Laitz

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Bahnhof Laitz

Südmoslesfehn muss geh'n

Als ich nach einigen Jahren meinen Modulbahnhof Südmoslesfehn wieder vom Schrank holte, gefiel mir der Bahnhof nicht mehr sonderlich gut. Die Hauptkritikpunkte:

  • Der Bahnhof ist viel zu kurz. Ursprünglich hatte ich die Segmente in einer Kommode aufbewahrt, so dass jedes Segment nur knapp 56cm lang sein konnte.
  • Die Kästen sind zu schwer. Aus Preisgründen habe ich die Segmentkästen aus MDF gebaut, das zwar sehr billig aber auch superschwer ist. Zudem sind die Kästen auch noch 10cm hoch, so dass sie noch unhandlicher werden.
  • Der Gleisplan bietet zu wenig Betriebsmöglichkeiten.

Was tun?

An Ideen herrschte kein Mangel, es galt nur einen Entwurf zu machen, der folgende Eigenschaften haben sollte:

  • Kompakte Abmaße. Dank einer sehr toleranten Finanzministerin kann ich ein Paket in den Maßen von etwa 100*50*60cm in der Wohnung lagern. Wir haben zwar auch einen Keller, allerdings ist der sehr feucht.
  • Mindestens zwei Anschließer, die für Betrieb sorgen
  • Ein Hafengleis, wenn es auch noch so kurz ist.
  • Mindestens ein Bahnhofsgleis mit mindestens 1,5m Länge
  • Der Bahnhof sollte für verschiedene Epochen einsetzbar sein
  • Der Bahnhof sollte auch zuhause aufzubauen und zu betreiben sein, den alten Abstellbahnhof wollte ich weiterverwenden
  • Das Projekt muss in überschaubarer Zeit und mit Industriegleismaterial zu realisieren sein

Bahnhof Loitz

Durch einen Wink von Harald Kiel stieß ich auf den Bahnhof Loitz. Loitz liegt am Ende einer nur sieben Kilometer kurzen Stichstrecke von Toitz/Rustow an der Strecke Berlin-Stralsund. Der Gleisplan sieht in etwa so aus:

                                             Anschluss
       LS---4--/--------------3--------------/-----------|
              /---------------2-------------/----/---------|
v.u.n.  -----/----------------1--------------/  /
Toitz/      \----5----|       EG               / 
Rustow        Rampe und GS                    /
                                  |----------/ 
                             Hafengleis

Vor dem Bahnhof zweigt noch ein Anschlussgleis zu einem Dübelwerk ab, der Anschluss im Bahnhof führt zu einer Metallbaufirma.

Im Grunde bot dieser Bahnhof alles, was ich mir vorgestellt habe: Er ist sowohl in Epoche 2 als Staatsbahnhof als auch in Epoche 3 als Privat- oder Staatsbahnhof einsetzbar. Selbst für den Fall, dass hier mal einige DR-Fahrzeuge in Epoche 4 aufschlagen sollten, passt der Bahnhof noch sehr gut. Und wenn mich der Teufel reitet und ich meine Kuhlok mal einsetzen mag, findet sich sogar noch eine Ausrede für Laitz in Epoche 5. Die Zahl der Anschließer kann man prima erhöhen, indem der Lokschuppen in der Verlängerung von Gleis 2 angeschlossen wird und das Gleis 4 zu einem Anschluss mutiert. Schlussendlich musste ich den Bahnhof noch spiegeln, weil mein in Bau befindliches EG den Güterschuppen auf der anderen Seite hat. Und das Wichtigste: Der Bahnhof hat ein Hafengleis, das sogar über eine Kranbahn verfügt.

Bahnhof Laitz

Herausgekommen ist der Bahnhof Laitz (Über den Bahnhofsnamen ist allerdings das letzte Wort noch nicht gesprochen :-)). Der Gleisplan sieht momentan so aus (Rasterweite: 50cm):

laitz-2.png

Und hier ist der Winrail-Plan.

Im wesentlichen ist der Gleisplan gespiegelt und gestaucht, damit er auf vier Segmentkästen von 50*100cm Größe passt. Als Gleismaterial habe ich Peco Finescale verplant. Der kleinste Radius, er liegt im Hafengleis, liegt bei 80cm, was ich für vertretbar halte. Gleis 1 hat zwischen den Weichen eine Länge von knapp 160cm, auch die Anschlussgleise sind lang genug um zwei bis drei Zweiachser aufzunehmen.

Nachdem der erste Plan zwei Tage gelegen hatte gefiel er mir nicht mehr. Das Gleisbild war zu starr und ich habe mir überlegt, dass es vielleicht besser wäre, den Bahnhof mit Tillig-Weichen zu bauen:

laitz-3.png

Aber irgendwie wirkte das immer noch zu langweilig. Außerdem musste ich mit Schrecken feststellen, dass der Abzweigradius der 15° EKW/DWK von Pilz lediglich 484mm beträgt. Also war erneutes Umplanen angesagt. Ich habe den rechten Bahnhofskopf umgebaut, so dass jetzt zwei große EW3 in der Einfahrt liegen, auch der Anschluss im rechten Bahnhofskopf ist anders angebunden:

laitz-4.png

Die Gleisnutzlängen sind immer noch in Ordnung, vielleicht werde ich die beiden Einzelweichen im linken Bahnhofskopf noch durch eine DWW von Roco erstetzen. Für diese Weiche müssten dann aber neue Herzstücke her.

Wie immer, wenn ein Plan eine Weile rumliegt, hatte ich auch an dieser Version einiges zu meckern: Die Nutzlänge von Gleis 1 ist mit knapp über 1,5m doch zu kurz. Und die Konstruktion mit zwei Weichen hintereinander am linken Bahnhofskopf mag mir auch nicht so recht gefallen, das Ziehgleis ist ziemlich kurz. Auch die 15°-Weichen sind nicht der Weisheit letzter Schluss. Also bin ich reumütig wieder zu Peco Finescale zurückgekehrt, herausgekommen ist dieser Plan:

laitz-6.png

Gleis 1 ist jetzt 1,7m lang, der Gleisplan wirkt recht harmonisch, wenn auch in echt vermutlich niemand zwei Außenbogenweichen in einer solchen Station verbauen würde. Wenn ich mir die Gleiswüste in der Bahnhofseinfahrt so ansehe, werde ich möglicherweise den Lokschuppen weglassen und die Köf im Ladegleis am EG übernachten lassen. Mal sehen.

Und wieder kam alles anders.

In dem Buch "Vorpommerns Eisenbahnen in historischen Ansichten" findet sich ein ganzes Kapitel über den Bahnhof Loitz, das u. a. zwei Farbfotos aus den 1950er Jahren enthält.

So, wie ich den Bahnhof gezeichnet hatte, war er viel zu spielzeughaft und viel zu kurz. Also habe ich die Segmentgröße auf 90x50cm geändert und dafür davon vier Stück genommen, macht also 360cm Länge. Als Weichen fanden die großen Pilz-Weichen Verwendung, nur die DWW stammt von Peco, sonst wird das Ziehgleis am rechten Bahnhofskopf zu kurz. Der Bahnhof ist jetzt auch "richtigrum" (Rastermaß 25cm):

laitz-10.png

In diesem Plan stimmt auch der Winkel des Hafengleises, ich fürchte nur, dass der Bahnhof so unbedienbar ist. Wahrscheinlich werde ich den Winkel, in dem das Hafengleis vom Bahnhof abzweigt, wieder vergrößern.

Der mittlerweile dreizehnte Plan enthält ein paar kosmetische Änderungen:

  • Das Hafengleis zweigt wieder recht steil ab
  • Gleis 1 wurde bis an die Kante des letzten Segments verlängert um den Bahnhof auch mal als Durchgangsbahnhof nutzen zu können oder ein Modulgruppe "Neuer Hafen" oder Dübelwerk dort anzudocken
  • Ich habe auf den zweiten Anschluss im linken Bahnhofskopf verzichtet, das sah alles viel zu gedrängt aus

Die Segmente sind jetzt nur noch 90x45cm groß, Platz ist hier sehr knapp (Rastermaß wieder 25cm):

laitz-13.png

Der Gleisplan gefällt mir immer noch sehr gut, nur leider hat das Empfangsgebäude, das ich gerade baue, den Güterschuppen auf der anderen Seite. Also habe ich den Plan wieder gespiegelt:

laitz-14.png

Auch nach einigen Wochen Liegezeit gefällt mir der Plan noch sehr gut, daran hat nach einigem Nachdenken auch der Bahnhof Finowfurt nichts geändert.

Im Modell wäre eventuell die Nutzung der Gleise zu verändern: Im Original liegt die Ladestraße samt Waage und Lademaß an Gleis 1. Züge fahren grundsätzlich nach Gleis 2 ein. Ich denke darüber nach, Ladestraße und Lademaß nach Gleis 3 zu verlegen und auch an Gleis 1 einen Bahnsteig zu bauen.

Anfang November 2005 habe ich den Bahnhof einmal mit maßstäblichen Weichen gezeichnet. Da ich keine Vorbilddaten für eine DWW gefunden habe, liegen jetzt zwei Einzelweichen in der Zufahrt zum Hafen. Der Bahnhof ist möglicherweise etwas zu stark gebogen, sieht aber sehr gefällig aus:

loitz-maszstaeblich-01.png

Ein pdf im Maßstab 1:15 zum Ausdrucken gibt es auch.

So schön der Bahnhof mit maßstäblichen Weichen auch wirkt, glaube ich nicht, dass das das richtige für mich ist. Der Zeitaufwand zum Zusammenbauen der Weichenbausätze ist mir einfach zu hoch.

Gleise und Weichen

Bis auf die Doppelweiche in der Zufahrt zum Hafen wird das Gleismaterial von Pilz Elite sein. Am Ladestraßengleis werde ich wohl das Stahlschwellengleis in Kiesbettung verlegen.

Im Fremo-Hp1 01/05 stellte Toralf Roggenbuck einen wunderbaren Handweichenantrieb vor, der zugleich für eine präzise 90°-Drehung der Weichenlaterne sorgt. Das Teil ist für die handbetätigten Weichen auf jeden Fall in der engeren Wahl.

Eine Überlegung geht dahin, die Weichen, die in die Gleise 1 und 2 führen, mit einem Motorantrieb zu steuern und vor dem Empfangsgebäude eine kleine Hebelbank aufzubauen. Ausfahrsignale würde ich nicht aufbauen, Einfahrsignale reichen. Als Weichenantrieb käme dann der Flüsterantrieb von Kurt Harders zum Einsatz. Gleissperren wären für das Schuppengleis und für das Hafengleis vorzusehen.

Fahrzeugeinsatz

Auf der Vorbildstrecke nach Loitz fuhr jahrelang die BR 91.3-18, die es von Fleischmann als Modell gibt. Auch eine T3 wäre hier sicherlich nicht fehl am Platze.

In der Epoche 4 waren Lokomotiven der Baureihen 102 und 106 im Einsatz, sogar die BR 132 hat es bis nach Loitz geschafft. Auch Loks wie die BRen 52 und 52.80 sind vorstellbar.

Im Modell bieten sich für das Spiel mit Bundesbahnfahrzeugen die Baureihen 86, 93.5, V 100 und 50 an, im Schuppen in Laitz steht dann eine Köf 2. Auch eine BR 81 könnte sich mit einer Übergabe hierher verirren.

Noch bunter gestaltete sich der Fahrzeugeinsatz in Epoche 5. Wenn man annimmt, dass die Strecke in den 1990er Jahren privatisiert wurde und im Hafen Getreidetransporte entladen werden, können die wunderschönen bunten Dieselloks der diversen EVU zum Einsatz kommen.

Gebäude

Für die Stärkefabrik liegt hier bereits der Bausatz der "Red Wing Milling Company" von Walthers, dazu passt ein -- ebenfalls vorhandenes -- Silo aus dem gleichen Hause.

Für den Speicher am Bollwerk werde ich möglicherweise auf die Modelle von Trix zurückgreifen, wenn ich davon mal einen günstig bekommen sollte. Das Haus der Fischereigenossenschaft und die Häuser in der Hafenstraße entstehen genau wie Empfangsgebäude und Lokschuppen im Selbstbau.

Als Lokschuppen käme natürlich ebenso gut der Köf-Schuppen von Artitec in Frage. Sehr gut gefällt mir auch der neue einständige Lokschuppen von Auhagen.

Links und Literatur

Links

  • Den Flüsterantrieb kann man auf den Seiten von MBtronik bestaunen und kaufen: www.mbtronik.de
  • Godwin T. Petermann hat ein Kartonmodell des Loitzer Empfangsgebäudes entworfen, das auf seiner Seite betrachtet werden kann.

Bücher und Zeitschriftenartikel

  • Heiko Bergmann: Vorpommerns Eisenbahnen in historischen Ansichten, Ueckermünde 2001.
  • Toralf Roggenbuck: Alles drin, alles dran. Handweichenantrieb mit 90°-Drehung der Weichenlaterne, in: Hp1 (Fremo) 01/2005, S. 22.


Frank