Emmelshausen

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Vorbild

Der Bahhof Emmelshausen liegt bei Streckenkilometer 38,1 (von Simmern) auf 463,8m ü NN.
Die Bahnstrecke Simmern-Kastellaun-Emmelshausen-Buchholz-Boppard wurde am 03. August 1908 durchgehend eröffnet. Das reizvollste und auch heute noch befahrene Teilstück liegt zwischen Boppard und Buchholz. Dieser längste Zahnstangenabschnitt im Bereich der Preussischen Staatsbahnen ermöglichte die Überwindung eines beachtlichen Höhenunterschieds von 76,3m bis auf 404,8m. Hier wurden u.A. Zahnraddampfloks der Baureihen T26 eingesetzte. Nach Versuchen mit den Baureihen 94.5 (T16.1) und 95 (T20) wurde die Zahnstange etwa um das Jahr 1929 ausgebaut und die Baureihe 94.5 übernahm den Gesamtverkehr zwischen Boppard und Buchholz.
Ab Buchholz wurde der Zug auf eine Simmerner 93.5 (T14.1) umgespannt und weiter über Kastellaun nach Simmern befördert. So blieb der Verkehr auch bis zur Anlieferung der neuen Vt95 an das Bw Simmern im Jahr 1952 bestehen. Nun mußten die Fahrgäste in Buchholz in den bereitgestellten Vt95 nach Simmern umsteigen. Ab 1956 übernahmen neue Vt98 mit Steilstreckenausrüstung den Gesamtverkehr Boppard-Simmern. Einzelne Züge blieben allerdings lokbespannt, vorallem zwischen Simmern und Kastellaun.
Mehr zur Geschichte des Bahnhofs und der Strecke gibt es auf http://www.hunsrueckbahn.info

Gleisplan

Plan 1908:
Nach Eröffnung der Strecke gestaltete sich die Situation folgendermaßen:

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v/n     												     v/n
Simmern                                                                                                      Boppard

Plan 1911:
Schon kurz nach Eröffnung der Strecke wurde der große Anschluss des Heil- und Mineralwasserabfüllers aus der Quelle des Sauerbrunnens angelegt. Dieser Brunnen wurde bereits im 18. Jahrhundert aus Dankbarkeit von der Reichsgräfin Marianne von der Leyen (genau - Vorfahren der Bundesministerin) gefasst. Am 11. Juni 1910 erhielt die Thauma-Quelle die amtliche Anerkennung als 'Lamscheider Stahlbrunnen'. Das Frachtaufkommen muss in der Hochzeit der Körper- und Kurbewegung der 1910er und 1920er-Jahre sehr ansehnlich gewesen sein. Zumindest verfügte der Brunnen über ausgedehnte Gleisanlagen. 1926 wurde der Brunnenbetrieb geschlossen. Zwischen 1914 und 1925 bereicherte ein Zementgusswerk die Ladetätigkeit. 1925 begann auch ein Betrieb für Textilprodukte mit dem Versand. 1934 entstand eine Molkereigesellschaft am Bahnhof.

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   \_________   Anschluss
       ___/   "Sauerbrunnen"
v/n     												     v/n
Simmern                                                                                                      Boppard

Plan 1960:
Während des zweiten Weltkriegs wurden viele rüstungswichtige Betriebe aus grenznahen Gebieten umgesiedelt. So kamen auch die ehemals in Saarbrücken ansässigen Eisenwerke Schank 1939 nach Emmelshausen. Hierzu wurde das Gelände und Gebäude des ehemaligen Mineralwasserabfüllers "Sauerbrunnen" genutzt. Nach dem zweiten Weltkrieg ging die Produktion von Metallerzeugnissen bis in die 1960er Jahre weiter (Stahlbau Fenster und Türen). Im Bereich des Bahnhofs wurde wie im ganzen Hunsrück Holz verladen (Kopf- und Seitenrampen) und ein Raiffeisen-Anschluss sorgte bis zur Einstellung des Güterverkehrs für Betrieb.

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    _________/    Anschluss      _______/ ________/
               Eisenwerk Schank
v/n     												     v/n
Simmern                                                                                                      Boppard

Plan ca. 1996-2009:
Die Zugfahrten von/nach Boppard verkehren immer von Gleis 2. Gleis 1 wird als Umsetzmöglichkeit vorgehalten und auch sporadisch genutzt (Unkrautspritzzug, Sonderzüge, Ausfall des Steuerwagens). Gleis 3 (gestrichelt) verläuft im Sand/Schotter neben dem ehemaligen Güterschuppen. Die Weiche und Gleissperre zu Gleis 3 sind noch vorhanden.

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v/n     												     v/n
Simmern                                                                                                      Boppard


Plan 2010:
Der Rückbau im Zuge der Streckensanierung hat auch Emmelshausen erfasst. Immerhin besteht noch eine Umsetzmöglichkeit.

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v/n     												     v/n
Simmern (abgebaut)                                                                                                     Boppard


Betrieb

1959


Diese Züge verkehrten im Jahr 1959 in Emmelshausen (werktags):

Gleis Uhrzeit Zugnr. Von Nach Zuglok Wagenreihung Modellgarnitur Anmerkung
1 06:05 3832 BOPP Simmern Vt98 Vt98+Vs 1
1 06:34 3835 Simmern BOPP Vt98 Vt98+Vs 1 kreuzt 3832 in Pfalzfeld
1 08:29 9442 BOPP Simmern 93.5 NG kreuzt mit 3836 und 3837
1 08:35 3836 BOPP KAST Vt98 Vt98+Vs 1 kreuzt mit 9442 und 3837
1 08:37 3837 Simmern BOPP Vt98 Vt98+Vs 2 kreuzt mit 9442 und 3836
1 10:17 3841 Simmern BOPP Vt98 Vt98+Vs 1
1 11:35 3840 BOPP Simmern Vt98 Vt98+Vs 1
1 12:48 3840 BOPP KEMM Vt98 Vt98+Vs 2 endet hier
1 12:50 3843 KEMM BOPP Vt98 Vt98+Vs 2
1 13:58 3845 Simmern BOPP Vt98 Vt98+Vs 1
1 15:30 3846 BOPP KEMM Vt98 Vt98+Vs 1 endet hier
1 15:57 3847 KEMM BOPP Vt98 Vt98+Vs 1 Samstags ab Kastellaun
1 17:15 3848 BOPP Simmern Vt98 Vt98+Vs 2 nur Samstags
1 18:18 3880 BOPP KEMM Vt98 Vt98+Vs 1 endet hier
1 18:25 3881 KEMM BOPP Vt98 Vt98+Vs 1
1 19:41 3885 Simmern BOPP Vt98 Vt98+Vs 2
1 20:13 3886 BOPP Simmern Vt98 Vt98+Vs 2

BOPP=Boppard KAST=Kastellaun KEMM=Emmelshausen Lalo= Langenlonsheim

Modell

Im Modell wurde auf eine möglichst vorbildgerechte Lage und Länge des Bahnhofs geachtet. Insgesamt 6,5 m sind es von Trapeztafel bis Trapeztafel. Der Zustand orientiert sich hier am 1962 durchgeführten Umbau der Signalanlagen von Formsignalen (Einfahrsignale) auf Trapeztafeln und der Umstellung auf vereinfachten Nebenbahnbetrieb (Zugleitbetrieb).


Modulbau

Der Bahnhof besteht aus 5 geraden Modulen mit je 1m Länge und 3 Kurvenmodulen zu je 30°-Kurve mit 1,25m Gleisradius. Als Unterbau wurde durchgehend 10mm Sperrholz verwendet. Jedes Modul ist durch 2 Spanten verstärkt.
Die Bauarbeiten begannen im Jahr 2002 mit den Modulkästen und der Verlegung der Gleise. Im Laufe der Jahre kamen ein Papiermodell des Bahnhofs, Bahnsteige, Gehwege und Straßen dazu. Das Umfeld ist inzwischen ebenfalls zu 70% begrünt.
Hier zeigt sich wieder die "Problemchen" beim Bau eines exakten Vorbilds - ohne ausreichende Bildquellen aus der passenden Zeit, muss man mit dem Nachbau sehr vorsichtig agieren bis Hinweise und Fotos auftauchen. Wie schnell steht ein Signal, Telegrafenmast oder Schild am falschen Ort...

Gleise, Weichen und Elektrik

Da im Entstehungsjahr des Bahnhofs (2002) noch keine Stahlschwellengleise und maßstäblichen Weichen zur Verfügung standen, wurden EW3 von Tillig und reguläre Holzschwellengleise verlegt. Die Verkabelung beschränkt sich auf die beiden durchgängigen Adern des Fahrstroms, die Versorgungsspannung der Weichenantriebe und der Blinklichtanlagen. Gesonderte abschaltbare Bereiche für Analogbetrieb existieren keine.
Die extrem lauten Weichenantriebe von Fulgurex wurden 2010 gegen Servos von Esu mit passenden Steuergeräten/Decodern ausgetauscht.

Signalisierung

Anstelle der Einfahrsignale regeln Trapeztafeln (Ne1) den Betrieb. Eventuell können hier auch einmal Wattenscheider Signalschächte zur Anwendung kommen um die Zeit vor 1962 abzudecken.
Im Bahnhof war früher ein Zugankünder (langsam schlagender Wecker) installiert, der dem örtlichen Beamten einen sich nähernden Zug signalisierte. Durch ein blinkendes Zusatzlicht an der Trapeztafel konnten Züge in den Bahnhof gerufen werden. Bei Zugkreuzungen war es auch möglich, dass der planmäßig an der Trapeztafel wartendene Zug durch Pfeifen des im Bahnhof stehenden Gegenzuges die Einfahrt gewährt bekam.
Der Bahnhübergang in Richtung Boppard ist mit Blinklichtanlagen, der BÜ in Richtung Simmern mit einer Ampel gesichert. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt hier aufgrund der unfallträchtigen Kreuzung nur 10 km/h.
Jeder BÜ ist mit Blinklichtüberwachungssignalen überwacht; wobei der in der Kurve liegende BÜ mit der Ampel zur Ausfahrt aus dem Bahnhof über einen weiteren Wiederholer verfügte.

-- v100fan 13:02, 24. August 2011 (UTC)