50 2602

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50 2602 mit Wagner-Windleitblechen (Bw Bingerbrück) in H0


Da ich gerne eine "normale" 50er für meinen Einsatzbestand haben wollte, habe ich mich nach passenden Vorbildern aus dem Bestand des Bw Bingerbrück in den 50er-Jahren umgeschaut. Als Basis diente eine "Standard-Roco-50": 4-domiger Kessel, große Wagner-Bleche, offenes Führerhaus mit DB-Dachlüfter, Tender 2'2'-T26.


Ich hatte eine etwas verranzte 50 2501 aus dem Berliner-Blockade-Zugset ersteigert. Die hat passenderweise nur 2-Licht-Spitzensignal, so daß ich sie für die Zeit ca. 1955 nachbilden kann, ohne mich noch um ein überflüssiges, drittes Spitzenlicht kümmern mußte.

Ein Vorbildfoto von 1959 findet man bei Ulrich Budde auf www.Bundesbahnzeit.de.


Ich habe mir den Weinert-Umbausatz 4145 gekauft, der die Wagner-Bleche und einen Schlot aus Messing-Guß enthält. Die Teile werden einfach laut Anleitung montiert. Einfach, naja. Die Haltestangen aus Draht muß man sich selbst zurecht stutzen, da in der Anleitung keine Maße dafür angegeben sind. Wenn es das gäbe, wäre es einfacher. Was aber umso schwierigr ist, ist die haltbare(!) Montage der Nietbänder und eben der Abstütz-Drähte. Mit Kleben geht hier gar nichts, so daß ich auf ziemlich rustikale Weise löten mußte. Und selbst das ist nicht super-robust. Falls mir hierzu jemand einen Tipp geben kann, nur zu.


An der Rauchkammertür wurden die Löcher für den Nummernschild-Halter sowie die überflüssigen, angegossenen Griffstangen entfernt udn verspachtelt. Die Griffstange links an der Rauchkammertür habe ich durch eine freistehende aus 0,4mm Federstahldraht ersetzt. Das Nummernschild wurde weiter nach oben versetzt, so daß es mittig auf der Rauchkammertür sitzt.


Die Sicherheitsventile habe ich durch schönere aus Ms-Guß von Weinert ersetzt (Weinert 8300). Dazu wurden die angegossenen Sicherheitsventile und die dazu gehörenden Züge vom Kessel abgeschabt, verspachtelt und geschliffen. Die Ventile werden in neue Bohrungen auf dem Kessel geklebt. Die Lösezüge habe ich aus 0,3mm Messing-Draht angefertigt und auf Höhe der hintersten Waschluke in einem feinen Griffstangenhalter (Weinert 8461) befestigt.


Die Lok wurde mit Weinert-Acryl-Farbe neu lackiert und soll später auch noch gealtert werden. Die Beschriftung ist mit Ätzschildern von Kuswa erfolgt, die ich mit mattem Klarlack "angeklebt" habe. Da dies an den Nummernschildhaltern an der Rauchkammer und am Tender komischerweise nicht halten wollte, habe ich dort stattdessen Sekundenkleber verwendet.


Die Räder wurden gegen RP25-Radsätze von Weinert getauscht. Dabei sollte man beachten, daß die Weinert-Räder nur einseitig isoliert sind, während die Roco-Radsätze wegen der Kunststoff-Radsterne beidseitig isoliert sind. Man muß also die Isolierbuchsen alle auf einer Seite platzieren. Der Rahmen wird von der anderen, nicht isolierten Seite also mit Schienenstrom (eine Seite) beaufschlagt.


Einen Decoder habe ich natürlich auch eingebaut (ESU LoPi 4.0 DCC). Während der ersten Testfahrt gab es dann noch ein Problem mit dem Licht. Sobald ich Licht einschaltete, gab es einen Kurzschluß. Der Grund dafür ist recht einfach:

Auf der Tenderplatine sind neben dem Schnittstellenstecker und der Steckverbindung zur Lok noch 3 Pins, von denen ab Werk der vordere und der mittlere mit einem Brückensteckerchen verbunden sind. In dieser Konfiguration wird der Raucheinsatz mit dem Licht zusammen ein- und ausgeschaltet.

Auch wenn ich keinen Raucheinsatz verwende, liegt genau da das Kurzschlußproblem: Der Rauchgenerator wird anscheinend mit dem Lokrahmen verbunden. Steckt man die Brücke um, kann der Raucheinsatz separat geschaltet werden. Kurzschluß weg.


Zusätzlich habe ich noch das Getriebe umgebaut, um die max. Geschwindigkeit zu senken. Der Tipp kam vom DSO-User LutzK. Man nehme:

  • 2 mal Roco ET.-Nr. 86703 Schnecke m=0,4
  • 2 mal Roco ET.-Nr. 86416 Schneckenrad m= 0,4 Z=19/14

Die originalen Teile in Lok und Tender werden gegen diese Ersatzteile getauscht und schon läuft die Lok nochmal etwas langsamer. Damit hat man eine vorbildgerechte Vmax und die Lok ist mit dem Roco-Originalmotor auch noch ein prima Rangierhobel. So macht rangieren bei Ng-Aufenthalten Spaß.


-- Loki 20:12, 1. Jan. 2012 (UTC)