Hoenerwerk

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Überblick

Geplant ist ein kleiner Vorortbahnhof an eingleisiger Strecke, der von einem großen Industrieanschluß geprägt ist. Der Clou: durch austauschbare Industrieanschluß-Geländeteile ist das Modul sowohl für Fremo-H0RE Epoche 3 (ca. 1956-65) als auch für Fremodern Epoche 5 (ca. 1995-heute) zu gebrauchen.

Der Industrieanschluß trägt den Namen "Hoenerwerk". Der Bahnhof selber hat noch keinen Namen, als Arbeitstitel verwende ich im Folgenden "Oebelsen".

Gleisplan und Gebäude

Zunächst nur in ASCII, bessere Bilder folgen:

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---<>-----/------\-----------------1-------------------------\----<>---
               XX \----------------3----------RRR=====EG=====        ..
              XXXXX\LLLLLLLLLLLLLLLLRRRRGSRRRRRRR::::::::::::::::::::..  
               XX   '------4-----C::::::::::::::::::::::::::         ..

Bahnhof (unten):

R: Rampe (mit GS drauf), L: Ladestraße, X: Wendeplatz
C: Culemeyer-Rampe
::: Bahnhofstraße/platz, === Bahnsteig (mit EG drauf)
..: Zufahrtsstraße
1-4: Gleisnummern.
Zwischen Gleis 1 und Gleis 2 befindet sich ein Schüttbahnsteig, 
der nicht eingezeichnet ist.

Anschluß (oben):

V, L, K, W: Versand-, Lack-, Kran-, Werkhalle
v: Versandgleis (in der Halle!)
h: Hofgleis
k: Kranplatz mit Krangleisen
s: Schrottplatz mit Schrottgleis

Das Werk: Geschichte

Der Herr Hoener sen. hatte schon im 19. Jahrhundert eine Maschinenfabrik in Brebeck, gar nicht weit weg vom Vorortbahnhof Hohentor. Das wurde aber alles zu eng, so daß um die Jahrhundertwende an der neuen Bahnstrecke von Brebeck nach Dingelskirchen ein großzügiges Grundstück gekauft wurde, an dem dann gegenüber dem Bahnhof Oebelsen das neue Hoenerwerk entstand.

Nach dem Krieg fusionierte die Hoenersche Maschinenfabrik mit der schon lange befreundeten und auch geschäftlich eng verbundenen Schierenbeck ff. Schiffsarmaturen & Cie. Seither firmiert das Ganze (wie auch Schierenbecks Filialen anderswo) als "Hoener & Schierenbeck AG". Ich will den Kollegen Schierenbeck auch keinesfalls unter den Tisch fallen lassen, aber der Norddeutsche ist nun mal maulfaul und traditionsbewußt. Das Ding hieß seit 1906 im Volksmund "das Hoenerwerk", und daß da seit 1922 nun "Hoener & Schierenbeck AG" dransteht, übrigens in schicken freistehenden Blechlettern wie an einer gewissen Malzfabrik, die in Hohentor (Achtung, viele Bilder und lange Ladezeiten) auch ne Filiale hat, spielt da keine Rolle. Daß der Werkanschluß bei Bundesbahns "Brebeck Hoenerwerk" heißt, tut ein übriges. Tja, Herr Schierenbeck, so ist das nunmal bei die Nordlichters: den Neuankömmling beißen die Hunde.

Ein Rundgang

Betrachten wir einmal das Hoenersche Firmengelände im Jahre 1957 von der Bahnseite aus:

An einer schnurgeraden Strecke durch die Brebecker Vororte liegt ein rund 200 Meter langes, beidseitig angeschlossenes Ausweichgleis. Von dem ab geht dann das Gleis auf den Hoener & Schierenbeckschen Hof rauf, wo es über die gesamte Länge des Geländes parallel zur Grundstücksgrenzmauer läuft -- natürlich eingepflastert schon ab dem Tor, das auch Lastwagen dient. Eine weitere Weiche noch vor der Einfahrt führt in eine große Stahlfachwerkhalle, den Versand. Da drin kann man (von der längs durch die Halle laufenden Modulkante her) beobachten, wie die kleineren Versandstücke in G- und Kmmks-, aber auch auf R- und S-Wagen verladen werden. Das Versandhallengleis endet stumpf in der Halle an einer Kopf/Seitenrampe, aber die Halle hat im dargestellten Bereich auch am anderen Ende noch ein Tor für den nicht schienengebundenen Werkverkehr.

Vom erstgenannten Gleis, das ich mal das Hauptgleis nennen will, gehen per Waggondrehscheiben insgesamt drei weitere Gleise rechtwinklig von der Strecke weg ins Werksgelände. Das erste (von der Einfahrt her gesehen) führt einfach hinter der Versandhalle vorbei weg, nennen wir es mal das Hofgleis. Diesem folgt eine weitere, eher kleine, gemauerte Halle ohne Bahnanschluß: die Lackhalle. Sie soll nicht weiter interessieren, denn dahinter wirds erst spannend: die Kranhalle folgt. Ebenfalls Stahlfachwerk, aber noch ein bißchen imposanter als die Versandhalle und zur Gleisseite hin mit großen Schiebetoren, besonders aber mit einem mächtigen Deckenkran, der aus der Halle raus quer über den Hof bis übers Hauptgleis reicht. Zwei dicke Peiner Träger sind das, an denen ein Gitter-Querträger hängt, der wiederum zwei Laufkatzen als Bahn dient. Hier werden die dicken Brocken verladen -- die ganz dicken im Freien mit dem Kran direkt auf SSt im Hauptgleis, die nicht ganz so dicken in der Halle selber auf SS in einem der beiden Kranhallengleise, die über die zweite Waggondrehscheibe vom Hauptgleis weg in die Kranhalle führen.

An die Kranhalle schließt ein zweigeschossiges Bauwerk an, das im Untergeschoß ebenfalls kleinere Hallen beherbergt, oben aber nur Werkstätten und Büros. Es ragt deutlich weiter Richtung Grundstücksgrenze als die anderen drei, lediglich das Hauptgleis paßt noch zwischen dieser sogenannten Werkhalle und der Grenzmauer durch. Was will es da? Nun, hinter der Werkhalle, die auch wieder beidseitig Tore hat, liegt der Schrottplatz. Mit der dritten Waggondrehscheibe endet hier das Hauptgleis, dafür wird der Schrottplatz mit dem Schrottgleis erschlossen.

Was für eine richtige Maschinenfabrik noch fehlt, etwa Roh- und Brennstoffanlieferung, läuft alles über das Verkehrsgleis in den nicht dargestellten Bereich. (Praktisch, ne? :-)

Das Werk heute

So. Und jetzt kommt der Clou des Ganzen und auch der Grund, warum das alles so steif und rechtwinklig ist: der Firmenhof (also alles zwischen Grenzmauer und Modulkante und zwischen Einfahrt und Schrottplatz) wird abnehmbar gebaut, und die beiden abgenommenen Teile passen jeweils genau in ein 80*30 Ivarregal. So kann ich sie handlicher bauen und immer ankucken und weiter dran rumfrokeln, vor allem aber kann ich,zwei Versionen davon bauen, eine in Ep3 und eine in Ep5 für Fremodern. Da hat sich nämlich das meiste verändert, und darum folgt nun des Rundgangs zweiter Teil: Heute.

Der Strukturwandel geht auch an der Hoener & Schierenbeck AG nicht spurlos vorbei, und irgendwann hat man dann doch eingesehen, daß man da auf dem alten Gelände sich zu sehr selber im Weg rumsteht. Erweitern is nich, rundrum ist inzwischen mehr Stadt als alles andere, und auch wenn die Bahnanbindung taugt: die Lastzüge quälen sich doch arg durch Oebelsen und Brebeck bis zur Autobahn, und Schiffe kommen auch nicht in die Nähe. Also Augen zu und durch: neue Aktien zeichnen lassen, fett Kredit aufnehmen und draußen auf der grünen Wiese beim neuen Containerterminal unweit des Weserhafens neu bauen! Das alte Grundstück verschachert man dann an eine windige Immobiliengesellschaft und macht sich zügig vom Acker.

Was bleibt, ist das Gemäuer. Und nachdem der Plan, es zu planieren und als Bauland teuer zu verhökern, an mangelndem Schmierstoff für die Stadtverwaltung Oebelsen grandios gescheitert ist, hat die darob arg darbende dubiose Murks & Schummel Immobilien Gesellschaft mit beschränkter Haftung und ebensolchem Management keine Wahl, als den Kram zu vermieten. Natürlich nicht am Stück, sondern quasi filetiert. Schaun wir mal, wer da alles so am Hausen ist heutzutage.

In der Versandhalle residiert eine nicht ganz unbekannte Spedition namens Schlabonski, genauer: deren Brebecker Niederlassung (der Stammsitz ist ja in Braunschweig, wie wir wissen und auch auf den Autos steht). In der Halle wird auch immer noch recht eifrig herumgegabelstaplert, bloß Eisenbahnwagen hat's da nur noch ganz ganz selten mal, und an der Rampe ist das Gleis auch schon zugeschüttet und der Boden höhergelegt, damit die Rampe nun besser zu Schlabonskis Lowliner-Sattelschleppern paßt. Laden tut man hier hauptsächlich palettierten Kram, der z.B. sattelzugweise aus Spanien kommt und siebeneinhalbtonnerweise in die City muß, oder umzupackende Transportschäden, oder Leerpaletten, all so einen Kram halt. In der Halle und umzu parken aber auch diverse Laster, angemeldete und angeschossene, und in einer Ecke wird auch an letzteren herumgebastelt. Zwei zerdonnerte Kleinbusse dienen als Behelfs-Aufenthaltsraum, ein Bürocontainer steht auch draußen rum, die Verwaltung der Brebecker Filale ist aber woanders.

Gehen wir weiter zur Lackhalle. Das ummauerte Handtuch war kaum vermietbar, so daß da jetzt für ein paar Euro im Monat eine kleine Schraubergemeinschaft drin residiert. Die haben es sich aber ganz gemütlich gemacht und pflegen auch eine gute Nachbarschaft mit Schlabonski: der eine hat mal ein fehlendes Werkzeug, der andere hilft schon mal mit dem Stapler beim Motorwechsel, friedliche Idylle halt unter Menschen mit öligen Händen.

In der Kranhalle hat sich ein ausgewachsener mittelständischer Kleinbetrieb ;-) niedergelassen: die Wurm Holzbau GmbH. Die machen Treppen, Türen, Tore, Dachbinder in Leim und Fachwerk, Messebau und all sowas. Und die größeren Brocken verladen die auch immer noch mit dem Kran im Freien, wenn auch heutzutage leider meist auf Lastwagen. Nicht immer, wohlgemerkt! Das Hauptgleis liegt ja noch, bloß die Waggondrehscheiben sind alle ausgebaut, ihre Gruben zugeschüttet und das Gleis neu drübergelegt und einasphaltiert. Die Quergleise liegen auch noch, sind aber stellenweise schon überasphaltiert und sonst völlig zugesifft, da täte auch mit Waggondrehscheiben nix mehr rollen.

Schließlich die Werkhalle. Da hat man im Untergeschoß eine Trennwand zwischen den beiden Toren eingezogen und die Hälften getrennt vermietet: der hintere Teil beherbergt jetzt die Laserfix Beschriftungen Schnitz & Plotter GbR, die die Halle nutzt, um dort Kraftfahrzeuge witterungsgeschützt folieren zu können. Die Kundschaft und die Arbeit macht sich vor der Halle die als Parkplatz abmarkierte Fläche mit dem Nachbarn streitig. Der trägt den schönen Namen Üzgür Auto und ist eine typische Mischung aus Werkstatt, Verbrauchtwagenhandel und Schrottplatz, wie man sie von Hinterhofbetrieben mit Migrationshintergrund ja kennt. Machen aber gute und preiswerte Arbeit, die Jungs, und sind auch in Gebrauchtteilen prima sortiert -- kurz: der Laden brummt.

Und hinter der Werkhalle befindet sich immer noch der Schrottplatz. Nur halt jetzt Üzgür seiner. Aber da gibt es auch noch Relikte aus den Zeiten von Hoener & Schierenbeck: eine zumindest im Prinzip funktionierende Waggondrehscheibe, zwei weitgehend renaturisierte Plattformlastwagen, die zuletzt im werksinternen Verkehr aufgebraucht worden waren, und eine echte Rarität: ein kurzer Plattform-Güterwagen unbekannter Provinienz, möglicherweise ex preußischer Schemelwagen (DB Hw 01), mit beblechtem Wagenboden, in einem schon arg fortgeschrittenen Verfallszustand und auch zu großen Teilen unter anderem Schrott begraben. Wenn den mal einer findet ... das gibt eine Bergungsaktion vom Feinsten, da müssen erstmal ein paar dutzend Autowracks aus dem Weg und die Drehscheibe wieder gängig gemacht werden, bis man ihn mit Wurm seinem Kran auf den Tiefladelaster hieven kann :-)

Die Gesamtanlage hat deutlich schon bessere Zeiten gesehen. Verfallen ist anders, bis aufs leerstehende Pförtnerhäuschen sind noch die meisten Scheiben drin und die anderen zumindest verbrettert, auch Graffiti machen sich relativ rar. Aber das Pflaster ist schon ziemlich offroadartig, trotz reichlich Reparaturasphaltierungen und -schotterungen in vielen Generationen, die Blechtüren und -tore sind meist rostschartig, die Dächer geflickt, und wo man Türen oder Fenster neu oder nicht mehr brauchte, sind die baulichen Veränderungen brutalstmöglich und ohne Rücksicht auf die Ästhetik durchgeführt worden. Soll ja eh irgendwann alles unter die Abrißbirne.

Sehr skeptisch sieht man da die Figuren vom Denkmalschutzamt, die in letzter Zeit immer öfter mit ihren beigen Caddy-Kombis das Areal erkundend gesehen worden sind. Au backe :-)

Der Bahnhof

Das Werksgelände in Ep3 und Ep5 habe ich ja bereits beschrieben. Kommen wir also nun zum Drumherum: dem Bahnhof Oebelsen.

In den frühen Jahren wurde die Strecke im Zugleitbetrieb betrieben, entsprechend hatte der Bf keine Signalisierung außer ein paar Blechschildern (Trapez- und H-Tafeln halt). Später kamen dann Einfahr- und noch später dann vielleicht auch Ausfahrsignale dazu. Im Personenverkehr war der Bf Oebelsen immer von eher untergeordneter Bedeutung. Entsprechend wurde die bescheidene Bahnsteigausstattung nie erweitert oder modernisiert, und auch das prächtige Ziegel-EG (das dem in Drübeck verblüffend ähnlich sah) wurde in den späten 70ern geplättet und durch einen modernen Zweckbau Typ Schuhschachtel ersetzt. Aber ich greife vor.

In den 1970er Jahren begann der übliche Niedergang. Die Ortsgüteranlage wurde stillgelegt, der GS alsbald weggeruppt; nur der Hoenerwerk-Anschluß wurde weiterbetrieben und zunehmend seltener auch die Culemeyer-Rampe noch. Die war in den 30ern gebaut worden, um die ganzen anderen kleinen Industriebetriebe, die sich rund ums Hoenerwerk angesiedelt hatten, mit "Bahnanschlüssen" zu versehen. Das auch durchaus erfolgreich, in den 50ern brummte es noch ganz nett im Culemeyerverkehr. Aber die Gummibahn hat da kräftig zugeschlagen, und irgendwann lohnte es halt nicht mehr. Außer, klar, ausnahmsweise mal. In den 70ern hat man dann den Culemeyer-Betrieb an eine lokale Spedition verkauft, die ihn zunächst mit den übernommenen DB-Fahrzeugen weiterbetrieb; als die wiederum dann in den 80ern von Schlabonski (er nu wedder) übernommen wurde, kamen die alten Kaelble aber in den Schrott und eine ganz normale schlabonskiblaue Mercedes- oder MAN- Schwerlastzugmaschine vor die wenigen Culemeyer-Fuhren, die noch fuhren. Das ging noch bis in die frühen 90er so. Und weil der olle Schlabonski auch so ein Man-kann-ja-nie-wissen-Mensch ist, steht ein Culemeyer-Straßenroller auch heute noch in einer Ecke des Geländes herum, obwohl das Gleis zur Rampe inzwischen ebenfalls stillgelegt ist.

Der Schüttbahnsteig an Gleis 2 ist zwar noch vorhanden, wird aber mittlerweile auch aus Sicherheitsgründen nicht mehr benutzt. Die Gleise und Weichen liegen indes noch, Überholungen und Zugkreuzungen finden nach wie vor statt, und auch der Anschluß Hoenerwerk wird noch weiterbetrieben. Noch. Direkt lohnend ist das freilich nicht: Alle Jubeljahre mal bekommen entweder Schlabonski einen Habis in die Versandhalle oder Wurm einen Rs an den Kran gestellt. Dafür sind die Gleisanlagen natürlich hoffnungslos überdimensioniert, aber das kennt man ja von Fremodern. :-)

Das Modul

Noch ein paar Worte zur Modellumsetzung: mit vier Kästen a 100 cm will ich eigentlich auskommen. Wenn die Nutzlänge gar zu knapp ist, kann später an der rechten Modultrennkante (hinter der Einfahrweiche rechts) immer noch verlängert werden. Den Epochenwechsel besorgen die austauschbaren Hoenerwerk-Teile, abnehm-/austauschbare EG und GS sowie Signaltafeln und so Zeugs sowie der Austausch der Straßenfahrzeuge. Daß ich keine Weichen wegruppe, wird Fremodern wohl verkraften können. Aber ich kann ja eine Sh2-Tafel aufs Ladestraßen-/Culemeyergleis stellen für Ep5.

Zur Breite: ich will die Kästen nicht wesentlich breiter machen als Streckenmodule. Die Hoenerwerk-Teile können dann ja seitlich etwas rausragen. Fünf Parallelgleise und die Breite der Ladestrasse sollten zusammen nicht viel mehr als 50 cm ausmachen, denke ich.

Status

Beginnende Planung. Wie immer also.  :-)

Erstellt: Ermel 12:03, 14. Jun. 2010 (UTC)
Letzte inhaltliche Änderung: Ermel 12:03, 14. Jun. 2010 (UTC)