Ep.4b-Güterwagen in N

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Nachdem ich nun schon eine Abhandlung über Ep.2-Güterwagen in N geschrieben habe, folgt hier nun die Version für die Epoche 4b, also die 1970er. Für die genaue Beurteilung der (zumindest meisten) Modelle sei wiederum auf die Marktübersicht N-Güterwagen verwiesen.

Vorbemerkungen

Die 1970er zeichnen sich vor allem durch relativ wenige, aber dafür umso zahlreichere Bauarten aus – die Vorkriegs-Bauarten sind schon weg und der nächste Generationswechsel zu allgegenwärtigen Drehgestellwagen lässt noch auf sich warten. Fast alle Bauarten gibt es in ähnlicher bis identischer Form auch bei zahlreichen anderen Bahnen ganz Europas.

Offene Standardbauarten

Bei den offenen Wagen muss man eigentlich von "der Standardbauart" reden – denn sämtliche der insgesamt rund 60.000 Wagen entsprechen zumindest in den Abmessungen dem UIC-Typ 2.

Der eigentliche UIC-Typ 2 läuft unter der Bauart E(s) 040 (Omm 55) für Neubauwagen oder E 039 (Omm 53) für solche aus Altteilen. Der E 035 (Omm 46) ist um im Modell kaum sichtbare 6cm kürzer. Für den Es 040 besitzt das Modell von Roco als einziges die neben den Türen angebrachten Verstrebungen. Dieses kann auch für E 040 und E 039 verwendet werden; spätestens beim E 035 muss man jedoch auf eines der zahlreichen Modelle ohne diese Verstrebung zurückgreifen, die es von Rivarossi, Piko, Fleischmann und Minitrix gibt oder gab – trotz dieser Vielzahl leider alle mit dem einen oder anderen Makel und leider ist die Verfügbarkeit weitgehend umgekehrt zur Güte. Diese drei Typen machen etwa die Hälfte der offenen Standardwagen aus.

Einige Wagen besitzen durch den Umbau aus anderen Bauarten einen Achsstand von 6 m statt der sonst üblichen 5,4m. All diese Wagen sind vergleichsweise selten, lockern jedoch das Erscheinungsbild der Züge auf. Optisch abweichen tun die Bauarten E 032/33 (Omm 42/43) mit ihrem außenliegenden Rahmen und E 036 (Omm 49, Umbau aus Omm 39) mit dreieckigem Sprengwerk. Beide gibt es leider nicht als Modell, ließen sich jedoch relativ leicht umbauen. Geben tut es dagegen den E 035 (Omm 44), welcher sich vom Standardtyp nicht über den Achsstand hinaus unterscheidet – das Modell mit feinem Sprengwerk stammt von Arnold.

Die einzige Bauart, die auch einen anderen Kasten besitzt, ist der Es 037 (Omm 52), den es von Roco gibt. Diese Wagen sind noch vor der UIC-Standardisierung entstanden und etwas leichter, was der Lastgrenze zu Gute kommt.

Ab 1978 gibt es dann wieder etwas neues: Mit dem Eaos 106 übernehmen nun die Vierachser das Kommando unter den offenen Standardwagen – 7000 dieser Bauart (und später Unmengen in weiteren) sollen es später werden. Als Modell sei hier ohne jeden Zweifel auf Fleischmann verwiesen, wo es die Wagen derzeit für nicht einmal 15€ neu gibt. Da kommt auch Gebrauchtware kaum mit.

Restbestände von Vorkriegswagen kann man bei den offenen übrigens komplett vergessen, denn die wurden alle für Umbauten in UIC-Wagen herangezogen – schon 1973 war der allerletzte Omm 37 weg. Einzig einige wenige E 021 (Om 31) mit Blechwänden (Modell von Arnold) haben noch bis 1977 überlebt.

Selbstentladewagen

Zu einer regelrechten Großfamilie sind inzwischen die diversen Form von Selbstentladewagen geworden.

Die Bauarten Ed(s) 086, Ed 087 und Ed 089 (Otmm 57, 61 und 64) mit gut 10.000 Exemplaren unterscheiden sich nicht nennenswert und gibt es von Fleischmann (den hässlichen Entladehebel kann man ausbauen).

Mit 16200 Wagen noch etwas häufiger ist der Ed(s) 090 (Otmm 70), den es "gut abgehangen" von Arnold gibt und der von Minitrix in "diesen Tagen" als komplette Neukonstruktion ausgeliefert werden soll.

Als Sonderlinge sei der nicht im Modell exisistierende Ed 084 (Otmm 52) genannt. Der von Roco einst umgesetzte Fd 085 (Otmm 54), dessen Entladung dank Handrädern genau dosiert werden kann, wird 1976 ausgemustert. Und für Kleinmengen gibt es (auch von Roco) den F(s)-z 120 mit 5 kleinen Lademulden.

Daneben gibt es natürlich die großen Erz-Brocken, die es in drei Längen und bei der mittleren Version auch je eine Version für 100 km/h – nach wie vor als reine Ganzzugwagen.

Der Fad 167 (OOtz 50) ist der älteste und kleinste, aber auch mit über 4000 Wagen häufigste Typ. Ein etwas grobes Modell hiervon gibt es von Fleischmann.

Die Bauarten Fad(s) 168 bis 178 unterscheiden sich alle nur minimal, kommen aber selbst in Summe nur leicht über die Stückzahlen ihres Vorgängers. Modelle hiervon bei Minitrix und Arnold.

1976 gibt es dann den ersten Prototypen des wiederum längeren Fads 180, der 1980 als Falns in Serie gehen wird – ein sehr schönes Modell der Serienausführung gibt es von Fleischmann derzeit für günstige 30€ pro 2 Wagen.

Wo das alles immer noch nicht reicht, gibt es die sechsachsigen Faals 150 (Modell Roco), von denen jeder einzelne fast 90t tragen kann. Der begrenzende Faktor sind hier zudem nicht mehr die Wagen, sondern die Strecken.

Ebenso in Ganzzügen im Einsatz sind die Kübelwagen Fb-zz 132 (Okmm 58) mit Modell von nme.

Die Reichsbahn (Ost) hat als Eads-y bezeichnet eine Serie von 1450 sehr langen Drehgestellwagen beschafft – hiervon gibt es ein sehr schönes Modell von Arnold.

Gedeckte Standardbauarten

Die Gedeckten Wagen gibt es in drei Längen, innerhalb derer es nur kleine Unterschiede gibt.

Zahlenmäßig klar dominant war die kurze Form, von der in zahlreichen Bauarten (Gs 203 bis 216) sicherlich über 40.000 Wagen gebaut wurde. Optische Veränderungen gab es hier weniger durch neue Bauarten als durch gelegentliche Modernisierung – so besitzen einige Wagen Bretter- und einige Plattenwände. Die letzten Wagen haben zudem ein selbsttragendes Stahldach. Für eben diese Form sei auf Arnold verwiesen; alle anderen Modelle sind bevorzugt von Roco, alternativ von Fleischmann (etwas Übergröße, dafür bewegliche Türen) zu empfehlen. Dies gilt auch für den ca. 14.000 Mal gebauten Gls 205 bzw. 208 (Gms 54), welcher nur zwei statt der üblichen vier Lüftungsklappen pro Seite hat.

Kaum beachtet und daher nur als 3D-Druck zu haben ist die mittlere Länge Gbs 245 (Glmhs 50), von denen es 13.000 Stück gab. Mit minimalen (aber in dem Druck beachteten) Abweichungen kamen noch 1315 Gbs 253 (Glmmhs 57) hinterher. Ebenfalls aus dem 3D-Drucker kommt der Fährbootwagen Hfrs 312.

Die lange Version Gbs 252/254 (Glmms 61) mit 12.000 Exemplaren ist ein Standard, der keiner sein wollte – die UIC hat bei diesem Wagen zwar die Maße festgelegt, doch hat jede Bahn "ihre" Lösungen, um das große Ding stabiler zu kriegen. Entsprechend gab es bei der DB dann auch schonmal drei: Gbs 252 ohne Sprengwerk, Gbs 254 mit Sprengwerk (beides als Modelle von Arnold, Roco oder Fleischmann) und den Gbs 256 mit Blechwänden (ohne Modell).

Bei den Gedeckten Bauarten erging es den Vorkriegs-Typen etwas besser als bei den offenen: Die inzwischen steinalten Gklm 191 (G 10, von Brawa angekündigt, deutlich gröber von Fleischmann) und Gklm 193 (Gr 20, Trix oder Arnold) haben sich – vermutlich in winzigen Zahlen – bis zum Ende der Dampfzeit 1976/77 gehalten. Die Bauartnummern lassen ahnen, dass man das allenfalls als Notlösung sah. Etwas besser erging es den geschweißten Bauarten: Glm 200 (Gmhs 30, Hobbytrain), Glm(s) 201 (Gmhs 35, Brawa) und selbst der Glm 202 (Gm 39, Arnold) blieben bis Ende der 1970er im Einsatz.

Verschlagwagen gab es übrigens bereits zum Zeitpunkt der Umzeichnung nur noch einige einzige Bauart: Den jetzt Hbe(r)s 358 genannten Vlmm(h)s 63, deren Bestand sich in den 1970ern von 460 auf 40 Wagen reduzierte – Rindviecher (und auch andere Tiere) fahren seitdem LKW.

Schiebewandwagen

Erstmals 1967 beschafft die DB großräumige (Maße ähnlich der großen Gbs) Wagen mit Schiebewänden – die 4 Versuchswagen werden als Hbis 298 eingeordnet, haben aber kein Modell.

In die Serie geht es praktisch zeitgleich mit dem Hbis 299 und später 297, von denen etwa 10.000 Wagen entstehen und ein Modell bei Fleischmann.

Aus dem Versuchswagen leitet sich eine minimal größere Länge ab, die dann als Hbis 294/295 in eine Serie von etwa 2000 Wagen; leider wiederum ohne Modell.

Kühlwagen

Die Ära der Kühlwagen ist in den 1970ern bereits weitgehend wieder vorbei – LKW sind hier einfach schneller, zumal Lebensmitteltransporte ja nicht von dem Sonntagsfahrverbot betroffen sind.

Die bei praktisch jedem Hersteller anzutreffenden und bei Arnold und Fleischmann sogar brauchbaren UIC-Kühlwagen heißen nunmehr Ichqrs 377. Optisch sehr ähnlich sind die aus Altwagen umgebauten Ibs 294.

Eine neuere Form stellen die etwas längeren Ibbhs 396-411 mit Unmengen an Umbauten und Unterformen dar – ein Modell ist indes auch hier Mangelware.

Rungen- und Flachwagen

Bei den Rungenwagen kann trotz umfangreicher Neubeschaffung nicht auf die Vorkriegsbauarten verzichtet werden – die Bedeutung dieser Wagengattung ist zwischenzeitlich um ein vielfaches gestiegen.

Dies sind vor allem die Typen Klm 506 (Rmms 33, ohne Modell) und Klms 440 (Rmrs 31, Modell für die jetzt üblichen Stahlrungen vor allem bei Fleischmann). Die in den 1950ern entstandenen Niederbordwagen Kklm 505 (Xlm 57) mit einem Modell von Roco gehören nun ebenfalls zu dieser Gattung.

Die Neubeschaffung summiert sich unter den Bauarten Kbs 442 und 443 mit insgesamt etwa 25.000 Exemplare. Modelle gibt es hiervon zahlreich von Roco, Arnold (dort in diversen "Verbesserungsstufen") und Hobbytrain. Außerdem gibt es auch hier einen Fährbootwagen aus dem 3D-Druck: Lfs-t 569 heißt er.

Die klassischen Flachwagen behalten hier die schon bekannte Lücke: R 672 (SSlma 44) und Rs 680/681 (SSlmas 53/54) glänzen mit Abwesenheit. Dagegen gibt es die nur leicht variierenden R(e)s 682-686 von Trix und Fleischmann.

Inzwischen gibt es das ganze auch wieder etwas kürzer. Dies sind einerseits die aus USATC-Wagen SSkm 49 umgebauten Rmms 661 (gut abgehangenes Modell bei Arnold) und zum anderen die von Hobbytrain umgesetzten R(e)mms 663-665.

Auch die schweren Militär-Tragwagen leben weiter: sechsachsig als Sammp 705 von Trix und vierachsig als Rlmmp 700 (SSy 45) von Roco. Letztere ergänzt durch die neuen Rlmmps 750 (gleichfalls Roco). Und nochmal Roco (oder inzwischen Fleischmann) für die neuen und etwas universeller einsetzbaren sechsacher Sas 710. Sechsacher mit Bordwänden gibt es bei der Reichsbahn (Ost) als Samm(s) mit einem Modell von Brawa.

Der S(n)ps 719 beseitigt dann auch noch jeden Zweifel, dass die Zeiten der Holzrungen vorbei sind – dieses von Minitrix umgesetzte Fahrzeug besitzt riesige massive Stahlrungen.

Behälter und Container

Eine Revolution gibt es in der Epoche 4 ganz eindeutig, und zwar die der Container. Setzt man anfangs noch auf bahnspezifische "Behälter", so werden daraus recht bald die heute weltweit allgegenwärtigen ISO-Container.

Die zweiachsigen Modelle für diesen Zweck seien schnell heruntergebetet: Lgjs 571 (angekündigt bei Liliput), Lbgjs 598 (Fleischmann), L(b)gjs 599 (Trix). Es fehlen Lgjs 573 (wie 571, aber 9m Achsstand) und vor allem die Behältertragwagen Lbs 589/591. Die kurzen dreiständigen Behältertragwagen (von Roco als sehr schönes Modell; dazu diverse Gurken) wurden paarweise als Laabs 588 geführt.

Das ganze gab es natürlich auch vierachsig als Sgjs 716. Ein Modell hiervon haben oder hatten Arnold und Minitrix im Angebot. Um gleich ganze Aufliefer zu transportieren, gibt es zudem sogenannte Taschenwagen Sdmks(s) 707 von Trix oder Roco.

Schiebe- und andere Dächer

Nein, hier soll sich das Ladegut nicht sonnen, sondern der Wagen von oben beladen werden ;)

Die ersten dieser Wagen heißen Ts 851 (Kmmks 51) und sehen aus wie ein Omm 55 mit Deckel – im für sein Alter erstaunlich guten Modell bei Arnold zu finden. Es folgte der Tis 858 (Kmmgks 58), den es von Minitrix gibt und welcher nun auch noch Schiebewände hat. Als Tcefs 845 gibt es einen Fährbootwagen mit einem Schiebedach – mal wieder im 3D-Druck zu haben.

Etwas größer wurde das ganze mit den Tbis 869-875, bei welchen die Unterschiede mal wieder unabhängig von den Bezeichnungen ändern. Die älteste Form gibt es von Fleischmann (früher Roco) mit einem Radiergummi drunter als Schienenreinigungswagen.

In Vierachsig gibt es stattdessen Rolldächer, die sich wie eine Sardienendose aufwickeln lassen. Den Taes 892 gibt es von Minitrix, den sehr ähnlichen 889 dagegen nirgendwo.

Eine andere Lösung ist ein riesiges Klappdach – da dieses extrem schwer ist und in der Mitte unweigerlich undicht, blieben diese Wagen jedoch als Vierachser eine relativ kurze Zeiterscheinung in Form der Bauarten Taes 888 (Fleischmann, kurz) und Taes 890/891 (Minitrix, lang).

Zweiachsig waren Klappdächer da schon eher zu gebrauchen, so dass die Td(s) 925-928, 931 und 933 (Fleischmann, kurz) und der etwas längere Tdgs 930 (von Trix angekündigt) Massenware waren.

Für Getreide gab es einmal mehr einen Spezialwagen, der sich diesmal für allem durch seine gigantische Länge auszeichnet. Den Tadgs 959 gibt es von Fleischmann (ehemals Roco).

Sonderbauarten

Neben den schon genannten gibt es ein Heer an Spezialisten, die man eigentlich nur schnell herunterbeten kann.

Shimms 708 (Roco, Fleischmann oder Modellbahn-Union) dienen dem Transport von Stahlrollen (Coils). In Sechsachsig und offen gibt es das ganze auch noch als Sahs 711 bei Liliput.

Als Ucs 908 (Kds 54) und etwas höher Ucs 909 (Kds 56) gibt es Wagen für allerlei pulvriges; allem voran Zement. Ergänzt werden diese etwa 2300 Wagen durch 24 vierachsige Uacs 946. Alle drei (der letztere gut abgehangen, die beiden anderen umso feiner) gibt es von Minitrix.

Kesselwagen

Auf Kesselwagen will ich an dieser Stelle nur kurz eingehen, denn während man vor dem Krieg noch irgendwie von "Bauarten" reden konnte, war nun alles vorbei: Zweiachsige Kesselwagen gibt es praktisch nur noch als Einzelanfertigung, so dass zu jedem Typ nur genau eine Beschriftung passt. Modelle gibt es eine ganze Reihe (Trix, Fleischmann, Arnold und zweimal Roco seien genannt), doch nach Stückzahlen dürften hier immer noch die als Modelle leider fehlenden Einheitsleichtbaukesselwagen (ELK) der Kriegszeit dominieren.

Vierachsig gibt es diese zumindest (Deutz bei Liliput; Uerdingen bei Minitrix), doch die Neubauten sind ähnlich uneinheitlich. Modelle hat hier jeder Hersteller – oft auch mehrere – wobei die Länge 14,5m (in N also 9cm) nicht übersteigen sollte, denn solche Wagen kamen erst danach. Vierwiesen sei hier vor allem auf die Modelle von Fleischmann und Roco, sowie von Minitrix den SEAG und die neu angekündigten Säure- und Druckgaswagen. Letzteres ebenso von Arnold (die waren auch damals schon 16m).

Keine Regel ohne Ausnahme: Die Reichsbahn (Ost) hat 1975 eine Serie von 1250 Wagen beschafft, die mit über 16 m bis heute zu den größten Kesselwagen überhaupt zählen. Von diesen gibt es von Brawa ein herausragendes Modell.

Fazit

Im Vergleich zu anderen Epochen ist das ist das Angebot hier doch deutlich durchwachsener – einigen wenigen herausragenden Neukonstruktionen wie dem Eads von Arnold, dem DR-Kesselwagen von Brawa oder den Ucs, Fcs, Tds und Rmrs von Minitrix stehen doch eine ganze Reihe eigentlich völlig veralteten Modelle und sogar einigen großen Lücken gegenüber.