Güterwagentypen

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Der Güterwagenpark der DB (Epoche 3)


Diese Seite soll einen Überblick über die Güterwagenbauarten der DB in der Epoche 3 geben. Sie ist chronologisch nach Bauzeiten gegliedert. Sinn der Sache ist es, gerade Anfängern dabei zu helfen, Durchblick zu bekommen: welche Wagenfamilien gibt es, was ist wie lange noch gelaufen, wie wichtig ist welche Bauart, auf was kann man verzichten? Das Ganze ist natürlich sehr subjektiv, mal wieder viel zu lang und bestimmt auch nicht vollständig.

Ich verwende im Folgenden immer die DB-Bezeichnung, in Klammern gefolgt vom Reichsbahn-Gattungsbezirk. Alle (noch fehlenden) Fotos sind Modellfotos (bzw. werden solche sein), die meisten zeigen mehr oder weniger umgefrokelte Modelle. Dabei habe ich mich auf ein Foto je Bauart beschränkt: es geht hier um die Bauarten, eine Modellbesprechung kann und will dieser Artikel nicht sein. Wo es kein Modell zu kaufen gibt bzw. ich noch keins gebaut habe, ist stattdessen eine Merkbuchzeichnung zu sehen.

Hinweis: Die Firma Klein Modellbahn hat's mittlerweile ja dahingerafft; trotzdem werden deren Modelle im Text als erhältlich bezeichnet, denn zum einen tauchen sie ziemlich zügig im Roco-Programm wieder auf, und zum anderen gibt's ja neben Restbeständen bei den Händlern auch noch E-Bay. In späteren Versionen dieses Artikels wird der Name dann aber wohl verschwinden und die Wagen als Roco-Modelle erwähnt werden, aber noch ist es dazu m.E. zu früh.

Die Länderbahn-Bauarten

Bis etwa 1910 waren die damaligen deutschen Länderbahnen jeweils getrennt für die Beschaffung ihrer Güterwagen zuständig. Dabei war die Bedeutung von Preußen so deutlich überwiegend, daß wir alle anderen Länderbahnwagen, bayerische etwa, getrost ignorieren können.

Länderbahnwagen erkennt man an der "0" an der ersten Stelle ihrer Gattungsnummer. Bei der DB waren allenfalls noch die gedeckten Wagen G 02 (Hannover/Stettin) und die offenen "Kokswagen" Om 04 (Ludwigshafen) von Bedeutung. Beide ähneln ihren Nachfolgern der Verbandsbauart sehr stark. Den G gibt's in H0 von Fleischmann, den Om schon länger und in nicht gerade berauschender Qualität von Piko -- aber man kann ihn auch aus dem Fleischmann-Om 12 umbauen (bzw. von Fleischmann entsprechend umgebaute Epoche-2-Modelle kaufen und umbeschriften).

Ebenfalls von Fleischmann ist der Verschlagwagen der preußischen Bauart, der Vh 04 (Hamburg). Davon gab es zwar nicht mehr viele, aber da sie sich von ihren Nachfolgern deutlich unterschieden, sind sie trotzdem eine willkommene Bereicherung des Angebots -- bislang nur in Epoche-2-Beschriftung und mit Bremserhaus, aber was nicht ist, kann ja hoffentlich noch werden.

Erwähnung verdient schließlich der R 02 (Stuttgart), der zumindest in der frühen Epoche 3 noch einer der häufigeren Rungenwagen war. Auch hier gibt es ein wunderschönes Modell von Fleischmann, wenn auch leider noch nicht mit Preßblechrungen, sondern nur mit Holz- oder ganz ohne Rungen -- letzteres ist für Epoche 3 eindeutig typischer.

Insgesamt kann man aber auf die meisten Wagen der Länderbahn-Bauarten getrost verzichten -- mehr als einen oder zwei davon braucht kein Güterzug der Epoche 3. Was nicht heißen soll, daß es da nicht noch viele wunderbare Modelle gibt, genannt seien exemplarisch nur Fleischmanns vierachsiger preußischer Schienenwagen SSk 07 (Köln), der dreiachsige gedeckte Wagen Gwhs 05 (Stettin) und der dreiachsige Kühlwagen Gk 01 (Berlin) sowie die kurzen, stählernen, offenen O 02 (Schwerin) und Klappdeckelwagen K 06 (Wuppertal) aus gleichem Hause -- aber *brauchen* tut man die nicht als Epoche-3-Bahner.

Mehr noch gilt dies für die Vielzahl bayerischer Wagen z.B. von Trix, Fleischmanns wunderbaren achtachsigen Tiefladewagen oder die diversen Güterzug-Gepäckwagen aus dieser Zeit, ob nun Pwg sä 07 von Sachsenmodelle, Pwg bad 21 von Liliput oder die abgesehen von zwei leider sündteuren Brawa-Modellen immer noch fehlenden älteren preußischen Bauarten. Alles wunderschöne Vorbilder, die meisten auch sehr schön als Modell umgesetzt, aber man braucht höchstens einzelne davon.

Die Verbandsbauart

Von 1910 bis 1927 etwa entstand die erste Generation deutschlandweit genormter Güterwagen nach den Musterzeichnungen des Staatsbahnwagenverbandes, kurz: die Verbandsbauarten. Davon wurden heute unvorstellbar scheinende Stückzahlen gebaut, so daß diese Wagen auch nach dem 2. Weltkrieg noch allgegenwärtig waren -- nicht nur in Deutschland. Erst die großangelegten "Umbauaktionen" ab Ende der 50er Jahre, bei denen Teile zerlegter Wagen für neu gebaute Wagen der UIC-Bauarten verwendet wurden, konnten die Bedeutung dieser Bauarten beenden.

Dementsprechend sollten Verbandsbauartwagen in keinem Güterzug vor etwa 1965 fehlen, bis Ende der 50er Jahre stellten sie sogar den Großteil aller Güterwagen. Zu erkennen sind sie an der "1" in der ersten Stelle der Gattungsnummer.

Der für die DB wichtigste Verbandsbauartwagen war in H0 auch jehrzehntelang der problematischste: der gedeckte Flachdachwagen G 10 (Hannover/Kassel/Karlsruhe). Den hat zwar fast jeder Hersteller im Programm, aber keinen davon konnte man wirklich guten Gewissens empfehlen. Inzwischen kann man, beinahe jedenfalls: das einzige Problem der neuen Modelle von Brawa ist ihr bemerkenswert hoher monetärer Anschaffungswiderstand -- inzwischen sinken allerdings die Straßenpreise, mit Geduld kann man da durchaus Schnäppchen machen. Ob sie den vollen Preis wert sind, entscheide am besten jeder für sich ...

Mit mehr Frokelaufwand lassen sich aber auch aus anderen G 10-Modellen brauchbare Modellbahnwagen gewinnen: Märklins Modell ist ganz ordentlich für seine Zeit, nur das Fahrwerk mit Handbremse ist zu grob ausgefallen; der Fleischmann-Wagen ist etwas zu breit und zu hoch, leider auch die "komplett neukonstruierten" Modelle der jüngsten Zeit; Rocos altes Modell entspricht einer ÖBB-Bauform, und das neue ist unverständlicherweise deutlich zu hoch. Alles Mist, sozusagen. Da man aber trotzdem welche (genauer: viele!) davon braucht, habe ich all diese Modelle trotzdem (natürlich entsprechend umgefrokelt, mehr dazu auf einer eigenen Seite). G 10 liefen auch in den 60er Jahren noch zahlreich, dann aber ohne oder mit abgebauter Handbremse. Letztere Version hat bisher leider nur Märklin gemacht, wieder mit viel zu grobem Fahrwerk.

Entwarnung beim anderen wichtigen Verbandsbauartwagen: den Om 12 (Breslau/Essen) gibt's in einwandfreier Qualität von Fleischmann zu kaufen, jetzt endlich auch in der häufigsten Version ohne Hand-, aber mit Druckluftbremse.

Indes gab's vom Om 12 zwei verschiedene Bauformen. Die von Fleischmann nachgebildete ist die ältere, bis etwa Baujahr 1923. Die neuere gab's mal vor langer Zeit von Piko und gibt's heute noch von Roco, dort aber ein wenig zu lang und beide mit eher bescheidenen Fahrwerken. Hier ist also Frokeln gefragt; mehr dazu auf unserer Om-Wagen-Seite.

Om 12 verschwanden etwas schneller als G 10, wohl weil bei O-Wagen das Ladegewicht entscheidener ist als bei G-Wagen, die ja im Stückgutverkehr nicht immer ausgelastet wurden. Trotzdem ist auch der Om 12 bis 1960 allgegenwärtig gewesen und erst ab 1965 richtig selten geworden.

Von den restlichen Verbandsbauartwagen braucht man keine Riesenstückzahlen, aber innerhalb ihrer Gattung waren sie dennoch i.d.R. führend bei den Stückzahlen. Bei der DB noch bedeutend waren der Rungenwagen R 10 (Stuttgart) (Modell von Roco), der großräumige G-Wagen Gl 11 (Dresden) (Modell von Fleischmann), der Klappdeckelwagen K 15 (Wuppertal) (Modelle der frühen Serien von Märklin und der letzten, vergrößerten Serie von Fleischmann) und der vierachsige Schienenwagen SS 15 (Köln) (Modell von Roco), außerdem aber auch einige noch nicht als gute Modelle erhältliche Wagen.

Da ist zum einen der Verschlagwagen Vh 14 (Hamburg) zu nennen. Den gibt's zwar von Tillig/Sachsenmodelle, aber das Modell ist leider um etwa 3 mm zu lang ausgefallen (und überdies nur ohne Handbremse erhältlich). Beides kann man natürlich ändern, mehr dazu demnächst. Auch demnächst kümmern wir uns endlich mal um den zweiachsigen Schienenwagen S 14 (Augsburg) (Modell von Fleischmann). Der ist sehr schön, aber auch sehr untypisch für Epoche 3, denn sie wurden fast alle in Sm 14 umgebaut, und das müssen wir dann wohl auch mal machen.

Außerdem fehlt noch der lange vierachsige Schienenwagen SSl 16 (Köln), welchletzteren man aber aus zwei Roco-SS 15 zurechtschnippeln könnte. Der Drehschemelwagen H 10 (Regensburg) schließlich ist weder von Fleischmann noch von Märklin wirklich befriedigend ausgefallen: bei Fleischmann ist er zwar sehr schön, aber zu breit und zu kurz, während bei Märklin das Gegenteil gilt.

Nicht so wichtig, aber auch schön, sind die Modelle der kleineren offenen Wagen O 10 (Halle) (Modelle von Fleischmann und Sachsenmodelle) und O 11 (Nürnberg) (Modell von Märklin). Die waren schon in den 50er Jahren von untergeordneter Bedeutung, da zu klein für wirtschaftlichen Einsatz.

Der sehr häufige und wichtige Pwg pr 14, Modelle von Fleischmann und als Messingbausatz von Weinert, könnte wie auch sein Vorgänger Pwg pr 12 mal ein "richtiges" DB-Epoche-3-Großserienmodell vertragen; bisher ist man da leider zum Frokeln verdammt.

Last but not least sei auf die wunderschönen Kesselwagen (zweiachsige Modelle von Fleischmann und Sachsenmodelle, Vierachser von Roco, Sechsachser von Brawa), Säuretopfwagen (Modelle von Sachsenmodelle und Fleischmann), Säurekesselwagen (Modell von Sachsenmodelle), Faßwagen (Modelle von Sachsenmodelle mit offenen Fässern, von Fleischmann mit Wagenkasten drumrum), Flüssiggaswagen (Modell von Fleischmann) und Bierwagen (Modelle von Fleischmann und Heris) hingewiesen, die, obwohl als Privatwagen eingestellt, technisch ebenfalls zur Verbandsbauart gehören und in der Epoche 3 zwar nicht mehr in großen, aber doch in nennenswerten Stückzahlen gelaufen sind.

Die Austauschbauart

Ab 1927 wurden Güterwagen nach überarbeiteten Zeichnungen und aus austauschbaren Teilen gebaut (zuvor mußten die Einzelteile, etwa bei Reparaturen, dem Wagen angepaßt werden, was sehr aufwendig und kostspielig war). Die so entstandenen Austauschbau-Wagen erkennt man bei der DB an einer "2" an erster Stelle der Gattungsnummer. Sie waren den Modellbahnherstellern schon früh gern genommene Vorbilder, wohl weil gute Zeichnungen davon existieren und mehr Wagentypen auf ein und dasselbe Fahrwerk passen als bei den Verbands- oder gar Länderbahnbauarten.

Das hat für uns heute einen Vor- und einen Nachteil. Man kann zwar nach Herzenslust auch im Modell Fahrwerke, Bremserhäuser etc. universell für alle Austauschbauwagen verwenden, aber leider sind die meisten Modelle dieser Wagen alt (und damit, auch wenn das kein Naturgesetz ist, nicht besonders gut). Mittlerweile hat sich die Lage aber ein wenig entspannt, nachdem Brawa und insbesondere Roco Modelle des Austauschbau-Om-Wagens rausgebracht haben. Besonders das Dreierpack dieser Wagen von Roco eignet sich m.E. recht gut, um anderen Austauschbauwagen-Modellen zu noch erträglichen Kosten zeitgemäße Fahrwerke zu verpassen.

Dennoch: Eine komplette Serie Austauschbauwagen auf heutigem Niveau, das wäre was -- auch wenn die Wagen beim Vorbild lange nicht die Bedeutung der Verbandswagen erreichten. Fangen wir mit der häufigsten Gruppe an, den Wagen in Om-Wagen-Länge. Davon hat eigentlich jeder Hersteller welche im Programm. Die meisten sind aber schlecht. Eine besondere Erwähnung negativer Art hat sich hier Liliput verdient, die gleich drei fahrwerksgleiche Wagen -- Om, G und V -- neu herausgebracht haben und dabei leider allen dreien indiskutabel breite Bretterfugen verpaßt haben. Sinnlose Verschwendung von Entwicklungskosten, traurig sowas.

Einer der meistnachgebildeten Güterwagen ist der Gr 20 (Kassel). Gute Wagenkästen haben aber nur die Modelle von Röwa/Trix (nicht mehr erhältlich) und Fleischmann; hier gibt's dafür sogar zwei davon, ein ordentliches "Billigmodell" und ein sehr schönes neukonstruiertes. Leider beide mit Verbandsbauart-Fahrwerk, während das Märklin-Fahrwerk, mit dem auch der Trix-Wagen zuletzt geliefert wurde, zwar richtig, aber indiskutabel häßlich ist. Fleischmann- oder Trix-Wagenkasten mit Märklin-Bremserbühnenfahrwerk oder Roco-Om 21-Fahrwerk heißt also der Ausweg. Die Wagenkästen von Piko und Roco sind falsch (sie passen zu ex polnischen G 90), der von Märklin ist viel zu grob ausgefallen, und übers Liliput-Modell und seine Bretterfugen hab ich ja schon eingangs gemeckert.

Gleiches gilt für den Verschlagwagen V 23 (Hamburg). Hier kommt der stimmigste Wagenkasten ebenfalls von Röwa/Trix, aber der von Fleischmann (wieder aus der "Billigserie") taugt auch was; Piko und mehr noch Märklin sollte man getrost dem Abfall anvertrauen, und bei Liliput sind's einmal mehr die Bretterfugen, die den Wagen disqualifizieren. Zu den Fahrwerken gilt das oben Gesagte.

Seit den 2007er Neuheiten von Brawa und Roco endlich kein Problem mehr: der Om-Wagen der Austauschbauart, der Om 21 (Königsberg). Über die alten Modelle von Roco und Piko brauchen wir an dieser Stelle kein Wort mehr zu verlieren; angesichts des nahezu perfekten Brawa- und der guten und preiswerten Roco-Modelle lohnt es sich nicht, ältere Om 21-Modelle auch nur eines zweiten Blickes zu würdigen. Und auch das noch neuere Liliput-Modell nicht, wiederum wegen seiner viel zu breiten Bretterfugen, die es mit dem wiederum noch neueren Märklin-Modell gemeinsam hat. Seufz.

Der vierte Wagentyp auf diesem Fahrwerk ist der Schemelwagen H 20 (Regensburg). Den braucht man aufgrund seiner sehr geringen Vorbildstückzahl aber nicht als Modell; frokeln ließe er sich indes recht einfach aus Fleischmanns H 10 (der sogar die richtige Länge für einen H 20 hat) und den genannten Fahrwerken.

Ebenfalls Austauschbau-Fahrwerke in Om-Länge finden sich noch unter Märklins Behältertragwagen BT 10 und Pikos Säuretopfwagen. Bei beiden ist das korrekt: der BT 10 wurde von der DB u.a. aus Gr 20 umgebaut, und der Säuretopfwagen ist eben ein Privatwagen aus der Zeit (und liefert übrigens ein sehr schönes Austauschbau-Bremserhaus). Und das Märklin-Fahrwerk ist sogar einigermaßen erträglich. Das von Piko ... nicht so. Der BT 10 krankt indessen an seiner vorbildwidrigen kompletten Abdeckung der Oberseite mit Riffelblechimitat und seinem viel zu geringen Gewicht; mit Behältern mag man ihn einsetzen können, ohne sie aber kaum.

Die zweite wichtige Gruppe von Austauschbauwagen ist die mit 12,10 m Länge über Puffer. Da gab's zunächst verschiedene Varianten des großräumigen gedeckten Wagens (Dresden), nämlich Gl 22, Glt 23 (mit Stirntür) und Glhs 25 (mit verlängertem Achsstand). Den Gl 22 gibt's von Brawa und von Märklin; Märklin hat aber auch den Glt 23 umgesetzt, sogar mit beiden beim Vorbild erhältlichen Stirntür-Bauformen. Der Glhs 25 fehlt noch, aber der war auch relativ selten. Die DB hat spätere Serien der Gl und Glt in Glmhs 28 und Gltmhs 26 umgezeichnet; diese sind aus Rocos geschweißten Wagen Glmhs 38 und Gltmhs 46 recht einfach umzubauen.

Der Austauschbau-Rungenwagen R 20 (Stuttgart) ist nach vielen Jahrzehnten völligen Fehlens mittlerweile von Brawa und Märklin erhältlich; früher mußte man ihn aus einem vorbildlosen Roco-Billigmodell umfrokeln, und aus einem Artikel darüber ist immerhin diese Website hier entstanden ...

Hingegen seit Jahrzehnten schon x-mal als Modell realisiert, aber leider trotzdem von keinem Hersteller zu gebrauchen, ist der kürzere Klappdeckelwagen K 25 (Wuppertal). Mit kleinen Kompromissen kann man ihn aber mit einem neuen Fahrwerk aus Fleischmanns K 15 der letzten Serie frokeln, die Maße stimmen immerhin überein.

Die restlichen Austauschbauwagen sind in so geringen Stückzahlen beschafft worden, daß wir sie getrost ignorieren können. Da sind zum einen die kurzen O 20 (Halle), die sich das Fahrwerk mit dem K 25 teilen und notfalls aus O 10 zu frokeln wären, und zum anderen der Schienenwagen Sm 24 (Augsburg), bei dem man auf den Komplettselbstbau angewiesen wäre, wenn man ihn denn brauchte (das total verhauene Märklin-"Modell" verdient die Erwähnung nicht). Aber an dieser Stelle sei noch mal der Sm 14 erwähnt: bei der DB aus S 14 umgebaut, wegen seiner Austauschbau-Laufwerke optisch auch eher hier als bei der Verbandsbauart einzuordnen, der häufigste Schienenwagen der DB überhaupt und im H0-Modell leider noch völlig abwesend, wenn man das völlig abgehobene Böhnlein-Modell in maßstäblicher Messing-Ätzbauweise mal außen vor läßt.

Den vierachsigen Austauschbau-Schienenwagen SSlm 25 (Köln) brachte völlig überraschend die Firma Liliput 2010 auf den Markt. Das Modell ist zwar nicht so richtig toll, aber man kann damit leben, zumal es relativ preiswert geblieben ist.

Außerdem gab's noch wenige Austauschbau-Fährbootwagen, die für den Verkehr nach Großbritannien vorgesehen waren und deswegen einen kleineren Querschnitt hatten als normale kontinentale Güterwagen. Es waren dies der gedeckte Gbh 21 (Saarbrücken), den es als Modell bei Roco gibt, und der Rbh 21 (Saarbrücken), den noch niemand in Serie gebaut hat. Nicht schlimm: die Wagen waren eh selten, und freizügig einsetzbar sind sie im Modell auch nicht.

Ebenfalls Austauschbauart, zumindest den Baujahren nach: die vierachsigen Selbstentladewagen der genieteten Bauart mit Lenkachsen (keine Drehgestelle). Am bekanntesten sind da die Sattelwagen OOt 23 und OOt 24 (beide Gattungsbezirk Oldenburg/Saarbrücken). Den kürzeren OOt 23 bzw. die Erz-Version OOtz 23 Erz III gibt's als Modell von Brawa, den längeren OOt 24 und dessen Klappdeckel-Variante KKt 26 gab's mal (wie auch eine frühere Version des OOt 23) als exzellenten Kunststoffbausatz von Bochmann & Kochendörfer. Verglichen mit den geschweißten Wagen waren die genieteten in der Epoche 3 aber schon recht selten. Noch seltener: der Trichter-Selbstentlader KKt 27, den es neuerdings bei Fleischmann gibt. Im Gegensatz zu den Sattelwagen, die meist in Ganzzügen liefen, kann man den KKt 27 aber auch einzeln laufen lassen, etwa im Getreideverkehr auch auf Nebenbahnen: selteneres Vorbild und trotzdem wichtigeres Modell, eine seltene Kombination. Von der Bauart verwandt ist dann noch der vierachsige Teerkesselwagen von Brawa, der aber leider zu kurz geraten ist.

Und schließlich sei noch der charakteristische kurze Talbot-Schotterwagen genannt, von dem Fleischmann und Roco erfreulicherweise verschiedene Vorbilder in ansehnliche Modelle umgesetzt haben.

Die geschweißte Bauart

In den dreißiger Jahren begann man, Güterwagen zu schweißen statt zu nieten. Das ermöglichte in der Folge drastische Fortschritte in Leichtbau und Stabilität, was sich zusammen mit den steigenden Geschwindigkeiten auch optisch deutlich bemerkbar machte.

Zunächst entstanden aber einige der alten Baumuster der Austauschbauart weiter, bis auf den Wegfall der Knotenbleche nur minimal optisch verändert. Es waren dies: der Om 30/31 (Breslau/Essen), der V 33 (Hamburg), der R 30 (Stuttgart) und die Glmhs 38 und Gltmhs 46 (Dresden). Letztere gibt's als gute Modelle bei Roco, den Rest kann man aus den oben genannten Austauschbau-Wagen recht einfach gewinnen (braucht man aber angesichts der relativ geringen Stückzahlen auch nicht unbedingt). Am Gltmhs 46 sehen wir aber auch schon, daß die Erkennbarkeit der Generationen an der ersten Stelle der Gattungsnummer allmählich nicht mehr so toll funktioniert. Gut: generell kann man schon sagen, daß "3" meistens für geschweißte Bauart, "4" für Kriegsbauart und "5" für Neubauarten steht. Aber eben leider nur meistens.

Doch zurück zu den Wagen. Schon bald wurde klar, daß die Schweißtechnik neue Möglichkeiten bot. O-Wagen wurden in geschweißter Bauart erheblich leichter, blieben aber stabil genug, um das Ladegewicht trotzdem zu erhöhen. Dies und der fortschreitende Ausbau der Hauptstrecken für 20 to Achslast führte zum Bau längerer O-Wagen (Einheitslänge: 10 Meter) mit einer Tragfähigkeit von 29 to (statt 21 to bei den bisherigen Om-Wagen). Der abbordbare Halle-Nachfolger Omm 32 (Linz) und sein hochbordiger, sonst baugleicher Kollege Omm 33 (Villach) stehen als immer noch recht ordentliche Liliput-Modelle zur Verfügung; Pikos alter Omm 33 ist leider bei der Überarbeitung mit Holzmaserung und viel zu dicken Achshaltern verhunzt worden.

Bei den gedeckten Wagen lag der Schwerpunkt auf der Erhöhung der Geschwindigkeit. Erster geschweißter Wagen war der Ghs 31 (Oppeln), immer mit Bremserhaus und mit extrem langem Achsstand in kleiner Serie hauptsächlich für den Stückgutverkehr entstanden. Wenig später entstand dann die Großserie der "normal-kurzen", aber ebenfalls mit langem Achsstand versehenen Gms 30 (Oppeln). Beide gibt's in guter Qualität von Klein Modellbahn, den kürzeren auch zum einen demnächst neu von Brawa und zum anderen in eher mäßiger Umsetzung von Liliput und Märklin, die das Kunststück vollbracht haben, 45 Jahre nach Liliput noch breitere Bretterfugen zu gravieren. Einen korrekten kurzen Oppeln mit Handbremse hat bis jetzt (bis auf den wegen der Fugen unbrauchbaren Märklin-Wagen) leider noch kein Hersteller zustandegebracht, auch bei Brawa ist er noch nicht angekündigt. Weit eher zu verschmerzen ist das Fehlen des geschweißten gedeckten Fährbootwagens Gbh 32 (Saarbrücken).

Die dritte große Gruppe geschweißter Wagen waren die Rungenwagen Rms 31 (Stuttgart), die sich von ihren Vorgängern durch abklappbare Bordwände aus Stahl, langen Achsstand, räumliches Sprengwerk, umklappbare Bremserbühnengeländer (ohne Bremserhäuser) und hohe Tragfähigkeit sehr deutlich unterschieden. Sehr schöne Modelle gibt's von Fleischmann.

Schließlich seien noch die Kühlwagen genannt, die in recht großer Stückzahl und ebensolchem Variantenreichtum entstanden und eine eigene Seite rechtfertigen würden. Modelle der Tnhs 31, Tnfhs 32 und Ths 42 (alle Berlin) gibt's von Klein Modellbahn; insbesondere sei auf die sehr zahlreichen Sonderserien mit allen erdenklichen Form- und Beschriftungsvarianten verweisen, die der Importeur M&D in den 90er Jahren anbot.

Neben den traditionellen Schienenwagen Sm 34 und Smr 35 (beide Augsburg), letzterer ein interessant aussehender Wagen, den Weinert als Messingbausatz anbietet, sowie SSlma 44 (Köln), den Brawa angekündigt hat, wurden aus politischen Gründen neue, kurze Flachwagen für schwere Einzellasten, spich: Panzer, entwickelt. Den vierachsigen SSy 45 gibt's in zahlreichen Formvarianten bei Artitec und mit altersbedingten Fehlern bei Roco; den sechsachsigen SSym 46 hat Artitec ebenfalls angekündigt, der von Märklin/Trix ist aber auch ganz gut, besser jedenfalls als der uralte von Liliput.

Die Sattelboden-Selbstentlader wurden natürlich auch als geschweißte Wagen weitergebaut, zunächst noch mit Lenkachsen, bald schon mit Drehgestellen stattdessen. Die kurze Bauart hieß OOt 41 bzw. als Erzwagen OOtz 41 Erz IIId, die lange OOt 42; Modelle gibt's von Klein Modellbahn bzw. Roco. Die Klappdeckel-Variante des langen, den KKt 45, hat Roco neuerdings ebenfalls, aber die Drehgestelle passen für diesen nicht (bei OOt gab es die Roco-Drehgestellbauart aber).

Für den Erzverkehr sind so hohe Wagenkästen aber die pure Verschwendung. Erz, das bis zu vier Tonnen je Kubikmeter wiegt, kann eh nicht so hoch geladen werden. Folgerichtig wurden die Wagen flacher. Diese OOtz 43 Erz IId und OOtz 44 Erz Id gibt's auch von Klein Modellbahn.

Hier vielleicht mal ein Einschub bezüglich der großen Anschrift "Erz IIId" u.ä.: die römische Zahl bezeichnet die Wagenkasten-Höhe (III = normalhoch, II = flach, I = extraflach), das angehängte "d" bezeichnet Drehgestellwagen. "Erz III" ist also ein Lenkachs-OOtz 41, die anderen Beispiele stehen ja schon oben im Text. Sinn der Übung war vermutlich, die Dinger an den z.T. auf die flacheren Wagen ausgelegten Verladeanlagen auch bei eher merkbefreiten Bedienern, kriegsmäßiger Verdunkelung und dergleichen Unbill zuverlässig auseinanderhalten zu können, bevor es knirscht.

Bei den Kesselwagen der geschweißten Bauart herrschte lange Zeit Funkstille, mittlerweile kommt aber Bewegung in die Sache: zum einen liefert Brawa mit der 280-hl-Version den wohl besten derzeit erhältlichen Modellgüterwagen überhaupt, und auch noch völlig untypisch preiswert, und zum anderen kündigt Liliput zahlreiche andere Varianten derselben Wagenfamilie an, auch Mehrkammer- und Chemiekesselwagen.

Abschließend ist noch der erste neukonstruierte Güterzug-Gepäckwagen, der Pwgs 38 und Pwgs 41, zu nennen. Letzteren gibt's als spitzenmäßigen Messing-Ätzbausatz bei Weinert und als mit Proportionsmängeln behaftetes, aber dafür auch relativ preiswertes Fertigmodell bei Märklin/Trix.

Die Kriegsbauarten

So schön diese geschweißten Wagen aber auch waren: um sie im Krieg, bei gestiegenem Wagenmangel und knappen Rohstoffen, zu bauen, waren sie zu aufwendig konstruiert. Drum hat man praktisch alle Bauarten nochmal neu entwickelt; daß davon dann nicht mehr alle in den geplanten rauhen Mengen gebaut wurden, steht auf einem anderen Blatt. Ebenso wurden einige der vorgenannten geschweißten Bauarten erst im Krieg (weiter-)entwickelt und gebaut; hier bei den Kriegswagen stehen aber nur die komplett neu entwickelten.

Massenhaft gebaut wurde jedenfalls der Omm 34 (Klagenfurt), besonders mit dem sogenannten "Schwalbennest"-Bremserhaus ein sehr interessant anmutender Wagen, den man von Klein Modellbahn kaufen oder mit etwas mehr Aufwand aus Piko-, Roco- oder auch Märklin-Modellen gewinnen kann. Mehr dazu (und zu seinen Nachfolgebauarten) auf unserer Seite "Von Klagenfurt bis Duisburg".

Auch noch erhebliche Mengen entstanden vom Gmhs 35 (Bremen), etwas länger als der ältere Oppeln und auch sonst eine gelungene Konstruktion. Ebenso gelungen ist das Roco-Modell; das von Sachsenmodelle ist nicht so toll, leider hat man hier ohne Not die Proportionen etwas verhauen. Gleiches gilt für die Modelle des aus dem Bremen abgeleiteten Pwgs 44 beider Hersteller.

Praktisch nur als Prototyp existierte der Glmhs 36 (Leipzig), als Modell schon seit Jahrzehnten zu haben, erst bei Röwa, jetzt bei Roco, und deswegen auf Modellbahnen allerorten überproportional häufig zu finden. Mit 77 gebauten Exemplaren fast genauso selten war der Vierachser GGths 43 (Bromberg), ebenfalls von Roco.

Den Rungenwagen Rmms 33 (Ulm) gibt's bei Piko, ein wunderschönes Modell. Das Vorbild ist bis auf (überwiegend) Holzbordwände und Details dem Rms 31 sehr ähnlich; trotzdem ein recht häufiges Vorbild und eine sinnvolle Ergänzung.

Irgendwie auch eine Kriegsbauart: die sogenannten "Ukraine-Kühlwagen". Das waren im Prinzip geschweißte Gl-Wagen mit Isolierung, Eisbehältern und Drehtüren. Diese Ursprungsbauart liefert Märklin/Trix. Bei der DB wurden die Wagen alsbald modernisiert, die Eisbehälter ausgebaut, die Bretterbeplankung von horizontal auf vertikal umgebaut und die Wagen als Seefisch-Kühlwagen Tnfhs 38 eingereiht. Diese Version gibt's immer mal wieder von Roco. Eine weitere Umbauversion mit wieder horizontaler, aber außenliegender Beplankung kommt demnächst von Trix.

Und dann waren da noch die Kesselwagen. Sowohl beim Zwei- als auch beim Vierachser gab es da zwei konkurrierende Versionen: die eher konventionell anmutende Bauart Uerdingen mit durchgehenden (Blech-)Rahmenlangträgern unterm Kessel und die Bauart Deutz, bei der der Kessel selbst einziges tragendes Teil ist und ergo zwischen den Drehgestellen außer der Bremsanlage nichts unterm Kessel hängt. Zweiachser gibt's in beiden Versionen seit langer Zeit bei Klein Modellbahn, die Deutzer Vierachser seit kurzem ebendort und auch bei Liliput, hier sogar in verschiedenen Kesselgrößen und sowohl in der Ursprungsbauart und der modernisierten Nachkriegsversion. Bleibt der vierachsige Uerdinger: den hat Brawa letztes Jahr angekündigt, bisher ist er aber nicht aufgetaucht.

Die Nachkriegs-Behelfswagen

Am Ende eines Krieges wartet ein großes Chaos auf uns. Zum einen wurden zunächst einige Kriegsbauarten in leicht veränderter Ausführung nachgebaut: Gmhs 35 (Bremen), dessen Nachkriegsausführung Roco leider nicht gemacht hat, und Omm 37 (Duisburg), eine verstärkte Ausführung des Omm 34 (Klagenfurt), Modelle s.o., sowie einige wenige Glmghs 36 (Leipzig), diese vor allem als Leig-Einheit Gllmghs 37 (Leipzig), Modell ebenfalls bei Roco.

Zum zweiten hat man angesichts des enormen Wagenmangels nach dem Krieg einige fremdländische Bauarten beschafft, die zwar stückzahlmäßig eher unbedeutend waren, aber trotzdem recht interessant sind: französisch anmutende Ommp 50 (ex SAAR-Ommpu 49, nicht ganz perfektes Modell bei Piko) und schon ab Werk ganz übel veraltete Om 19 (Ludwigshafen) (kann man aus einem Roco-Modell umfrokeln), außerdem tschechische Gm(s) 39 (Bremen) (gut abgehangene Modelle von Roco und Vacek) sowie Omm 39 (Duisburg) (Modelle von Piko und Vacek), und bestimmt noch ein paar, die ich vergessen habe. Auch in diese Gruppe gehören die zwar deutsch aussehenden, aber genieteten (!) und somit ebenfalls als Behelf anzusehenden Omm 29 (Duisburg), die es aber nicht als Modell zu kaufen gibt.

Und zum dritten gab es natürlich auch schon ein paar erste "richtige" Neubauten, denen man aber die Nachkriegszeit irgendwie doch noch ansieht: die ersten Wagen mit überkritischem Laufwerk, aber noch 5,10 m Achsstand (statt später 5,40 m): der letzte Klappdeckelwagen Kmm 36 (Düsseldorf) (nicht ganz korrektes Modell bei Märklin/Trix), erste Stahlbordwand-O-Wagen wie Omm 37 (Duisburg) und Omm 51 (letzteren hat M&D mal fälschlich aus Omm 53 umbeschriftet) und ein paar interessante Prototypen des Kmmks 51 (Göttingen). Dazu kommen dann noch mehr oder weniger skurrile Versuchsumbauten vor allem des G 10 und Om 12 und eine Menge weniger oder mehr skurriler Versuchsneubauten (Gattungsbezirk meistens Göttingen), die hier aufzuzählen wohl endgültig zu weit führen würde.

Die USATC-Kriegsbauarten

Auch so'n Provisorium waren die Wagen, die mit der US-Armee als Bausatz übern Atlantik kamen, in England zusammengebastelt wurden und dann wie eine Invasion über den Kontinent schwappten. Die "durfte" dann die DB den Amerikanern abkaufen, wie freiwillig sei mal dahingestellt.

Da gab's zum einen die Zweiachser als G-, O-, X-, Xf-Wagen und Pwg. Die hatten kein besonders langes Leben bei der DB, weil sie recht klein und mit sehr seltsamen Bremsen ausgerüstet waren. G 09 und Owp 09 gibt's bei Klein Modellbahn, aber auch bei Sachsenmodelle, wo man auch X 09, Xf 09 und Pwg 09 im Programm hat.

Interessanter, für die DB wie im Modell, sind die Vierachser, allen voran der Flachwagen SSkm 49, den es in all seinen Varianten bei Klein Modellbahn gibt. Ebenso den Kesselwagen EKW 49 und dessen Variante als Staubgutwagen KKd 49, an welchletzterem es aber noch ein wenig zu frokeln gibt.

Die Nachkriegs-Einheitsbauarten

So ab Mitte, Ende der 50er Jahre kam dann so langsam Ruhe in die Neubauwagen-Beschaffung. Da kamen dann endlich mal wieder neue Bauarten in rauhen Mengen in den Verkehr. Viele davon sind auch heute noch, oder zumindest bis vor kurzem, in Betrieb (gewesen) und deswegen vor dem inneren Auge noch präsent. Genau dieses Gemisch von Uralt- und moderner Eisenbahn macht ja die Epoche 3 so interessant, finde ich.

Also denn, los mit der Aufzählung: G-Wagen gab's zunächst mit 1,80 m breiter Schiebetür als Gmhs 53 und Gmhs 55 (Spitzenmodelle von Fleischmann), später dann mit 2,00 m breiter als Gmmhs 56 (Modell von Roco). Lange G-Wagen, Glmhs 50 und Glmmhs 57, gibt's in guter Qualität bei Klein Modellbahn/Roco; an die Leig-Einheit Gllmhs 52 hat sich aber noch keiner rangetraut, leider. Den gedeckten Neubau-Fährbootwagen Gmbhs 51 gibt's aber, von Liliput.

Gedeckte Sonderbauarten: Hier macht sich die Spezialisierung des Wagenparks deutlich bemerkbar. Da gibt's zunächst als Nachfolger der Klappdeckelwagen die Schiebedachwagen Kmmks 51 ohne und Kmmfks 52 mit Stirntüren, ersterer von Brawa, beide in guter Qualität von Klein Modellbahn. Schon bald kamen dann ähnliche, aber höhere Wagen mit zusätzlichen Schiebewänden, die Kmmgks 58 (ebenfalls bei Klein Modellbahn, aber auch bei Märklin/Trix). Eine verlängerte Version, der Klmmgks 66 (Modell bei Roco), sieht schon arg nach Epoche 4 aus und soll deswegen diesen Absatz abschließen.

Gedeckte Sonderbauarten gab's aber noch mehr: Staubgutwagen zum Beispiel, die zweiachsigen Kds 54 und höheren Kds 56 als Supermodelle von Roco, die vierachsigen KKds 55 leider nirgends und die längeren Zweiachser Kds 67 superschön und superteuer bei Piko. Oder Kühlwagen: den Tmhs 50 hat Fleischmann am besten umgesetzt, den bei der DB nur als Privatwagen gelaufenen, aber in ganz Europa verbreiteten UIC Typ 1 gibt's bei Brawa. Außerdem gab's natürlich auch gedeckte Selbstentladewagen, aber die bespreche ich unten bei den offenen mit.

Zunächst aber offene Regelbauarten. Davon gab's im Wesentlichen zwei: den UIC-Standardwagen Omm 53, den praktisch jeder Hersteller im Modell anbietet (der IMHO schönste kommt von Roco), und die DB-Bauart Omm 52 mit den charakteristisch gebuckelten Wänden, den es in unübertroffener Qualität und zu unbezahlbaren Preisen bei Brawa (und außerdem von Roco (ex Klein Modellbahn) seit kurzem endlich wieder) zu kaufen gibt. Die viel älteren Modelle von Roco und Märklin sind auch nach des letzteren Überarbeitung nicht wirklich das Wahre.

Bei den offenen Sonderbauarten wird's wieder abwechslungsreicher. Bei den zweiachsigen Selbstentladewagen kommt der Otmm 52 mit dem gekröpften Rahmen von Exact Train; den Otmm 57 gibt's zwar auch nicht, wohl aber den sehr ähnlichen Otmm 61 bzw. Otmm 64 als sündteures Piko-Modell. All diese Wagen gab's beim Vorbild auch mit Schwenkdächern als Ktmm, im Modell leider bis dato nicht. Wohl aber liefert Roco die längere Bauart Otmm 70 auch als Ktmmv 69; beide Modelle sind gut gelungen.

Vierachsige Selbstentladewagen gibt es eigentlich nur einen: den OOt 50 und seine Klappdeckel-Variante KKt 57 als gute Roco- und ziemlich gut abgehangene Märklin-Modelle; die moderneren Schwenkdach-Versionen Ktmm 61 ff. gibt's nirgends, schade.

Zu den Selbstentladern gehört auch noch der vierachsige Schotterwagen, der beim Vorbild den bekannten Zweiachser von Talbot ablöste und im Modell bei Roco zu haben ist.

Kommen wir zu den Flachwagen. Da gibt's zunächst den UIC-Rungenwagen Rlmms 56 als gutes Roco-Fertigmodell und noch besseren Kibri-Kunststoffbausatz. Beide verkaufen das Ding auch ohne Bordwände als Rlmmso 61, aber die waren selten genug zum Ignorieren. Nicht so der vierachsige UIC-Flachwagen SSlmas 53, den ViTrains und Klein Modellbahn in toller Qualität liefern. Auch sehr schön, aber beim Vorbild recht selten, ist der Fährboot-Rungenwagen Rbmhs 55, Modell von Liliput. Und den sechsachsigen Schwertransportwagen SSylm 01 von Roco, bekannter unter seiner Epoche-4-Bezeichnung Samms, wollen wir auch nicht vergessen -- denn am Sammstag kam der Samms zurück. ;-)

Auch noch Flachwagen, zumindest der Epoche-4-Bezeichnung nach: die Doppelstock-Autotransporter. Da gab's zunächst paarweise fest gekuppelte umgebaute O-Wagen (naja, zumindest konstruktiv): zunächst Omm 52 als Off 52, dann Omm 53 als Off 59. Beide gab's mal von Klein Modellbahn und gibt's heute bei Märklin; alle vier taugen auch was. Vom ersten dreiachsigen Autotransporter Off 55 kommt endlich ein zeitgemäßes Modell von Exact Train; die Nachfolgebauart Offs 60 mit dem abgesenkten Unterdeck, damit auch neun Bullis draufpassen statt acht großer oder zehn kleiner Personenwagen, gibt's schon länger in Superqualität bei Roco.

Bleiben Privatwagen, vor allem Kesselwagen. Da kenn ich mich nun leider nicht mehr aus, aber den Neubau-Zweiachser von Fleischmann hab ich mir trotzdem ein paarmal gekauft. Für den gab es von Krüger übrigens einen tollen Umbausatz in den Moha-Milchkesselwagen Tkkh 53. Die anderen Hersteller liefern natürlich auch reichlich Neubau-Kesselwagen mit zwei und vier Achsen, aber über deren Qualitäten mögen Berufenere referieren.

Die Nachkriegs-Umbauwagen

Die DB hat in den 50er Jahren sehr viele Güterwagen durch Umbau modernisiert. Zumindest offiziell; tatsächlich waren viele dieser "Umbauten" Neuwagen, die aber nicht so heißen durften, weil (soweit ich weiß) die Verträge mit der Waggonindustrie es der DB verbaten, in Ausbesserungswerken ebenfalls neue Wagen zu bauen. Neue Wagen wurden aber dringend gebraucht, weil der Krieg große Lücken in Beschaffungsprogramme wie auch in vorhandene Wagen geschlagen hatte. Und was überlebt hatte, war mindestens veraltet, oft auch verschlissen. Man vergleiche mal den Umfang heutiger Rollmaterial-Bestellungen (dreistellig ist da schon viel) mit dem Auftrag, einige hunderttausend mehr oder weniger schrottreife Güterwagen zu ersetzen, um eine Vorstellung von der damaligen Aufgabe zu bekommen.

Wie dem auch sei; diese Umbauwagen ähnelten natürlich den gleichzeitig entstandenen Neubauwagen ziemlich stark, weswegen wir hier die Gmmhs 60, Gmms 44 und Gmms 40, die Omm 55 und Omm 46 und die Rlmms 58 in einem Satz abhandeln können: sie entsprechen bis auf Details den oben genannten Gmmhs 56, Omm 53 und Rlmms 56.

Daneben gab's auch deutlicher abweichende Umbauwagen: bei den G-Wagen allen voran den Gms 54, der in gewaltigen (fünfstelligen!) Stückzahlen aus G 10 entstand und sich vom Gmhs 53 durch anderen Achsstand und nur zwei Lade-/Lüftungsöffnungen je Seite unterscheidet. Ein bis aufs zu breite Fahrwerk recht passables Modell, wenn auch leider nur in der Version mit Bremserbühne, liefert Roco; ein besseres, aber auch nicht perfektes gibt's teuer von Brawa. Später hat man in ähnlicher Form, aber mit breiter Schiebetür, Gmhs 35 modernisiert; diese Gms 45 behielten aber die 7 Meter Achsstand der Ursprungsbauart -- und fehlen im Modell.

Bei den O-Wagen gab's einige Varianten des UIC-Wagenkastens mit weitgehend unveränderten Fahrwerken der Ursprungsbauarten und somit sechs Metern Achsstand: aus Omm 32 und 33 gewonnene Omm 42 und Omm 43 mit Außenlangträgern (Modelle von Liliput), aus Omm 34 umgebaute Omm 44 mit trapezförmigem Sprengwerk und Omm 49 mit dreieckigem solchen, die ansonsten baugleich waren, aber aus Omm 39 entstanden sind. Beide gab's mal als M&D-Sonderserien auf Klein-Modellbahn-Basis; es ist aber auch nix dabei, die selber umzufrokeln.

All diese Umbau-Omm-Wagen waren, mit den Neubauwagen verglichen, eher selten, lockern aber einen Zug aus letzteren doch ein wenig auf und sollten deswegen in bescheidener Anzahl nicht im Fuhrpark fehlen.

Ohne Neubau-Pendant entstand aus alten Verschlagwagen der Vlmmhs 63, auf Glmhs-50-Fahrwerk beinahe doppelt so groß wie die älteren Ursprungsbauarten. Umbau? Ja, sicher. Klar. Egal, ein tolles Modell davon liefert Klein Modellbahn (auch über Roco).

Und last but not least hat man aus alten Pwg den neuen Pwghs 54 gebaut, erstmals braun lackiert (oder genauer: aus braun gefärbten Kunstharz-Holzspanplatten gebaut) und dem Gms 54 so ähnlich, daß es für Roco (bzw. damals Röwa) ein Leichtes war, auch diese Variante des Modells zu bringen. Brawa hingegen hat das anscheinend noch nicht bemerkt.

Fazit

Doch, eigentlich kann man nicht wirklich meckern. Es gibt lange nicht alles, zumindest nicht in allen Varianten; der genaue Nachbau eines konkreten Vorbild-Güterzuges ist ein Riesenhaufen Arbeit, aber für jede Transportaufgabe den passenden Güterwagen zu finden (oder auch ne Handvoll zur Auswahl) und somit schöne, typische, bunt zusammengewürfelte Güterzüge zu bauen, ist kein Thema. Also seien wir mal nicht sauer auf die Industrie; immerhin liefert sie uns nicht nur viele feine Supermodelle, sondern auch jede Menge Frokelrohstoff, ohne den das Modellbahnerleben ja ziemlich langweilig wäre. Was wollen wir mehr?