Wattieinbau

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Wattenscheider Signalschacht

Der Wattenscheider Signalschacht stellt eine mechanische Schnittstelle dar, in der ein Signalträger aufgenommen werden kann. Der Signalträger ist mit einem äußeren Querschnitt von 20 x 30 mm gerade noch groß genug, um einen doppelspuligen Viessmann-Formsignalantrieb aufzunehmen - andere Antriebe, wie z. B. Servos lassen sich ebenfalls problemlos einbauen.

Durch den Einbau dieser Signalschächte kann ein Signal in einem Modularrangement eingesetzt werden, ohne auf eine bestimmte Geometrie eines festen Signalmoduls Rücksicht nehmen zu müssen - es muss nur ein Modul mit einem Signalschacht vorhanden sein. Bei Nichtgebrauch werden die Schächte mit Blindstopfen verschlossen, die die Einstecklöcher tarnen.

Für den Einbau gibt es grundsätzlich zwei Alternativen:

1. Der Signalschacht kann so eingebaut werden, dass er durch die Landschaufshaut hindurchragt. Er kann dann wie ein Betonsockel gestaltet werden und beispielsweise daneben Platz für einen Signalfernsprecher lassen.

2. Der Signalschacht ist der Landschaftshaut angepasst, so dass der Signalträger durch die Landschaftshaut ragt.

Im zweiten Fall macht sich bei eingesetztem Signal störend bemerkbar, dass der üblicherweise aus einem Aluminium-U-Profil bestehende Signalträger meist nicht gestaltet ist und außerdem auf der dem Gleis abgewandten Seite offen ist und den Blick auf Signalantrieb oder -ansteuerung freilässt. Umgekehrt betrachtet ist eine größere Zahl von Modulen mit Wattenscheider Schächten durchaus wünschenswert - was aber zu einer unnatürlichen Menge an Betonsockeln neben dem Gleis führt.

Einbau in ein bestehendes Streckenmodul

Ausgangssituation

Der Unterbau des nachzurüstenden Moduls bestand in meinem Fall aus Drahtgewebe mit Papiermaché und Spachtelmasse, das Trassenbrett aus ca. 13 mm starkem Sperrholz. Darauf war die Begrasung mit Fasern, Sand für den Randweg und Schotter neben dem Gleis. Da es sich um ein Kurvenmodul handelt, kommt die Trassenbrettunterstützung zu den Stirnprofilen hin auf die Bogenaußenseite. Das hat seine Vor- und Nachteile, wie wir gleich sehen werden.

Vorgehensweise

Um die Baugrube abzustecken, habe ich mit dem Messschieber die Lage des Ausschnitts für den Signalträger markiert. Mit Stiftenklöbchen und 2mm-Bohrer habe ich an allen Ecken des Ausschnitts ein paar Löcher nebeneinandergesetzt, um ein Sägeblatt durchfädeln zu können. Beim Drahtgewebeunterbau ging das sehr leicht, im Sperrholz musste ich etwas nachhelfen, indem ich vom Drahtgewebe kommend mehrmals schräg um die Ecke gesägt habe, bis das Sägeblatt gedreht werden konnte.

Zum Sägen habe ich ein einfaches Bügelsägeblatt genommen. Damit es sich durch einen schmalen Spalt einfädeln lässt, habe ich auf einer Seite den Bolzen herausgedrüct, mit dem es in der Säge festgehalten wird. Mit etwas Geduld und nicht zu viel Kraft sägt es sich mit dem "nackten" Sägeblatt erstaunlich gut.

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Zum Sägen im Bereich des Schotters empfielt es sich, den Schotter vorsichtig abzukratzen und später wieder anzukleben. Holzsägeblätter verschleißen beim Sägen von Gestein etwas schneller - das lässt sich vermeiden.

Da das Trassenunterstützungsbrett sehr nah am Ausschnitt lag, habe ich den Signalschacht in einer Winkelverstellbaren Gehrungssäge zurechtgeschnitten. Dabei ist es natürlich wichtig, dass die Befestigung des Führungsklötzchens oben im Schacht nicht weggeschnitten wird. In meinem Fall kam ein geschweißter Signalschacht zum Einsatz. Obwohl das Klötzchen auf einer Seite sehr kleingeschnitten wurde, reichte die Größe des Schweißpunktes aus, um stabil zu bleiben.

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Durch den Sägeschnitt ergibt sich eine hervorragende Klebefläche. Ich habe den 2k-Kleber Füll-Mix von Pattex verwendet. Der Klebstoff gleicht einiges an Spalt aus und bietet damit Spielraum zum Ausrichten des Schachtes. Zu diesem Zweck können schon in Trockenübungen kleine Unterlegteile eingesetzt werden, die die Winkelpositionen des Schachtes so ausgleichen, dass das Signal am Ende tangential zur Kurve und senkrecht zum Gleis steht.

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Zum Ausrichten habe ich einen langen Signalträger in den Schacht eingesetzt. Damit lässt sich das Loch in der Landschaftshaut perfekt treffen. Wenn man den Signalträger oberhalb des Moduls reichlich überstehen lässt, kann ein kleiner Anschlagwinkel auf das Gleis gestellt werden, um den Schacht senkrecht auszurichten. Beim Abbinden muss der Schacht nur insoweit befestigt werden, dass er nicht verrutscht - den Rest macht der Kleber alleine.

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Ergebnis

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MRoe 16:41, 12. Jun. 2012 (UTC)