Südbahnhof

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Der Fremo hat im Berliner Raum auf einmal zwei Übergabebahnhöfe für eine Industriebahn. Das passende Gegenstück, der Betriebsbahnhof der Anschlussbahn, fehlt irgendwie noch. Die sogenannte Goerzbahn im Südwesten von Berlin bietet für mich ein interessantes Vorbild. Nicht nur, dass ich sie seit meiner Jugend kenne, sie weist einige nette Besonderheiten auf. Der Betriebsbahnhof zeichnet sich dadurch aus, dass er optional einen Personenbahnsteig für den Werksverkehr besaß und dass optional neben der Zufahrt vom Übergabebahnhof drei weitere Abgänge für Industrieanschlüsse existieren. Dazu besitzt der Bahnhof einen zweiständigen Lokschuppen mit einer kleinen Werkstatt.


Vorbild

Die Goerzbahn wurde bereits 1904 von der Zehlendorfer Eisenbahn und Hafen AG (ZEUHAG) in Betrieb genommen. Der Hafen hat letztlich entgegen den Erwartungen nur eine Nebenrolle gespielt. Die Anschlussbahn verlief vom Bahnhof Lichterfelde_West, in dessen Nähe für den Werkspersonenverkehr der "Nordbahnhof" bestand, mehrere Kilometer entlang des Dahlemer Wegs. Aufgrund der zunehmenden Besiedlung verläuft die Strecke nun zwischen der eigentlichen Straße und einem ausgebauten Parkstreifen für die Anwohner jenseits der Bahn. Um diesen Parkstreifen zu erreichen ist durchschnittlich vor jedem zweiten Haus ein kleiner Bahnübergang vorhanden. Zahlreiche Anwohnerbeschwerden wegen der Belästigung durch das häufige Pfeifen an den Übergängen haben zur Sonderregelung geführt, dass a) eine Geschwindigkeit von 10 km/h und b) Rundumlichter auf den Loks vorgeschrieben sind. So gibt es für diese Strecke ferngesteuerte 363er mit exklusiver Sonderausstattung "Rundumlicht".

Zusätzlich zum Mutterkonzern C. P. Goerz (optische Geräte) gab es einige Anschließer am Stammgleis. In der Zeit der Deutschen Teilung wurde ein Großteil des West-Berliner Bedarfs an VW-Neuwagen zum Anschluss von E. Winter geliefert, eine Konservenfabrik, die Firma Zeiss... Als besonderer Anschließer hatte die Amerikanische Armee mehrere Anschlüsse, zu denen sowohl ein Panzerdepot als auch ein Kühlhaus für Milchreserven gehörte.

Mittlerweile ist nur noch ein Anschließer übriggeblieben. Ein Ford-Kunststoffteilewerk wird Just-in-Time beliefert und stellt so ein attraktives Verkehrsaufkommen dar. Die anderen Anschlüsse sind stillgelegt und schon teilweise zurückgebaut. Als Nebennutzer hat die AG Märkische Kleinbahn e. V. einige Gleise und vor allem den Lokschuppen gepachtet.


Modell

Dank der ohnehin bescheidenen Längenausdehnung lässt sich der Bahnhof einigermaßen schmerzfrei mit maßstäblichen 190-1:9-Weichen ausstatten. Früher mag beim Vorbild sogar noch etwas engeres gelegen haben, heute scheinen aber alle Weichen durch dieses Standardprodukt ausgetauscht zu sein. Ein erster Entwurf könnte so aussehen:

entwurf.jpg

Hier gibt es noch an ein, zwei Stellen Verbesserungsbedarf. Die beiden seitlichen Abgänge führen derzeit jeweils über die Schnittkanten von drei Modulen. Der obere (östliche) lässt sich auf dem Umfahrungsgleis beliebig in Position schieben. Schwieriger ist es bei dem unteren (westlichen) Anschluss. Ursprünglich lag da mal eine Doppelweiche, die das Problem natürlich auch lösen würde - die eng gelegten Standardweichen gefallen mir aber eigentlich viel besser...

Literatur

MRoe 13:15, 4. Aug 2009 (CEST)