenlage zu Hanum ist schlecht. Es sind keine Fotos bekannt (Sperrgebiet!). Der Betrieb wurde schon früh eingestellt. Das Empfangsgebäude Hanum ist abgerissen. Nur Gleisplan und Kursbuchtabellen sind überliefert.

Eine ähnliche Situation bestand 1970 bis 1974, als wegen Teilstillegung der Osterburger Kleinbahn die Haltestelle Kleinau West vorübergehend Endbahnhof war. Das EG dort ist gut erhalten, es gibt einige wenige Fotos und sogar einen Bauplan des EG. Die Anlage ist gegenüber Hanum spiegelbildlich; damit wären EG und Ladestraße vor die Gleise gekommen oder man hätte den Bahnsteig auf die Einfahrseite drehen müssen, was mir nicht behagte.

Die Werkbank im Nebenraum hätte Fläche zum Aufstellen eines Gastbahnhofs geboten, zum Beispiel für den Endbahnhof Lehnin, der durch den 2. Wanddurchbruch und eine schwebende Trasse erreicht wird.

Was wurde daraus?

  • Die beiden Wanddurchbrüche gibt es; einer davon stammte von einer Vorgängeranlage.
  • An einem verschalten Deckenbalken längs oberhalb der Zuckerfabrik habe ich eine indirekte Beleuchtung mit 2 mal 5 Halogenlampen eingebaut. Die sind so eingestellt, daß die über die mit weißer Rauhfaser tapezierten schrägen Wände die Landschaft der Module ausleuchten würden.
  • Den Namen Brettleben trägt inzwischen ein TT/H0m-Schattenbahnhof von René Büchtemann.
  • Der Rechner IBM PS/1 für RKCC stand schon da und steht immer noch da.
  • Bahnhof Groß Schwechten wurde inzwischen maßstäblich von Dirk Haberditzl nachgebaut.
  • Der Regelspurteil der Zuckerfabrik von Jan Schirling hat eine ähnliche Anbindung an die Strecke.
  • Der Endbahnhof Lehnin von Bernd Biele wurde inzwischen eingemottet. Es ist angedacht, Lehnin noch einmal mit maßstäblicher Gleisgeometrie nachzubauen.
  • Ich bin inzwischen weit von meinen Eltern weggezogen. Vielleicht baut mein Vater in diesem Zimmer wieder seine alte Plattenanlage auf, für die das Zimmer ursprünglich einmal hergerichtet worden war.
  • Meine Wagen sind bzw. werden fremotauglich mit festgelegten und gekürzten Kupplungen ausgerüstet, inkompatibel zu den Eckmodulen.
  • Mit den aktuellen maßstäblichen Weichen paßt ein Kreuzungsbahnhof kaum noch auf die ca. 3 m langen Seiten der Anlage.
  • Schließlich und endlich wird Kleinau West maßstäblich auf Modulen nachgebaut!

Balsine