Hafenbahnhof

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Es gab einmal eine Diskussion um ein großes Hafengebiet im FREMO. Einige norddeutsche Mitglieder bauen große Kaianlagen. Da auf den Kais praktisch nur Lade- und Verkehrsgleise vorhanden sind, kann dort kaum sinnvoll Zugbildung betrieben werden. Als Bindeglied zur FREMO-Welt ist daher ein Hafen-Übergabebahnhof ausreichender Kapazität notwendig.

Bestehender Zustand

Bisher wurde diese Rolle vom Bahnhof Nonnendammallee ausgefüllt, der damit aber oft in Kapazitätsengpässe geriet. Nach einem Industriebahn-Vorbild in Berlin gebaut, besteht Nonnendammallee aus vier langen Paralellgleisen, die in der Mitte durch Weichenverbindungen unterteilt sind.

   __:_____:_____:_____:_____:_____:___  :  | I-Bahn  
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I-Bahn __\_:_____:_____:__\__:___/ :   | :     
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Modulgrenzen :

Bestandbilder: Linker Kopf Mitte und rechter Kopf

Aufgaben eines Hafenbahnhofs

  • Aufnahme der Züge von der Staatsbahn auch bei gedrängtem Zulauf
  • Zelegen dieser Züge nach Hafenbezirken (Kais)
  • Leerwagendisposition
  • (Aufstauen von Wagen, für die das Schiff noch nicht vorhanden ist)
  • Bilden der Kaizüge, Bedienen der Kais
  • Zerlegen der Kaizüge, Sortieren der Ausgangsrichtungen
  • Bilden der Züge zur Staatsbahn ggf. als Mehrgruppenzüge nach GZV
  • Aufstauen der Ausgangszüge, bis Abfahrtszeit erreich bzw. Strecke frei
  • Beheimaten und Warten der erforderlichen Lokomotiven

Erweiterungsplanung

Damit Nonnendammallee weiter das Tor zum wachsenden Hafengebiet sein kann, ist eine Erweiterung nötig. Dazu folgender Entwurf, bei dem einige der Module umgeordnet sind und vier neu zu bauende Module eingefügt werden.

                   NEU   NEU  NEU                  NEU
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Kai4 : __\_:_____:_____:_15__: \ \_:19__/_:_\____:___3__:____\_:_  \  :  /     
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                 : ____:_11__:_/ [Nr]                              |
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Gleise 1-3: Ein- und Ausfahrgleise, NL knapp 400 cm
Gleise 4, 18 und 20: Verkehrsgleise
Gleise 10-12: Richtungsgleise Staatsbahn, NL 280 cm
Gleise 13-14: leere Wagen, NL 280 cm
Gleise 15-17: Richtungsgleise zu den Kais, NL über 400 cm
Gleis 18: Verkehrsgleis
Gleis 19: Aufstellgleis für Packwagen
Gleis 21: Lokwartegleis

Bei der Gleisplanentwicklung wurden besonders folgende Punkte beachtet:

  • Verkehrsgleis entlang des gesamten Bahnhofs sichert flüssigen Rangierbetrieb mit Kaizügen und leerfahrenden Lok
  • Zerlegung direkt aus den Einfahrgleisen 1-3 ohne Ausziehen auf ein besonderes Ausziehgleis ist zeitsparend
  • Unterteilung des Bahnhofes in 3 parallele Betriebsbezirke - Verkehrsgleis, Zugzerlegung und Zugbildung - erlaubt weitgehend gleichzeitiges Arbeiten
  • durch Weichenentwicklung auf einen zentralen Punkt hin sind alle Gleise in der Benutzung freizügig tauschbar, dadurch große betriebliche Flexibilität
  • beidseitige Anbindung der Kaisammelgleise 15-17 erlaubt es, Kaizüge ohne Unterbrechung des Zerlegungsbetriebs zu bilden
  • Ausnutzung der in Nonnendammallee (alt) vorhandenen Weichenverbindungen für schnelle kurze Umfahrungen, gleichzeitige Rangierwege etc.
  • Verlängerungsmöglichkeit der Gleise 10-18


Betriebsablauf

Auflösen der Staatsbahnzüge

Züge von der Staatsbahn fahren vorzugsweise nach Gleis 2 oder 3 ein, notfalls auch Gleis 1. Die Zuglok nimmt den Packwagen mit. Dieser wird auf Gleis 19 abgestellt und die Zuglok verläßt über das Verkehrsgleis 4 als Lz den Bahnhof. (Wenn sofort ein Ausgangszug zu übernehmen ist, wird der Packwagen unter Benutzung der Gleise 20 oder 21 auf kurzem Wege umlaufen.)

Eine Rangiermaschine setzt sich von hinten an den eingefahrenen Zug und löst ihn in die Kaisammelgleise 15-17 auf. Leerwagen, die nicht sofort an den Kais benötigt werden, laufen nach 14.

Bilden der Kaizüge, Leerwagenverteilung

Die in 13 und 14 stehenden Leerwagen werden nach Verfügung der Kaibetriebe bezettelt und vor Bildung der Kaizüge auf diese umrangiert. Eine eventuelle Nachordnung der Kaizüge kann in den westlichen und östlichen Gleisspitzen vorgenommen werden, um die Zustellung auf dem Kai zu erleichtern. Von den Kaisammelgleisen werden die Kaizüge über die Verkehrsgleise zu den einzelnen Kais überführt und auf die Ladestellen verteilt.

Zerlegen der Kaizüge

Die von den Kais abgeholten Wagen werden nach Gleis 1-3 gezogen. Die Handweichen in den Gleisen 2-4 erlauben es, kurze Rangierabteilungen in die Gleise zu schieben, auch wenn aus den Gleisen 1 und 2 noch zerlegt wird. Die Verteilung erfolgt in die Gleise 10-17. Die verschiedenen Abfuhrrichtungen der Staatsbahn - etwa zwei farbige Schattenbahnhöfe und Binnenverkehr - werden in den Gleisen 10-12 gesammelt, Leerwagen in 14-15 und Umsteller, das sind Wagen, die von Kai zu Kai gehen, in 15-17.

Bilden der Staatsbahnzüge

Die Staatsbahnlokomotive holt sich einen Packwagen aus Gleis 19 und setzt vor die Wagen in einem der Richtungsgleise 10-12. Der Zug wird vorzugsweise nach Gleis 1, notfalls auch Gleis 2 oder 3, vorgezogen, um die Wagenkarten zu kontrollieren und die Ausfahrt abzuwarten. Eine Nachordnung des Zuges kann eventuell in den Spitzen der Gleise 10-13 vorgenommen werden.

Einbindung in den Fahrplan

Dem Fahrplanbearbeiter der Staatsbahn kann über die drei Gleise 1-3 disponieren. Er muß dabei bedenken, daß die Gleise 1-3 auch zum Zerlegen von Kaizügen, Ausrangieren der Leerwagengleise etc. belegt sind, daher sind dafür große Zeitfenster freizuhalten.

Leistungszahlen

Das Ausrangieren einer Wagengruppe im Umsetzverfahren dauert nach Gerlach ca. 90 Sekunden. In einer Stunde können so 40 Gruppen ausrangiert werden. Bei einer mittleren Gruppenstärke von 1,5 Wagen entspricht das 60 Wagen pro Stunde oder zwei Zügen von je 30 Wagen Stärke.

In einem Fahrplan von 2,5 Stunden Dauer wäre man in der Lage, einen Eingang von 60 Wagen nach Kais zu rangieren, die Wagen zuzustellen, und die dafür im Austausch abgeholten 60 Wagen nach Staatsbahnrichtungen zu sortieren. Die Leistung läßt sich steigern, indem die Zerlegung von Eingangzügen und die Zerlegung von Kaizügen gleichzeitig betrieben wird. Eine Vorsortierung der von den Kais angebrachten Wagen nach Staatsbahnrichtungen und Leerwagen beschleunigt das weiter. Im besten Fall kann man einen Gutteil der Fahrplanzeit für das Zerlegen der Eingangzüge aus den Gleisen 2 und 3 nach 14 freimachen, wenn man alle anderen Fahrten möglichst vom zentralen Punkt des Bahnhofs fernhält. Die Höchstleistung in 2,5 Stunden dürfte dann bei 120 Wagen, also 4 Zügen á 30 Wagen, liegen.

Schlagartige Zu- und Abfuhr

Er kann z. B. zu Fahrplanbeginn drei Züge zum Hafen schicken. Dann muß er dem Hafenbahnhof genügend Zeit lassen, diese Züge aufzulösen, bis er weitere Züge schickt bzw. die Abfuhr von Zügen einplant. Bei ausreichender Vorlaufzeit kann der Hafen in den Gleisen 1-3 drei Züge zur bündelweisen Abfuhr bereitstellen, die z. B. zu Fahrplanende abgefahren werden. Die Bedienung der Kais erfolgt dann zur Mitte des Fahrplans. Bei entsprechender Planung können zunächst alle Gleise 10-17 zur Auflösung der Züge verwendet werden, bei der Kaibedienung werden diese dann bis auf die Leerwagengleise geräumt, so daß man zum Auflösen der Kaizüge wieder über alle Gleise 10-17 verfügen kann. Anders könnte man die Wagenmenge eines solchen Zugbündels nicht verarbeiten, die Staatsbahn-Richtungsgleise 10-12 allein haben zu wenig Kapazität.

Stetige Zu- und Abfuhr

Wenn die Züge am Hafen in großen Zeitabständen eintreffen, erlaubt die Gleisanlage das gleichzeitige Zerlegen und Bilden von Zügen. So können einige Zugpaare über den Tag verteilt verarbeitet werden. Für den Lokumlauf der Staatsbahn ist es sinnvoll, für jeden angebrachten Zug einen Zug abholen zu lassen.

Ganzzüge

Ganzzüge von bzw. zu den Kais können im Hafenbahnhof auf den Gleisen 1-2 umgespannt werden oder fahren mit der Staatsbahnlok über Verkehrsgleise 4 und 18 zu den entsprechenden Massengutkais durch. Die Beanspruchung des Bahnhofs durch Ganzzüge ist nicht hoch, der Fahrplanbearbeiter muß aber die Gleisbelegung durchaus berücksichtigen.

Gleisplan

Der durchgearbeitete Gleisplanentwurf sieht den Neubau von 4 Modulen und die Umordnung der bestehenden Module vor. Auf einem der bestehenden Module ist es sehr sinnvoll, eine neue Weichenverbindung anzulegen. Wie schon auf den bestehenden Teilen, sollen Tillig 12° Weichen verwendet werden. Im Detail weicht der durchgearbeitete Plan von der obenstehenden Skizze ab, so ergeben sich etwas größere Nutzlängen der Gleise 1-3.

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