Ep.2-Güterwagen in N

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An dieser Stelle möchte ich einmal einige Empfehlungen über einen Güterwagenbestand in Spur N für die Epoche 2 abgeben. Grundsätzlich werde ich mich dabei auf den Zustand unmittelbar vor Kriegsbeginn beziehen, jedoch auch einige Anmerkungen zu den während des Krieges gebauten Wagen machen. Als Bezeichnungen verwende ich die von der DB in den 1950ern vergebenen, da diese anders als die Gattungsbezirke eindeutig sind. Für eine Beurteilung der jeweiligen Modelle verweise ich auf die tabellarische Übersicht der N-Güterwagen.

Vorbemerkungen

Grundsätzlich bestehen die Güterwagenbestände in der Epoche 2 aus vier Gruppen von Wagen:

  • Den eigenen Entwicklungen der Länderbahnen, wobei es in N leider fast nur preußische und einige wenige bayrische Bauarten gibt.
  • Den von den Länderbahnen einheitlich beschafften Verbandsbauarten, die in aller Regel auch zahlenmäßig sehr deutlich dominieren und in N gut abgedeckt sind.
  • Den in der Reichsbahn beschafften Wagen der Austauschbauart.
  • Und den erst ab den 1930ern entstandenen und sich in ihrem Erscheinungsbild teilweise deutlich von älteren Wagen unterscheidenden geschweißten Bauarten.

Darüber hinaus gab es natürlich auch in der Epoche 2 bereits einen internationalen Güterverkehr, allerdings in deutlich geringerem Umfang als heute. Auf einige hierfür interessante Modelle werde ich ebenfalls eingehen.

Gedeckte Standardbauarten

Die "Kiste auf Rädern" ist der Standard-Güterwagen schlechthin. Für fast alle Güter tut es zur Not ein G (auch wenn manchmal ein anderer Typ vielleicht praktischer ist); entsprechend groß sind die gebauten Stückzahlen.

Länderbahnen

Aus Länderbahnzeiten gibt es hier leider nur wenige Modelle. Der bayrische G 02 (Minitrix) entspricht dabei der typischen Form der allermeisten dieser Wagen, allerdings natürlich mit den bayrischen Eigenarten wie den auf dem Dach sitzenden Signalhaltern. Von Fleischmann gibt es außerdem den preußischen Gvw 01, bei dem es sich um einen auch als Stallungswagen (daher das "v") verwendbaren Ableger des Gw 01 (der leider fehlt) handelt. Dieser Wagen ist in N etwa ein ganzes Stück kürzer – und nebenbei in seiner Filigranität wunderschön anzusehen. Als preußischen Gw 05 gibt es dazu ebenfalls von Fleischmann einen dreiachsigen Wagen für den Einsatz in Reisezugwagen. Selbiger hat bei Minitrix auch einen bayrischen Halbbruder Gl 07 "Dresden".

Die Liste fehlender Länderbahnwagen ist wenig überraschend lang – schließlich ist die Eisenbahn in Deutschland beim Bau der hier genannten Wagen schon über 50 Jahre alt. Beispielweise gab es extrem kurze Wagen (mit einem Fahrgestell wie ein O 11), extra große Wagen für sperrige aber leichte Güter (Gl 06) oder den schon genannten Gw 01. Nicht zu vergessen die Wagen der diversen anderen Länderbahnen.

Verbandsbauarten

In der Verbandsbauart gilt der gedeckte Grundtyp als die "Mutter aller Güterwagen" – um den G 10 "Kassel" mit etwa 120.000 gebauten Exemplaren kommt man kaum herum, so dass es auch viele, aber nicht unbedingt tolle Modelle gibt. In seinem Erscheinungsbild ähnelt er einem G 02 "Hannover", ist aber technisch etwas moderner. Nur der Vollständigkeit erwähnt seien Modelle von Roco (mit einer meines Wissens erst nach dem Krieg entstandenen Verstärkung der Wände) und Arnold (mit einem aus heutiger Sicht indiskutabel groben Fahrwerk). Interessanter wird es bei Fleischmann (auch wenn der Rahmen und Türen zu massiv und Griffstangen Mangelware sind) und vor allem die ganz frische (Messe 2015) Neuankündigung von Brawa, allerdings noch ohne die Epoche-2-Form ohne zusätzliche Verstärkung.

Die Wagen für sperrige Güter bleiben relativ selten, sind absolut aber weitaus häufiger. Der Gl 11 "Dresden" ist für lange Zeit der größte Brocken auf den Gütergleisen.

Austauschbauarten

Mit den Austauschbauarten übernimmt nun auch die kurze Version ein höheres Dach und es gibt – übrigens quer über alle Bauarten – Verstärkungen, um die Wagen stabiler zu kriegen. Der Wagen wird jetzt Gr 20 "Kassel" genannt. Zur Wahl hat man hier an Modellen einen Arnold mit fürchterlichem Fahrwerk und einen Trix mit 2mm zu viel Länge (wahrscheinlich wurde da der eng verwandte Milchwagen Gh 20 vermessen). Eben dieser mit seinen 2 Türen pro Seite fehlt leider.

Bei den langen (ohne Modell) ändert sich an der Grundform des Gl 22 "Dresden" wenig, allerdings gibt es eine ganze Reihe Detailänderungen und mit dem Glt 23 jetzt eine für Autotransporte verwendete Variante mit einer Stirntür.

Geschweißte

Bei den geschweißten Bauarten bekommt die kurze Form Ghs 30 "Oppeln" (Hobbytrain, leider mit etwas groben Anbauteilen) einen längeren Achsstand von 6m (bei Wagen mit Bremserhaus auch noch asymmetrisch). Zudem gibt es jetzt eine mittlere Länge, den Ghs 31 "Oppeln" (ohne Modell).

Die beiden langen gibt es weiterhin, es kommen jedoch noch zwei vierachsige Wagen dazu: Der GGhs 41 als einfacher Gepäckwagen und der GGvwehs 44 für den Transport von Reitpferden; von Fleischmann auch im Modell geliefert.

Kriegsbauarten

Während des Krieges ist vor allem die neu entstandene kurze Form interessant – der Gmhs 35 "Bremen" erhöht erstmals die Tragfähigkeit auf 20t und die zulässige Geschwindigkeit auf 90 km/h. Von diesem gibt es ein wunderschönes Modell von Brawa.

Die längere Form trägt jetzt die Bezeichnung Glmhs 36 "Leipzig", bleibt aber ein Exot – was Minitrix nicht von einem Modell abhielt. Gleiches gilt für den vierachsigen GGhs 42 "Bromberg".

Europäer

Im Rest Europas wurden in vielen Ländern zunächst ebenfalls mehr oder minder dem G 10 entsprechende Wagen beschafft.

Auch der Gr 20 hat einige internationale Geschwister, die sich jetzt allerdings etwas deutlicher unterscheiden. Hiervon hat Roco einen Wagen aus dem Osten: In Polen wurden als Kd Wagen gebaut, die fast identisch zu den deutschen Gr 20 waren, lediglich die Lüftungsklappen sind anders angeordnet. Die DB nannte diese Wagen später übrigens G 90.

Eine der interessantesten und wohl auch bekanntesten Entwicklungen der späteren Zeit sind die Tipo F aus Italien mit ihrem Spitzdach. Diese Wagen wurden ab 1932 zunächst noch mit einem Achsstand von 4,5 m gebaut. Ab 1937 sitzen die Achsen dann 6,1 m auseinander. Diese gibt es – zuzüglich einer Kleinserie einer langen Version, genannt Tipo FF – von MW Modell.

Offene Standardbauarten

Offene Wagen werden vor allem für Güter verwendet, die unempfindlich gegen Nässe sind und die geschüttet werden – hier gibt es von Anfang an drei verschiedene Formen.

Länderbahnen

Der wohl banalste offene Wagen ist der O 01, von dem es bei Trix eine bayrische Ausführung gibt. 4 wacklige Wände mit einer Tür drin, fertig.

Für Kohle (immerhin DER Treibstoff damals) gibt es dagegen spezialisierte Wagen, die Stahlwände haben und deutlich kürzer sind (in N niedliche 3,5cm). Diese O 02 gibt's bei Fleischmann.

Gerne als "Kokswagen" bezeichnet wird eine damals noch relativ seltene Version für größere Tragfähigkeit von 20t Om 04, der später wesentlich wichtiger werden wird. Ein direktes Modell gibt es hiervon nicht.

Zu erwähnen sei noch, dass man für Koks in Bayern einen anderen Weg gegangen ist: Die dortigen Omp 04 sind nicht Länger, aber höher als ein O 02 (und dafür im unteren Bereich abgeschrägt). Leider gibt es diesen Hingucker aber bisher nur in H0.

Einen noch einfacheren Wagen gibt es noch aus Bayern, den Ow "Karlsruhe" von Minitrix – ohne Gattungsnummer, denn er hat es garantiert nicht zur DB geschafft. Diese Wagen haben die Abmessungen eines O 02, bestehen aber nur aus abnehmbaren relativ niedrigen Holzwänden. Um dem ganzen wenigstens etwas Stabilität zu geben, gibt es jedoch oben drüber eine Strebe in Längsrichtung, über die zudem bei nässeempfindlichen Gütern eine Plane gezogen werden kann.

Verbandsbauarten

Mit den Verbandsbauarten ändert sich an den drei Typen wenig. Bei dem kurzen fällt die Trittstufe in der Wagenmitte weg; die beiden längeren bekommen eine Diagonalverstrebung. Sie heißen nunmehr O 10 "Halle" (als etwas ältere Modelle bei Fleischmann und Roco zu finden), O 11 Nürnberg (gibt's von Trix) und vor allem der Om 12 "Breslau" von Fleischmann. Dessen Stückzahl übersteigt mit fast 140.000 Wagen sogar noch den G 10, jedoch summiert sich das hier nicht noch mit einem Heer an äußerlich ähnlichen Vorgängern.

Austauschbauarten

Mit den Austauchbauarten wird die kurze Version eingestellt und auch der O 20 wird nur noch 26 mal gebaut. Einzig wichtig mit etwa 20.000 Wagen bleibt der Om 21 "Königsberg", der einen bereits bei späten Lieferungen des Om 12 eingeführte markante Verstärkung des Rahmens unter den Türen erhält. Ein nicht mehr ganz taufrisches Modell dazu hat Roco; einer der wenigen Wagen, den die Salzburger auch mit Bremserhaus angeboten haben.

Geschweißte

Bei den Geschweißten Bauarten gibt es nun eine Revolution – Omm 32 "Linz"' (mit niedrigen Bordwänden) und Omm 33 "Villach" (mit hohen) heißt diese und ein Ladegewicht von gigantischen 25t. Ein Modell mit wunderschönen dünnen Wänden gibt es von Arnold.

Kriegsbauarten

Die wichtigste Kriegsbauart ist der Omm 34 (von Piko), bei dem man im Wagenkasten alles einspart, was nicht wichtig ist – auf Kosten der Langlebigkeit. Aus diesem Grunde gab es dann auch diverse Versuchsbauarten, mit denen man das ganze mit wenig Material stabil kriegen kann.

Europäer

Offene Wagen aus dem Rest Europas sind leider im Modell kaum zu finden – was sicherlich auch hier an der weiten Verbreitung von Wagen ähnlich des deutschen Om 12 gilt. Das einzige wäre die französische Bauart OCEM 29 von REE Modeles – allerdings sind die erst 2012 erschienenen Wagen kaum noch zu kriegen.

Rungenwagen

Rungenwagen sind in N leider ein Thema zum Heulen, dabei sind diese Fahrzeuge nach den beiden Standardtypen die häufigsten Wagen. In der Theorie waren diese Wagen schon zu Länderbahn-Zeiten die mit Abstand längsten Zweiachser, doch im Modell gab es lange Zeit nur viel zu kurze Wagen.

Die definitiv besten Modelle gibt es (und zwar gleich zwei) von der geschweißten Bauart Rmrs 31 "Stuttgart". Ist das von Fleischmann schon gut, so hält man jenes von Minitrix eher für Spur 0…

Daneben sei einzig noch ein mäßig brauchbares Roco-Modell erwähnt, dass nicht recht weiß, ob es ein R 10 oder R 20 sein will. Alle anderen Modelle sind einfach nur reif für die Tonne (oder die Säge; aus dem angeblichen "Rmms 33" von Trix, der mit diesem rein gar nichts gemeinsam hat, lässt sich durch Verlängern ein passabler R 20 erzeugen).

Flachwagen

Das Angebot an Flachwagen ist ebenfalls überschaubar. Zweiachsig gibt es von Fleischmann den S 14 "Augsburg", der jedoch nur einmal um 2010 aufgelegt wurde und seitdem weitgehend vergriffen ist. Dieser Typ hatte durch seinen Minimalismus noch mehr Platz als ein Rungenwagen selbst für Ladegüter, die länger sind als der Wagen selbst – Diese Marktnische war jedoch zu klein, als dass sich zweiachsige Flachwagen auf die Dauer etablieren konnten. Zwar gab es als Austausch- und geschweiße Bauart noch einmal eine Version mit größerer Tragfähigkeit von 20t und die älteren Wagen wurden sogar entsprechend umgebaut, doch waren vierachsige Flachwagen deutlich zahlreicher.

Vierachsig gibt es einen eher kurzen preußischen SSk 07 von Fleischmann und den 15 m langen bayrischen SS 08 von Trix. Die längere Version gäbe es – ohne Modell – in den Verbandsbauarten dann SS 15. Zu dieser Zeit kommt dann auch der 18m lange SSl 16 dazu, aus dem dann über die Austauschbauart SSlm 25 der geschweißte SSlma 44 wird. Die riesige Lücke setzt sich übrigens nach dem Krieg noch fort; erst 1968 gibt es wieder ein Vorbild mit Modell… Die Vierachser sind übrigens nicht nur länger, sie tragen auch mit 35 bzw. ab der Austauschbarart sogar 40t wesentlich mehr Last als praktisch jeder andere Güterwagen.

Während des Krieges kommen noch die richtig schweren Brocken SSy 45 "Köln" mit vier und SSys 46 "Köln" mit gar 6 Achsen dazu, die es auch mal wieder im Modell gibt – den Vierachser bei Roco, den Sechsachser bei Trix. Diese Wagen sind für den Panzertransport bestimmt und entsprechend tragfähig: 50t beim Vier- und 80t beim Sechsachser.

Das völlig andere Ende der Flachwagen ist der H 10 "Regensburg", ein kleiner Drehschemelwagen, der paarweise dem Transport extrem langer Güter (vor allem Baumstämme) dient. Hierfür sei einzig der Mitte der 1990er von Fleischmann für die Kurzkupplung komplett neu konstruierte Wagen empfohlen. Die älteren Modelle von diversen Herstellern sind teilweise unmaßstäblich und vor allem samt und sonders viel zu grob, um dieses haarfeine Gefährt angemessen darzustellen.

Sonderbauarten

Im Laufe der Zeit gab es immer mehr Bauarten, die für eine bestimmte Art von Ladegütern spezialisiert waren. Diese waren selbst in der Summe ihrer Stückzahlen wesentlich seltener, doch traten sie dort, wo entsprechende Güter gebraucht wurden natürlich gehäuft auf.

Klappdeckelwagen

Zwischen den gedeckten und den offenen gibt es eine "Marktlücke": Nässeempfindliche Schüttgüter. Für eben diese wurden Wagen erschaffen, die zwar auf den offenen (eigentlich stets der kürzesten Form) basieren und oben einen Deckel mit großen Klappen tragen. Das wichtigste Gut für diese Wagen war Kalk, weshalb die Wagen auch oft schnell entsprechend verdreckt waren.

Die älteste Form ist der K 06, wie es ihn von Fleischmann gibt. Das ist optisch im Grunde ein O 02 mit Deckel. Der K 15 "Elberfeld" von Minitrix verliert analog zum O 11 den Tritt. Mit dem K 25 "Wuppertal" (Fleischmann) der Austauschbauart wird hier dagegen das Fahrwerk des längeren O 10 als Basis genommen, wobei der Klappdeckelwagen seine gebuckelten Blechwände behält.

Verschlagwagen

Für lebende Tiere, aber auch für andere Güter, die Luft brauchen gab es Verschlagwagen (fälschlich und einschränkend oftmals "Viehwagen" genannt). Diese Bauarten basieren praktisch fast alle auf gedeckten Bauarten – mit einer Ausnahme, bei der die Hersteller prompt reihenweise reingefallen sind.

Das älteste und wohl auch spektakulärste Vorbild gibt es in einem leider sündhaft teuren Kleinserien-Bausatz der Firma Schiffer Design. Der Vwh 03 basiert auf dem gleichen Fahrwerk wie die kurzen Kohlewagen und ist als solcher der einzige kurze gedeckte, der es durch die komplette Epoche 2 geschafft hat.

Ebenfalls ein Hingucker ist der preußische Vh 04 von Fleischmann. Das Gegenstück zum G(v)w 01 ist nicht nur wunderschön detailliert, sondern auch wichtig. Dessen Nachfolger, der Vh 14 "Altona" basiert nämlich nicht etwa auf dem G 10, sondern behält weitgehend die Abmessungen seines Vorgängers (die Gesamtlänge schrumpft sogar noch etwas) – entsprechende Modelle gibt es leider trotzdem zu Hauf. Da Vh 04 und Vh 14 zusammen etwa 2450 der 3100 Verschlagwagen ausmachen, muss man den älteren also haben.

Ganz falsch sind die "Verschlag-G10" dennoch nicht, denn eine solche Bauart gab es in Polen – jedenfalls, solange kein Bremserhaus dran ist; selbiges stand bei den polnischen Wagen bereits unten auf dem Rahmen. Bei der DB wurden diese Wagen später V 90 genannt.

Wieder einfacher wird die Sache bei den Austauschbauarten: Der V 23 "Hamburg" ist ein Zwilling des Gr 20, wobei das Trix-Modell natürlich auch dessen Längenfehler geerbt hat. Abschließend gab es noch 27 geschweißte Wagen der Bauart V 33 "Hamburg". Hat jemand Lust, die Nieten und Knotenbleche vom Trix-Wagen abzukratzen? ;)

Irgendwie Verwandt und doch nicht sind die Großviehwagen für Getier, welches über das Dach eines normalen Gedeckten hinausguckt. Hier gibt es den bayrischen Ov 01 von Minitrix und den preußischen Ov 01 von Fleischmann – der letztere gefällt mir dabei persönlich deutlich besser. Leider sind die mittigen Verstrebungen bei vielen Exemplaren abgebrochen.

X-Wagen

Oder auch "wohin mit dem Schrott"… Bei der Bahn kommt nichts weg; aus gammeligen Fahrwerken hat man stattdessen "Spar-Flachwagen" gebaut: Ein Brett oben auf den Rahmen, bestenfalls minimale Bordwände und fertig ist ein Wagen der Gattung X.

Dezidierte Bauarten gibt es kaum; einzig die aus H 10 entstandenen X 05 "Erfurt" wären zu erwähnen – leider hat Fleischmann diese Version verpennt und deren X steht jetzt auf einem Fahrwerk, dass erst in den 1950ern entwickelt wurde :( Aber vielleicht läuft einem ja mal ein neuer H 10 mit abgebrochenem Drehteil ab (kommt bei der alten Form öfters vor…).

Leig

Für eilige Güter sind ab 1929 spezielle Güterzüge entstanden, die nur sehr kurz am Bahnhof halten und noch während der Fahrt ihre Fracht sortieren – tja, damals war Personal noch billig…

Diese Wagen basierten zunächst auf einem Pwg und einem Gl "Dresden"; später auch auf zwei Gl, die fest miteinander gekuppelt und mit einem Übergang versehen wurden und Fenster bekamen. Beide Versionen gibt es von Fleischmann, genannt Gllh 12 "Dresden".

Nur der Vollständigkeit halber: Das gleiche auf Basis des "Leipzig" von Minitrix entstand erst ab 1949.

Kübelwagen

Als Ersatz für den Massentransport von Kohle und Koks wurden ab 1933 Wagen gebaut, die 2 große (für Koks) oder 3 kleine (für Kohle) Kübel trugen, welche zur Entladung vom Wagen gehoben werden, statt den ganzen Wagen auszukippen. Dies verlängerte die Lebensdauer der Wagen ungemein; die letzten von ihnen wurden erst in den 1990ern ausgemustert – während die Behälter alle paar Jahre ersetzt wurden. Besser zielen (etwa bei der Verladung in ein Schiff) kann man zudem. Verkleinert hat diese Wagen Okmm 38 "Nürnberg" der junge Hersteller nme als sein Erstlingswerk – die Verwendbarkeit ist allerdings eingeschränkt, denn die Wagen wurden ausschließlich in nicht ganz kurzen Ganzzügen eingesetzt.

Erzwagen

Ein anderer Ansatz, um das Kippen der Wagen zu vermeiden, sind Selbstentladewagen – auch diese wurden für den Massentransport von Kohle und Koks, aber auch für extrem schwere Erze ausschließlich in Ganzzügen verwendet; die für ihre Entladung erforderlichen Tiefbunker besitzen auch nur Industrieanlagen, die sich im Modell kaum nachbilden lassen – aber so ein Ungetüm mit zwei 44ern vorne vor über die Anlage donnern zu sehen, ist natürlich sehenswert.

Nach den eher experimentellen OOt 22 wurden ab 1927 mit dem OOtz 23 "Oldenburg" erstmals solche Wagen in fast schon der heutigen Form gebaut. Ein entsprechendes Modell gibt es von Brawa, wobei die Lenkachsen die Rolleigenschaften etwas eingrenzen – aber auch das Vorbild ist ja schwer zu schleppen bei einem Gewicht (beladen) von bis zu 75t. Im Modell fehlen tut die etwas längere Version für den Transport von Koks.

Für die geschweißten Bauarten gibt es dagegen eine breite Auswahl: Den universell verwendbaren OOt 41 "Saarbrücken", den Erzwaren OOtz 43 "Saarbrücken" und den für Eisenerz nochmals niedrigeren OOtz 44 "Saarbrücken" gibt es von Trix. Von Roco gibt es außerdem den Kokswagen OOt 42 "Saarbrücken".

Neben den genannten gab es einen schier unüberschaubaren Fundus an – auch zweiachsigen – Versuchswagen die einzeln oder in sehr kleinen Serien gebaut wurden.

Selbstentlader mit Deckel

Auch von den großen Selbstentladewagen gab es – wiederum für den Kalktransport – die Stückzahlen blieben allerdings überschaubar (zweistellig) und der Einsatz auch hier auf Ganzzüge beschränkt. Von Lima und später Arnold gab es hier ein Modell, dass zumindest starke Ähnlichkeit mit einem KKt 45 "Saarbrücken" hat.

Ganz was anderes und als Modell ein Traum ist dagegen der KKt 27 "Oldenburg" von Fleischmann. Diese Wagen wurden einzeln für den Transport von Getreide eingesetzt. Übrigens: NACH dem Krieg ist einer der 50 Wagen bei der tschechischen ?SD gelandet (Fleischmann datiert die entsprechende Version fälschlich in die Ep.2).

Kühlwagen

Anfangs wenig standardisiert waren die Kühlwagen – entsprechend gibt es ein ganzes Heer von Bauarten, die gerne als "Bierwagen" bezeichnet werden. Aussehen tun sie wie ein G 10 oder gar noch kleiner und wohl jeder Modellbahner hat viel zu viele davon (insgesamt mag es um die 1000 solcher Wagen gegeben haben, das wahrscheinlich in über 100 Bauarten…). Auch bei den von der Reichsbahn beschafften Wagen sieht es kaum besser aus – kleine Serien und ständige Umbauten machen die Sache extrem unübersichtlich.

Lohnenswerte Modelle gibt es hier von Trix (Tkwoh 01, mit einem mittig erhöhten Dach), von Fleischmann (deutlich niedriger als ein G 10, von der DB als "Tko 02 nach Zeichnung Cq 401" bezeichnet) und von Liliput (eine Schweizer Bauart). Zudem gibt es Kühlwagen auf Basis des Gl 11 "Dresden" von Fleischmann, die den frühen DR-Bauarten noch am nächsten kommen.

Weitaus häufiger ist die geschweißte Bauart Tnfs 32 von Arnold. Aus gleichem Hause gibt es auch die während des Krieges entstandenen Typen Tghs 40 und Ths 42.

Kurz vor Kriegsende entstanden zudem als Gegenstück zum GGhs 42 Bromberg auch 20 vierachsige Kühlwagen TThs 43. Diese sind – leider mit versalzenem Preis – von Liliput angekündigt.

Aus Italien sei noch der Tipo Hg von MW Modell erwähnt, mit dem schon vor dem Krieg so manch "exotisches" Obst nach Deutschland kam.

Kesselwagen

Kesselwagen waren für die Modellbahnhersteller lange Zeit von untergeordneter Bedeutung, so dass die Modelle weitgehend zufällig irgendeine Bauart darstellten und dies dann in jeder irgendwie einfallenden Farbgebung (viele davon nicht nur für diesen Wagen falsch, sondern komplett erfunden) lackiert wurden. Dabei gab es durchaus halbwegs standardisierte Bauarten, die sich halbwegs an den Bauart-Generationen der normalen Güterwagen orientieren.

Aus der Länderbahnzeit stammt so der bayrische Kesselwagen von Minitrix. Markant ist hier das nur einseitige Geländer oben, während die Abmessungen wenig aufregend sind.

Der genietete Kesselwagen von Fleischmann (den es auch mit einem kleineren Chemiekessel gibt) orientiert sich an den Bauprinzipien der Verbandsbauart. Auch zu Zeiten der Austausch-Bauarten ergaben sich nur geringe Änderungen, so dass sich diese Wagen für rund 3000 Vorbild-Exemplare verwenden lassen.

Eine der ersten Verwendungen der Schweiß-Technik waren die Kessel selbst, so dass es noch vor den eigentlichen geschweißten Wagen entsprechende Kessel auf komplett genieteten Wagen gab. Ein brauchbares Modell dieser Form fehlt allerdings – möchte jemand einen Fleischmann-Kessel befeilen?

Deutlich anders sah die Sache dann bei den Geschweißten Wagen aus – der hier neu entstandene Typ entstand nun mit verschiedenen Kesseldurchmessern in gigantischen Stückzahlen von über 12.000 Wagen. In H0 haben gerade Brawa und Liliput diese Bauart in einer für Kesselwagen bisher völlig unbekannten Detaillierung entdeckt; in N gibt es hier (bisher?) nur eine ältere Umsetzung der 24m³-Version von Fleischmann mit einem etwas ungewöhnlichen Geländer noch ohne KK. Das neuere Fleischmann-Modell ist ein Nachkriegs-Exot, der stark der 27m³-Version ähnelt.

Während des Krieges wurden Wagen geschaffen, bei denen der Kessel sich komplett selbst trägt; der Rahmen dient nur noch als Verkleidung (Bauart Uerdingen) oder fehlt ganz (Bauart Deutz, diesen gibt es als allerdings sehr altes Minitrix-Modell).

Vierachsige waren lange Zeit die absolute Ausnahme; zu einer der wenigen Ausnahmen gehört der genietete Teerkesselwagen von Brawa mit Lenkachsen – der leider aufgrund von Gleichteilen mit dem OOt 23 zu kurz ist. Hier und da gab es Einzelstücke für andere Zwecke, die diesem stark ähnelten – einer der bekanntesten ist wohl der Persil-Wagen.

Standardisierte Drehgestellwagen entstanden dagegen während des Krieges auch hier wieder in selbsttragender Form. Diese gibt es auch als Modell – die Bauart Uerdingen als älteres Modell von Piko oder als neueres mit einem fehlerhaften (von einer späteren Bauart stammenden) Rahmen; die Bauart Deutz als beeindruckend schönes Modell von Liliput.

Nicht zu vergessen sind die Exoten – hier gab es etwa von Arnold dereinst einen Wagen für Kohlenstaub, von Fleischmann einen verkleideten für Gase oder von Trix einen für Wein. Außerdem hat Fleischmann einen Säuretopfwagen. Nicht zu vergessen einen dreiachsigen Wagen von Liliput.

Begleitwagen

Elementarer Bestandteil eines jeden Güterzuges der Epoche 2 (ggf. mit Ausnahme von Ganzzügen) ist ein Güterzugbegleitwagen, in dem das damals recht umfangreiche Personal mitreiste. Dieser Wagen befand sich – im Gegensatz zu den USA, an denen sich die Hersteller wohl oftmals fälschlich orientieren – immer direkt hinter der Lok, da eine Verbindung zu dieser (meist über eine Klingelschnur) erforderlich war. Entsprechend sind auch die ganzen Pwg mit Schlusslicht ein Griff ins Klo.

Die Bauarten der Länderbahnen waren ein wilder Zoo, von denen allerdings nur wenige größere Stückzahlen erreichten. Ein echter Hingucker ist der bayrische Pwg 13 von Minitrix, den es schon recht lange gibt, aber der wohl mit der KK auch noch weitere Verbesserungen bekommen hat. Aus Preußen kommen der Pwg 12 von Minitrix als einfaches Modell und vor allem der in Massen gebaute Pwg 14 von Fleischmann (hier gab es im Zuge der KK eine wunderschöne Neukonstruktion).

Ob der offenbar ausreichenden Menge und der ja nicht groß geänderten Anforderungen gab es dann erst wieder bei den geschweißten Bauarten etwas neues; vor allem für die höheren Geschwindigkeiten. Der Pwgs 41 wurde in zumindest einer seiner diversen Bauformen dereinst von Arnold umgesetzt – leider mit dem unsäglichen Schlusslicht und recht massiven Griffstangen. Zumindest ersters sollte man beseitigen.

Auf Basis der gedeckten Kriegsbauart Gmhs 35 gab es außerdem den in großer Zahl gebauten Pwgs 44.

Fazit

Allgemein ist das Angebot für die Epoche 2 fast besser als das für die Epoche 3, da man nur selten Modelle aus der Frühzeit der Spur N benötigt, welche eigentlich fast nie (Minitrix fängt jetzt ganz langsam wenigstens mit einigen früher total daneben gegangenen an) durch eine neuere Umsetzung ersetzt wurden. Vor allem von den 11 Typen der Austausch-Bauarten gibt es 8 als gute bis teilweise extrem gute Modelle; zwei weitere lassen sich durch Vorgänger ersetzen. Einzig der R 10 hinterlässt hier eine Lücke.

Man darf jedoch nicht vergessen, dass zwei Gruppen von Wagen fast völlig fehlen. Länderbahn-Wagen gibt es praktisch nur aus Preußen oder vereinzelt aus Bayern; letzteres nicht unbedingt unter Wahl der spannendsten Exemplare. Auch die Unmengen an teilweise völlig abgedreht aussehenden Versuchsbauarten, die in den 1930ern in dem Streben entstanden, irgendwie mehr Fracht pro Wagen zu transportieren, kommen natürlich deutlich zu kurz – wobei ich nicht garantieren möchte, hier nicht das eine oder andere Modell übersehen zu haben.