Gammelbach

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Gammelbach ist ein kleiner Ort im badischen Grenzgebiet. In Gammelbach gibt es ein wenig Industrie und bis vor kurzem gab es einen reichlich überdimensionierten Bahnhof. Dieser war ein Kreuzungsbahnhof zweier Strecken.

Entwicklung des Bahnhofs

Die erste Stufe (19. Jhd.)

Die Großherzoglich Badische Staatseisenbahn führt eine neue Strecke über Gammelbach. Der Ort ist wirtschaftlich nahezu unbedeutend und erhält nur einen kleinen Haltepunkt.

Die zweite Stufe (spätes 19. Jhd.)

Weil die alte Strecke vor oder hinter Gammelbach durchs "Ausland" (Hessen oder Württemberg?) führt, wird eine stategische Umgehungsbahn gebaut, ausserdem wird eine Steigung umfahren. Die neue Strecke kreuzt die alte in Gammelbach. Gammelbach erhält einen relativ großen Kreuzungsbahnhof.

Der Beginn des Niedergangs (50er Jahre)

Die lange Umgehungsstrecke für die Steigung wird, weil sie vollkommen ohne wirtschaftliche Bedeutung ist, stillgelegt und abgebaut. Lediglich der Anschluss zu einem Industriebetrieb bleibt bestehen.

Die Talsole (80er Jahre)

Auch die zweite Umgehungsstrecke wird stillgelegt. Auch die Stilllegung der alten Strecke wird diskutiert. Das ehem BW wird verkauft, die Eisenbahnfreunde Gammelbach übernehmen den Lokschuppen und sanieren ihn.

Der zweite Frühling (ab ca. 2000)

Nach der Bahnreform entdeckten einige private EVUs die alte Strecke als Ausweichroute. Die Strecke ist dadurch permanent an der Kapazitätsgrenze. Als auch noch eine S-Bahn auf der Strecke eingerichtet werden soll, bleibt keine andere Wahl: die Strecke muss auf zweigleisig ausgebaut werden. Die in den 80ern stillgelegte Strecke wird von einem privaten EIU erworben und nach langen und sehr zähen Verhandlungen um die Finanzierung wieder reaktiviert.

Das alte mechanische Stellwerk mit Formsignalen wird während des Umbaus durch ein ESTW mit Ks-Signalen ersetzt, dafür müssen einige Gleise dran glauben. Die Bahnsteige der Gleise 1, 2 und 3 werden auf S-Bahn-Höhe gebracht, wenn auch nur mit einem Holzaufbau. Mit dem mechanischen Stellwerk verschwindet auch das letzte Personal vom Bahnhof: Das neue Stellwerk ist ferngestellt und Fahrkarten gibt es nur noch am neuen Automat.

Nach dem Umbau ist der Bahnhof völlig verändert: Es bleiben nur noch 4 Hauptgleise, ein hartnäckiger Anschließer (Gefahrgut!) und ein Nebengleis vor dem Lagerraum der DB Netz (Teile des ehem. Güterschuppen) welches gleichzeitig die Zufahrt zum Vereinsheim der Eisenbahnfreunde Gammelbach (ehem. Lokschuppen) ist.

Vorbildinspirationen

Gleisplan

gammelbach2ii1.gif

Das ESTW-Gebäude steht auf der Trasse der ehemals nach links unten führenden Strecke. Sollte sie wieder aufgebaut werden, muß die Einbindung vor dem BÜ erfolgen, so daß ein eingleisiger Flaschenhals entsteht. Das entspricht genau der Anordnung eines modularen Abzweigs.

Mit allem Drum und Dran wäre Gammelbach ein würdiger Nachfolger von Leomünster...


Gezeichnt von Balsine