Kleinau West

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Kleinau West war eine stinknormale Kleinbahn-Haltestelle in der Altmark, gelegen an der Strecke Osterburg - Deutsch Pretzier. Bolzengerade, 2 Weichen, 2 Gleissperren, dazwischen genau 100,00 Meter Ladegleis. Vorgelagert war ein lt. Plänen 55 Meter langer Bahnsteig, an dem das ca. 9 mal 9 Meter große, eingeschossiges Empfangsgebäude stand. Rundum nur Sand und ein paar Büsche.

Die Kleinbahnen der Altmark beschäftigen mich nebenher schon geraume Zeit. Das vorliegende Projekt hat sich auf der Planung Kleinbahn unterm Dach entwickelt.

Kleine Vorbildgeschichte

  • 1912: Die Station wird mit einem 100 m langen Ladegleis und einem 175 m langen Kreuzungsgleis geplant.
  • 1913: Das Kreuzungsgleis wird bei einer Planrevision gestrichen.
  • 14. Juli 1914: Die Kleinbahnstrecke Osterburg - Deutsch Pretzier wird eröffnet. Die Haltestelle Dessau (Altm) liegt in km 14,2 ab Deutsch Pretzier.
  • 1915: 3 Zugpaare mit Dampf, Kreuzung jeweils im Nachbarbahnhof Kleinau.
  • 1935: 1 Zugpaar mit Dampf, 2 Zugpaare mit Triebwagen.
  • 1951: 3 1/2 Zugpaare, Güterzüge unbekannt.
  • 1953: Umbenennung der Station in Kleinau West.
  • 1959: 4 Zugpaare, davon 1 1/2 als Gmp.
  • 28. August 1968: Der Abschnitt Pretzier - Kleinau West wird für den Personenverkehr stillgelegt. Die von Osterburg kommenden Züge müssen in Kleinau West wenden.
  • 31. Mai 1969: Im o. a. Abschnitt wird auch der Güterverkehr eingestellt.
  • 1974: 4 Zugpaare, davon 2 als Gmp. Der Zugstamm bestand aus Triebwagenanhängern und einer Diesellok Baureihe 102. Zementsilowagen für den Anschluß des Betonwerks Kleinau waren die Hauptfracht.
  • 28. September 1974: Mit Zug 68743, Kleinau West ab 18.52 Uhr, verläßt der letzte Zug den Bahnhof.

Das Vorbild

kleinauwestlageskizzekjyh7.jpg

Die Skizze des letzten Betriebszustands deutet einen leichten Bogen beim Bahnsteig an, der tatsächlich vorhanden war. Vorbild hier, Einfachheit des Baues und er Arrangementplanung dort - ich grübele noch, ob ich den Knick nachbaue.

Modulplanung

Auch wenn es erst sehr einfach erschien - gerade Strecke, fast ebenes Gelände -, gibt es zwei Probleme. Der Anbau des Empfangsgebäudes ragt über die Modulkante heraus; der Anbau müßte etwa im Pissoir durchgeschnitten dargestellt werden.

Die Modulkästen sollen gleichmäßig geformt und im Kofferraum eine PKW transportierbar sein. Unter 3 Meter Gesamtlänge ist das Vorbild nicht maßstäblich umzusetzen. Für den ersten Entwurf sind 110 cm lange Module angenommen. Die Lage des EG zum Gleis ist noch nicht genau definiert.

kleinauwest080905nk3.gif

Die Darstellung ist gegenüber dem Vorbildplan um 180° gedreht. Die leichte Krümmung ist im Modell nicht berücksichtigt.

Variante a) ergibt ein zu kurzes Ladegleis.

Variante b) ergibt ein maßstäblich langes Ladegleis, aber rechts ist sehr wenig Platz für den Wegübergang.

Variante c) zeigt eine gleichmäßige Verteilung der Gestaltungselemente über die Modulfläche, genug Platz für den Wegübergang und ein maßstäblich langes Ladegleis. Dafür muß eine Modultrennung im Zwischenschienenbereich einer Weiche in Kauf genommen werden. Das ist aber weniger problematisch als man gemeinhin glaubt.

Ich lege gewissen Wert darauf, daß die Gestaltungelemente wie Weichenspitzen und Wegübergang nicht auf das technisch notwendige Mindestmaß an das Modulende gequetscht werden. Schon 10 cm "tote Länge" verbessern die realistische Wirkung.

Variante c) ist mein Favorit.

Um zwei Doppeldecker zu bilden, ist noch ein viertes Modul sinnvoll. Das könnte ein Streckenmodul sein. Ich tendiere aber dazu, eine Materialkiste in Modulabmessungen zu bauen, in der alle notwendigen Zubehörteile verstaut werden:

  • Modulverbindungsschrauben
  • Fredablage, Schreibpult
  • Wagenkartenhalter
  • OB-Telefon, Rufzeichentafel
  • Einlegebrett für eine Ablage zwischen Modulbeinen
  • Fahrzeuge, Wagenkarten und Wagenladungen
  • FREDs, LN-Boxen, Kabel
  • Booster, Trafo, Netzkabel
  • Werkzeug
  • Ersatzschlüssel für Weichen und Gleissperren

Leider sind die Beine zu lang für diese Kiste; die 12 Alurohre müssen besonders gebündelt und gehandhabt werden.

Am Ende soll eine kompakte und transportsichere Materialmenge von 2 Doppeldeckern und einem Beinbündel stehen. So ist eine schnelle Verladung sowohl in jeden Kombi-Pkw als auch Lkw oder Anhänger beim Sammeltransport möglich.

Gleisbau

Code 70-Schienen auf gelasteren Schwellenrosten von Toralf Roggenbuck.

Sicherungstechnik

An jeder Gleissperre ein doppeltes Handschloß, aufschließbar mit dem Streckenschlüssel Form 40. Nach Ablegen der Gleissperre wird der Kuppelschlüssel zum Aufschließen der jeweiligen Weiche frei. Ein Schlüsselkasten wird nicht benötigt.

Die Gleissperren werden in Einheitsform (Weinert) ausgeführt, auch wenn im Vorbild wahrscheinlich eine vereinfachte Form benutzt wurde. Details sind nicht mehr nachvollziehbar.

Gebäude

In [1] sind Zeichungen des Empfangsgebäudes vorhanden. Unabhängig davon habe ich es selber vermessen und fotografiert.

Zwei Ansichten sind bei Klaus-Dieter Tröger zu sehen. Putzig, oder?

In dem fast quadratischen Grundriß des Hauptgebäudes waren ein Güterraum, der Warteraum (mit Tür zum Bahnsteig, wie auf den Bildern zu sehen), eine Wohnküche und eine Stube für den Haltestellenwärter untergebracht. Von der Wohnküche aus führen Treppe zu Stuben unter der Schräge des steilen Zeltdachs, wo weitere Zimmer sind, und in den Keller. Der Anbau enthielt ursprünglich einen Vorraum zur Wohnküche, Pissor, je einen Abtritt für den Wärter, Männer und Frauen sowie einen Stall für das Vieh des Wärters.

Die Fahrkarten wurden aus der Wohnküche durch eine Durchreiche in der Verbindungstür in den Warteraum verkauft. Auf Betreiben der letzten Agentin wurde noch eine Holzwandwand in die Küche eingebaut, die neugierige Blicke der Fahrgäste in ihre Töpfe verhinderte!


Literatur

  • [1] List, Wolfgang: Die Kleinbahn Osterburg - Deutsch-Pretzier. Verlag Bernd Neddermeyer, Berlin 2008. ISBN 978-3-933254-89-4
  • [2] List, Wolfgang: Kleinbahnen der Altmark. transpress VEB Verlag für Verkehrswesen, Berlin 1979.


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