Aufgaben der Rbf: Unterschied zwischen den Versionen

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Aktuelle Version vom 25. März 2010, 23:12 Uhr

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Zweck der Rbf

Rangierbahnhöfe dienen dazu, Güterzüge aufzunehmen, zu zerlegen und neue Güterzüge zu bilden. (Ri Vbf, 1934)

Die Eingangszüge werden entweder

  • bunt angebracht, d. h. mit zufälliger Reihung der Wagen, oder
  • als Mehrgruppenzüge, d. h. mit blockweise nach bestimmten Ausstellbahnhöfen, Übergangsrichtungen, Verkehrsarten oder betrieblicher Sonderbehandlung geordneten Wagen. Beispielsweise:
    • Dg A-B-C fährt in A mit der Reihung 1. C, 2. B ab. In B wird die 2. Gruppe abgehängt, ggf. werden Wagen nach C beigestellt.
    • Einem zweiseitigen Bahnhof werden die Wagen für West- und Ostberg getrennt zugeführt, etwa 1. Wanne Westberg, 2. Wanne Ostberg, um umständliche Überführungen zu vermeiden.
    • Bei kurzen Übergangszeiten werden Wagengruppen gebildet, die nicht ausrangiert, sondern nur auf einen anderen Zug umgesetzt werden müssen.
    • Eilgutwagen und Sonderplanwagen können als besondere Gruppe laufen, um sie auf dem Endbahnhof unter Umgehung der Hauptablaufanlage schnell weiterbehandeln zu können. Solche Gruppen werden oft mit der Zuglok überführt.
    • Wagen mit Bergverbot müssen manchmal eine besondere Stellung erhalten. Wo direkt auf den Ablaufberg einfahren wird (Gruppenablauframpe), müssen diese Wagen am Zugschluß stehen, da man sie sonst nicht vom Zug wegrangieren kann.

Die Ausgangszüge sind, nach Streckenrichtungen und ggf. Verkehrsarten (Fracht- und Eilgut) getrennt, wiederum entweder

  • als Eingruppenzüge zu bilden, wenn der Zielbahnhof die Wagen bunt verarbeiten kann (Übergaben oder Fern- Dg für nur einen Bf), oder
  • als Mehrgruppenzüge zu bilden, wenn mehrere Bahnhöfe im Zuglauf bedient werden (Nahgüterzüge, Bezirks-Dg) oder die Eigenart der Zielbahnhöfe eine Vorrangierung benötigt. Die Ausstellbahnhöfe am Laufweg eines Mehrgruppenzuges nennt man Gruppenbahnhöfe.

Aus den Arbeitsschritten

  • Eingangsuntersuchung, Vergleich der Papiere, Vorbereitung zur Zerlegung,
  • Zerlegung nach Streckenrichtungen, ggf. Verkehrsarten,
  • ggf. Nachordnung nach Gruppen,
  • Bereitstellung zur Abfahrt mit Ausgangsuntersuchung, Bremsprobe und Übergabe der Papiere an das Zugpersonal,

ergibt sich die Gliederung der Rbf.

Gliederung der Rbf

Die Hauptteile eines Rangierbahnhofs sind:

  • die Einfahrgruppe zum Aufnehmen der ankommenden Güterzüge,
  • die Ablaufanlage zum Zerlegen der Güterzüge,
  • die Richtungsgruppe für die Aufnahme der Wagen beim Zerlegen der Güterzüge, meist nach Richtungen geordnet,
  • die Stationsgruppe (auch Nachordnungsgruppe oder Bahnhofsgruppe genannt) zum Ordnen der in der Richtungsgruppe angesammelten Wagen in bestimmter Reihenfolge,
  • die Ausfahrgruppe für die Aufnahme der abfahrbereiten Züge.

Je nach Bedeutung und Eigenart des Verkehrs kann die Stationsgruppe fehlen und die Ausfahrgruppe mit der Richtungsgruppe vereinigt sein.

Die Nebenanlagen dienen der Erledigung verschiedener Aufgaben, die sich aus der Hauptaufgabe der Zugzerlegung und Zugbildung ergeben:

  • Umspann- und Behandlungsgleise
  • Verkehrsgleise
  • Packwagengleise
  • Lokomotiv-Betriebswerk
  • Wagenwerkstatt
  • Wagenreinigung
  • Zurechtladegleise
  • Stückgutumladung
  • Leerwagenabstellgleise (Hinterstellgleise)

Für den Rangierbahnhof nicht berührende Züge (Reisezüge, Ganzzüge) muß eine Umfahrungsstecke vorhanden sein. Die Gleise des Rangierbahnhofs münden an den Endstellwerken in diese Strecke ein oder sind als eigene Streckengleise bis zu vorgelagerten Abzweigstellen geführt.

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