Wattenscheider-Elektrik

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Der Wattenscheider-Standard bezieht sich zunächst nur auf die mechanische Kompatibilität zwischen Schacht und Signalträger. Dem Erbauer des Signals ist freigestellt, wie er die elektrische Anschaltung seines Signals aufbaut, welche Stecker er verwendet usw.

In der Praxis sind die Formsignale von Viessmann recht populär. Das von Viessmann vorgegebene Anschlußschema ist einfach; einige farbcodierte Leitungen führen an den Signalantrieb und sind z. T. über Signalschalter die modellbahnübliche Wechselspannung für Magnetartikel anzuschließen.

Als ich (Martin Balser) die Schächte ca. 2000 entwickelte, wollte ich einige Viessmann-Formsignale bauen, die an ein flexibel einsetzbares Baustellwerk angeschlossen werden sollten. Die Viessmann-Strippen einzeln anzuschließen war natürlich unpraktisch, also mußte ein Stecker her. Er wurde in Form der RJ45-Westernbuchse gefunden, die gerade noch in den Signalträger paßt. SUB-D-Stecker usw. waren zu groß oder hatten zu wenig Kontakte.

Wenn nun schon der Stecker einheitlich war und auch der Anschluß der Viessmann-Formsignale seitens des Herstellers einheitlich vorgegeben war, lag es nahe, die Steckerbelegung zu standardisieren.

Adernbelegung

Ader

Positive Halbwelle

Negative Halbwelle

1

frei

frei

2

Hp 2 (Fahrt 40 km/h)

Zs 3 Ziffer 10 oder 8, grüner Leuchtstreifen (Fahrt 100 km/h bzw. 80 km/h)

3

Hp 1 (Fahrt Vmax)

Zs 3 Ziffer 6, gelber Leuchtstreifen (Fahrt 60 km/h)

4

16 V Wechselspannung

16 V Wechselspannung

5

Rückleitung

Rückleitung

6

Hp 0 (Halt)

Zs 1 (Ersatzsignal)

7

Zs 3 Ziffer 3 (Fahrt mit 30 km/h)

frei

8

frei

frei

Damit lassen sich die im Viessmann-Schaltplan vorgesehenen Adern eindeutig anschließen. Das Stellwerk sollte nur die positive Halbwelle einspeisen. Dazu baut man die Anschaltung am einfachsten so auf: 16 V Wechselspannungsklemme am Trafo - Anodenanschluß einer 1N4001 Diode - Kathode - Wechselschalter, der einerseits auf Hp 0 und andererseits auf einen weiteren Wechselschalter geht - der weitere Wechselschalter entscheidet zwischen Hp 1 und Hp 2, er kann z. B. ein Kontakt der Einfahrweiche sein.

Viessmann-Lichtsignale haben eine gemeinsame Anode. Im Gegensatz zu den Formsignalen, die den auf den Adern 2, 3 und 6 aus dem Stellwerk heraus fließenden Strom benutzen, muß der Strom in das Stellwerk hinein gezogen werden. Dazu kann man die Schaltung wie für die Formsignale verwenden, muß aber die Diode weglassen. Dann arbeiten aber jede Signale nicht richtig, die die negative Halbwelle für Zusatzanzeigen ausnutzen. Da es von diesen Signale nur sehr wenige gibt, wäre zu überlegen, diese Zusatzanzeigen anders zu lösen und die Halbwellenschaltung aufzugeben.

Änderungsübersicht

  • 28. 02. 2000 älteste Dokumentation
  • 30. 02. 2002 2- und 3- so definiert, das Hl-Vorsignal einfach wird
  • 05. 06. 2007 hier im Web
  • 15. 01. 2009 Text in Klammern bei Hp1 und Hp2 richtiggestellt (war vertauscht)


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