BR 42.90

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BR 42.90 in H0

Als ich das erste Mal ein Foto von einer Lok BR 42.90 sah, hatte mich das skurrile Aussehen dieser Sonderbauart fasziniert. Später, als ich mich dann mal etwas eingehender mit dieser Baureihe (und der Nachfolge-Baureihe 50.40) beschäftigte, kam das Interesse an der besonderen Technologie dazu. Ganz klar: So eine Lok muß ich haben!

Ein paar Jahre später, als ich mich gerade nicht mehr aktiv mit der Modellbahn beschäftigte, gab es dann das Märklin-Modell. So eins habe ich mir dann preisgünstig *hust* in der Bucht geschossen. Leider habe ich erst eine Weile nach dem Kauf einen genauen Vergleich des Modells mit Vorbildfotos aus dem EK-Baureihen-Buch „Franco Crosti“ gemacht. Das war sehr enttäuschend.

Modellumsetzung

Dann bin ich auf den Bausatz von Model-Loco gestoßen und konnte kurze Zeit später einen solchen als Restposten käuflich erwerben. Der Umbausatz ist eigentlich für die Liliput-52 gedacht, aber da es mittlerweile von Gützold ein Modell der BR52 mit dem passenden Blechrahmen gab, habe ich ein solches Modell als Basis gekauft. Der ML-Bausatz hat sich dann schnell auch als nur mittelprächtig Vorbildgerecht herausgestellt. Neben einigen Fehlern (Führerhaus falsch, Vorwärmerkessel in falschem Winkel unterm Langkessel etc.) wurde dann schließlich der Entschluß gefasst, das meiste selbst zu bauen.

Man nehme also:

  • Gützold BR52 (Blechrahmen-Variante) mit Wannentender
  • ML-Bausatz
  • Ersatzteile von Märklins 42.90 (Vorwärmer-Kessel mit Schloten), evtl. die Umläufe

Leider habe ich eine Gützold-52 mit Steifrahmentender erwischt und habe daher den Wannentender extra erworben. Der Steifrahmentender wird aber auch verwurstet, der wird hinter eine BR42 gehängt (42 611 Bw Bingerbrück, andere Baustelle zu späterer Zeit).

"Bauanleitung"

Angefangen habe ich mit dem Führerhaus. Dieses wurde bei der 42.90 aus dem originalen 52er-Führerhaus umgebaut. Umgebaut deshalb, weil sowohl der Langkessel als auch das Führerhaus wegen den beiden Vorwärmerkesseln höher gelegt wurden. Wegen dem Lichtraumprofil mussten die Seitenwände schräger geneigt werden und das Dach seitlich stärker gekrümmt werden. Das Gützold-Führerhaus habe ich also erstmal in mehrere Teile zersägt: - Dach ab - Türen vorsichtig ausgesägt, so dass man sie wiederverwenden kann - Seitenwände abgesagt und direkt unterhalb der Fenster horizontal zersägt

Die zersägte Seitenwand wurde dann im richtigen Winkel mit stärker geneigtem Fensterseitenteil wieder zusammengeklebt. Die Rückwand zur Tür hin habe ich aus schwarzer 0,5mm PS-Platte ausgeschnitten und eingeklebt. Daran dann die Tür weiter zurückversetzt angeklebt. Die Rückwand und vordere Wand (links und rechts vom Kessel) wurde wiederrum aus schwarzem 0,5mm PS neugebaut. Das Dach wurde in richtiger Größe aus dünnem Messingblech (0,3mm) ausgeschnitten und in richtiger Krümmung über einem Besenstiel gebogen und anschließend aufgeklebt.

Die Vorderwand musste dann an den Stehkessel angepasst werden, so dass das Führerhaus richtig „sitzt“.

Als nächstes wurde der Kessel soweit nötig „nackig“ gemacht und die Rauchkammer umgebaut. Dazu verwendete ich die Weißmetall-Teile aus dem ML-Bausatz. Da die Vorwärmerkessel nicht schön aussehen und nebenbei waagrecht liegen statt nach hinten geneigt, habe ich mir diese stattdessen als Ersatzteile (inkl. Schlote) von Märklin bestellt. Das sind zwar Plastikteile, aber sie sind gut gefertigt und die Details und Abmessungen stimmen. Jetzt wurde die originale Rauchkammer vom Gützold-Kessel abgesägt. Es mussten etwa 6mm entfernt sowie unten ein Ausschnitt für das Weißmetall-Unterteil des Kessels ausgesägt werden. Die Rauchkammertür samt Unterteil wurde dann mit Stabilit angeklebt und die Spalten gleich damit verspachtelt.

Um die Vorwärmerkessel richtig auszurichten, mussten zuerst die Schlote richtig positioniert werden. Damit ergibt sich die Position der Vorwärmerkessel automatisch. Für die Schlote müssen seitlich jeweils 2 kleine Löcher in den Langkessel gebohrt werden. Die Schlote haben je zwei Zapfen, die dann in diesen Löchern eingeklebt werden. Die Vorwärmerkessel sind hinten mit einem Abschlußblech, dass die Rauchkammern darstellt, zusammengehalten. Oben ist an diesem „Blech“ wiederum ein Zapfen, der von unten in eine Bohrung im Langkessel gesteckt wird. Dies ist der aktuelle Bauzustand.

Als nächstes soll das Kessel-Vorwärmerkessel-Führerhaus-Ensemble mit dem Fahrwerk verbunden werden. Dazu kann einerseits vorne die originale Halterung im Bereich des Rauchkammerträgers angepasst werden, hinten muß der Führerhausboden mitsamt der kullisengeführten Lok-Tender-Kupplung verändert werden. Evtl. wird dazu der Führerhausboden neu aus PS-Plattenmaterial gebaut. Als ersten Versuch habe ich den originalen Führerhausboden um 3mm höher gelegt. Dazu habe ich PS-Streifen unter den Führerhausboden geklebt. Eine Alternative, die mir kürzlich nach Kauf einer älteren Variante der Gützold-52 aufgefallen ist, löst das Problem der Lok-Tender-Kupplung. Die war da als stromführende Kupplung ausgeführt, die nicht im Führerhausboden integriert ist, sondern weiter unten im Rahmen befestigt wird. Ganz einfach nachrüstabr, die Ersatzteile kosten ~10 Euro.

Damit die Vorwärmerkessel genug Platz haben, muß auch die Querverbindung der Steuerungsträger ausgespart / modifiziert werden. Beim genauen Untersuchen des Steuerungsträgers ist mir aufgefallen, daß die Seitenteile in den Querträger eingeklippst sind. Daher will ich den Querträger aus Messingblech mit neuen Abmessungen (Aussparung für die Vorwärmerkessel) neu bauen (evtl. ätzen?) und die Seitenteile dann dort einklippsen. Wie ich den Umlauf baue, weiß ich noch nicht genau. Ich habe zwar die (Plastik-) Ersatzteile von Märklin, aber da traue ich der Stabilität nicht so wirklich. Daher will ich den Umlauf aus Messing-Riffelblech von Weinert und Messingprofilen selbst bauen. Dem Model-Loco Bausatz liegen Teile für den Umlauf aus Weißmetall bei, die allerdings etwas unsauber gegossen sind und viele Grate aufweisen. Bezüglich Stabilität sind sie besser als die Kunststoffteile, aber Messing bleibt trotzdem mein Favorit. Ggf. will ich die Querträger aus Messing ätzen lassen.

Wenn das alles geklappt hat, kann ich mich um die Detaillierung kümmern. Sandfallrohre, Kesselleitungen, Lichtmaschine, Ventile etc. werden mit den Teilen aus dem ML-Bausatz und Weinert-Teilen angebaut. Die Laternen kommen auch von Weinert (V20 / V36), welche ich gerne mit SMD-LEDs ausrüsten möchte. Neusilber-Schilder und Beschriftung liegt dem ML-Bausatz bei, da muß ich mich also nicht extra drum kümmern.

Ich würde gerne RP25-Räder verbauen. Am Tender habe ich da bereits zwei Ersatzdrehgestelle (aus der Bucht) mit Luck RP25-Radscheiben versehen. Für die Lok habe ich die originalen Treibräder auf RP25 abdrehen lassen. Nachdem mein örtlicher Händler da bereits die weiße Fahne gehoben hat, habe ich die Räder zu Euromodell geschickt und abdrehen lassen. Da ich einen zweiten Satz Treibachsen habe (wiederum aus der Bucht), werde ich es wohl mal drauf ankommen lassen.

Wenn das irgendwie doch nicht funktioniert, habe ich noch einen Satz RP25-Achsen für die Liliput-52 von Hobby-Ecke Schumacher. Die haben zwar 3mm Achsdurchmesser statt 2,5mm bei Gützold, aber das sollte sich mit einer Reibahle regeln lassen. Wenn ich die letztere Version durchführen sollte, bleibt noch die Frage, ob ich da die Steuerung, Treib- und Kuppelstangen von Gützold noch verwenden kann. Diese Teile sind ja bei Gützold aus Plastik, daher bin ich nicht sicher, ob evtl. notwendige Modifikationen machbar sind....

Schlußendlich wird noch ein Zimo-Decoder eingebaut, evtl, mit Sound.

-- Loki 14:05, 28. Aug 2009 (CEST)