Polchow

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Lage

Bahnhof Polchow ist Durchgangsbahnhof der Nebenbahnstrecke Linksdorf - Rechtsheim. Außerdem beginnt in Polchow die Nebenbahnstrecke nach Bimmelsbach.

Polchow-EZMG.gif

Gleisplanversion mit Signalausstattung für EZMG. Von links kommt die Strecke von Linksdorf, nach rechts geht die Strecke nach Rechtsheim. Nach rechts oben abzweigend geht es nach Bimmelsbach.

Regeltechnologie

Nr NL(cm/X)  Benutzung des Gleises
1   297 44x Durchgehendes Hauptgleis Linksdorf - Rechtsheim und Gegenrichtung
2   350 54x Endende und beginnende Züge von und nach Bimmelsbach
3   238 34x Kreuzungs- und Überholungsgleis Linksdorf - Rechtsheim und Gegenrichtung
4   224 36x Sammelgleis für Wagen nach Bimmelsbach
4w  155 24x Ausziehgleis
5   224 36x Sammelgleis für Wagen nach Rechtsheim
6    98 16x Aufstellgleis für besondere Zwecke, Gleiswaage und Lademaß
6o   83 12x Güterschuppen
8    41  6x Verkehrsgleis
8o   27  4x Kopframpe
10   28  4x Kleinlokschuppen
12  165 26x Ladestraße
14  165 26x Sammelgleis für Wagen nach Linksdorf

Alle Regelzüge der Strecke Polchow - Bimmelsbach werden in Polchow gebildet bzw. aufgelöst. In der Regel enden die Zugfahrten am Bahnsteig in Gleis 2. Bei Personenzügen bestehen, je nach Betriebslage, zwei Umlaufmöglichkeiten: - Personenwagen über die Handweiche nach Gleis 2 vorziehen, abkuppeln. Lok umläuft über Ziehgleis, Gleis 8 und Handweiche. Vorziehen an den Bahnsteig. - Personenwagen bleiben am Bahnsteig, Lok umläuft durch Gleis 1 oder 3, wenn die Betriebslage es zuläßt.

Bei Gmp werden die Güterwagen in der Regel am Schluß angebracht. Ab einer gewissen Zuglänge wird die Einfahrstraße beim Halt am Bahnsteig noch nicht aufgelöst. Nach dem Aussteigen der Reisenden wird die Zugfahrt bis Signal B2 fortgesetzt. Die Güterwagen bleiben in Gleis 2 stehen, die Reisezugwagen werden nach Gleis 6 umgesetzt, die Lok umläuft durch Gleis 8 und zieht die Personenwagen an den Bahnsteig. Dabei können zur Bildung eines Gmp noch Güterwagen aus Gleis 4 aufgenommen werden.

An den Nahgüterzügen Linksdorf - Rechtsheim und zurück wird in Polchow ein Gruppenaustausch vorgenommen. Dabei sind verschiedene Varianten möglich:

  • Zuglok setzt Spitzengruppe Polchow nach Gleis 6 und nimmt Wagen aus Gleis 4 bzw. 5 auf
  • Schlußgruppe Polchow wird abgehängt, Zuglok nimmt Wagen aus Gleis 4 bzw. 5 auf
  • Zuglok setzt Spitzengruppe Polchow nach Gleis 6, Kleinlok stellt Wagen am Schluß bei

Zur Bildung und Auflösung der Züge, Bedienung der Ladegleise und Behandlung der Nahgüterzüge der Strecke Linksdorf - Rechtsheim ist in Polchow eine Kleinlok Reihe 101 stationiert. Um laufende Kreuzungen des Streckengleises zu vermeiden, werden Wagen für Gleis 5 erst auf den Spitzen der Gleise 6, 8 oder 12 gesammelt und nach Ende der Zug- oder Gruppenzerlegung geschlossen nach Gleis 4 umgesetzt.

Am Güterschuppen wird aus den Ortswagen Linksdorf - Polchow und Rechtsheim - Polchow in den Stückgutkurswagen Polchow - Bimmelsbach umgeladen. Das auf der Strecke Bimmelsbach - Polchow gesammelte Stückgut wird am Güterschuppen in die von Polchow nach Linksdorf und Rechtsheim abgehenden Umladewagen verkarrt.

Sonderverkehre und Havarievarianten

In Abweichung von der Regeltechnologie kann jede der drei Streckenäste als Anschlußstrecke definiert werden, wobei die beiden anderen Streckenäste eine Durchgangsstrecke bilden können. An der Belegung der Sammelgleise für Güterwagen ändert sich nichts. Für die Zugfahrten ergeben sich zwei Fälle:

a) Strecke Polchow - Rechtsheim ist Anschlußstrecke. Gleisbenutzung:
1 - Züge Linksdorf - Bimmelsbach
2 - Züge Bimmelsbach - Linksdorf
3 - wendende Züge von und nach Rechtsheim

Die Lok der Züge von/nach Rechtsheim muß in einer Zugpause über Gleis 1 oder 2 umlaufen, oder es wird Gleis 5 dafür freigehalten.

b) Strecke Polchow - Linksdorf ist Anschlußstrecke. Gleisbenutzung:
1 - wendende Züge Rechtsheim - Bimmelsbach
2 - wendende Züge Linksdorf - Linksdorf
3 - wendende Züge Bimmelsbach - Rechtsheim

Wegen der zahlreichen Lokbewegungen ist es hierbei zweckmäßig, Gleis 5 als Verkehrsgleis freizuhalten.

Sicherungsanlagen

Die Sicherungsanlage wurde 1978 durch Einbau eines EZMG-Stellwerks rekonstruiert. Dabei wurde die Gleisnumerierungen geändert. Zwei Weichen, die das Gleis 5 mit dem Ausziehgleis 4w verbanden, mußten wegen des EZMG entfernt werden. Im Zuge der ZOE 1980 wurde die DKW zwischen Gleis 7 und Güterschuppen entfernt und durch eine einfache Weiche im Rampengleis ersetzt. Die Einbindung der Mittelweichenstraße von Gleis 8 nach Gleis 2 ist als Handweiche mit Schlüsselabhängigkeit ausgeführt. Die DKW am Linksdorfer Bahnhofskopf verbleibt, um die Nutzlängen nicht zu kürzen und die Belegungzeiten beim Rangieren klein zu halten.

Es ist noch zu untersuchen, ob es ggf. zweckmäßig ist, Gleis 5 als Hauptgleis einzurichten. Die Mehrkosten dafür sind in der EZMG-Technologie unerheblich. Die Aufnahmefähigkeit des Bahnhofs könnte gesteigert werden. Für den Gruppentausch an den Nahgüterzügen Linksdorf - Rechtsheim und Gegenrichtung ergäbe sich folgende zeitsparende Möglichkeit:

  • Zug fährt nach Gleis 1 oder 3 ein, Schlußgruppe wird abgehängt
  • restlicher Zugteil setzt nach Gleis 5 um und kuppelt aufzunehmende Wagen am Schluß an
  • Zug fährt direkt aus

Die Schwierigkeiten bestehen darin, genügend Ausziehglänge für das Umsetzen fast des ganzen Nahgüterzuges zu schaffen und die in Gleis 5 abgestellten Wagen zuverlässig zu sichern.

Die Weichen im Rangierbezirk vom Ausziehgleis 4w in die Gleise 4-14 sind Handweichen. Die Schaltung der Rangiersignale 4I und 4II ist so zu gestalten, daß ohne weitere Mitwirkung des Fdl dort beliebig hin- und hergefahren werden kann.

Für eine DB-Version wäre ein DrS2-Stellwerk geeignet. Die Relaisanlage wäre etwas umfangreicher als die Regelanlage, aber für den Tisch würden die üblichen 13 x 7 Felder ausreichen.

PLZW2.gif

Balsine