Benutzer:Balsine

Aus Frokelwiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

www.balsine.de, die Gleisplansuchmaschine.
Treibt sich nachts auf Rangierbahnhöfen herum.
Der Schrecken jedes Bergmeisters und Weichenwärters.
Komm wieder, wenn es draußen hell ist, sagen die.
Dann ist aber Rangierruhe oder Railion hat Euch platt gemacht, sage ich.

Modellbahnerischer Lebenslauf

Den Anstoß zur Modellbahn und Eisenbahn überhaupt gab mein Vater,er hatte unter dem Dachboden eine 4 mal 2 Meter große Schleifmann-Anlage. (Damals war man noch schrecklich markentreu!) Diese mußte 1984 abgebaut werden, um Platz für das Kinderzimmer zu schaffen, aber alle Fahrzeuge und "Zubehörteile" wurden fein säuberlich in Kisten verstaut und kamen unter dem Weihnachtsbaum wieder zum Vorschein. So hatte ich eine behütete Kindheit, denn ich begann mit Zweileiter-Gleichstrom und hielt mich immer vom bösen, bösen Fabrikat M* fern. Mit etwa 10 Jahren vertraute mir Papi die V60 und einige alte Güterwagen an, die fortan auf dem Fußboden kreisten.

Irgendwie bin ich bei den Güterwagen geblieben. Personenzüge waren eben nicht so interessant, da gab's kaum was zu rangieren. Und rangieren tu' ich nun mal am liebsten! Heute sind Güterbahnhöfe, Ablaufberge und Industrieanlagen, vor allem Braunkohlen- und Kalibergwerke, Brikettfabriken, Zuckerfabriken und die eisenschaffende und -verarbeitende Industrie meine Lieblingsgebiete. Stellwerke und Inselbahnhöfe nicht zu vergessen!

Mit der Zeit drängte ich danach, die große Eisenbahn zuerkunden. Zunächst machte ich die umliegenden Bahnhöfe unsicher, dann kamen immer längere Touren, die in zweiwöchigen wilden Fahrradtouren gipfelnd. Dann war für einige Zeit Ruhe, schließlich zog mich die "Zone" in ihren Bann. Den größeren Teil meiner Freizeit investiere ich immer noch in den Maßstab 1:1.

Neue Impule zur Modellbahnerei kamen 1991 von der "ModulbaugruppeMain-Kinzig". Wir bauten eine Modulanlage in HO und stellten sie dreimal jährlich im Weihnachtstrubel gegen Eintritt aus. Die Beute wurde unter den Mitgliedern aufgeteilt. Vom Regen in die Traufe kam ich dann, und da bin ich heute noch, im FREMO. Da bin ich mit meinem Betriebsfimmel richtig aufgehoben. Seit kurzem bin ich Wechselstrombahner, denn auch ich habe mich für NMRA-DCC entschieden.

Vorbilder

Im FREMO sollte ich natürlich Module bauen, aber ich kann mich ja nie entscheiden. Es gibt einfach zu viele interessante Vorbilder, und in jeder FREMO-Fraktion dazu zu viele nette Mitspieler. Deswegen beschäftige ich mich fast ausschließlich mit Projektstudien, die bestimmt nicht von mir gebaut werden, und berate andere FREMOhikaner in Gleisplanfragen etc., was unter dem Label brc - balsine rail consult läuft.

  • Deutsche Bundesbahn 1954 - 1964: Die zehn bewegten Jahre, die beliebteste Epoche mit dem kurzlebigsten Güterwagengattungsschema, eine feine Zeit zum Nachspielen. Deutsche Bundesbahn, die eigenartigste Bahngesellschaft der Welt. Packwagen an der Zugspitze, rotes Licht gilt nicht für Rangierfahrten, Reservat für Formsignale und Signalbilder prächtiger als Weihnachtsbäume.
  • Deutsche Bundesbahn 1968 - 1980: Frischer Wind durch neuzeitliche Technik, Spurplanstellwerke und elektronische Datenverarbeitung, umgekrempelte Gleispläne möglichst ohne Kreuzungsweichen, abgehalfterte Dampfloks, bunter Personenwagenpark, ozbeige taucht am Horizont auf, sonst noch alles Beamtenbahn.
  • Deutsche Reichsbahn 1971 - 1982: Eisenbahn unter Vollauslastung, 2. Gleis vom Russen geklaut, Technik aus Kaisers Zeiten, Agitation druckfrisch. Verdieselung nach Parteitagsbeschluß, exotische Russentechnik, dann Ölkrise. Brikettpressen auf Hochtouren, E-Wagen knappstes Gut, Braunkohlenmuff im ganzen Land.
  • US-Bahnen um 1975: Kapitalgesellschaftem am Rande des Bankrotts, Öl spuckende Geeps, Entgleisungen an der Tagesordnung, ewig lange Züge schleichen über zerfledderte Bahnanlagen. So wird Geld verdient. Yards mit Handweichen, Signale mit Null Durchrutschweg, jede Bahn ihr eigenes System, elektropneumatische Stellwerke, Gleiskreuzungen, Dispatcher quakt dazwischen - Eisenbahn mit Sinn fürs Wesentliche.

Farbe bekennen

Welche Projekte verfolge ich wirklich? Dazu folgende Notizen, Stand 10. August 2005.

Bei mir sieht es konkret so aus, dass dieses Jahr nicht viel geht - lediglich einen betriebsfähigen Rohbau von Kleinau West mit den bereits beschafften Peco-Weichen traue ich mir zu. Irgendwie muß ich ja die Zeit totschlagen, wenn ich am Wochenende zum Zeitungfahren bei meinen Eltern weile. Ich stelle fest, dass ich jedes WE ca. 4 Stunden abzweigen kann. Da ich den Kruschel jetzt einfach liegen lassen kann, weil ich sonst nix in der Bude mache, könnte das effektiv was bringen.

Bin zum Schluß gekommen, dass das Streckengleis in Kleinau West keine Sandbettung kriegen kann, sondern S 49 auf Schotter werden muß, um auch in "heftigeren" Privatbahnarrangements teilnehmen zu koennen. Auch bei DR wurden ab den 70er Jahren wichtige Strecken derart umgebaut, z. B. Hohenwulsch - Kalbe.

Was die weiteren Projekte angeht, sind zwei Sachen im Rennen:

  1. Durchgangsbf mit Industrie- oder Kleinbahnanschluss Badersleben
  2. Möglichst großer Rangierbahnhof mit arbeitender Ablaufanlage. Dazu ist 'ne Menge technischer Entwicklung nötig. Ich würde zunächst nur die 2-3 Module um den Berg herum bauen und fertig machen, ggf. als Schattenbahnhof in Testeinsatz bringen, und die technisch unkritischen Module fuer Ein- und Ausfahrt später zügig dazubauen, wenn Geld da ist (das meiste Geld steckt in den langen Gleisen und den Zufahrtsweichen).

Ausgangspunkt sind die noch vorhandenen 32 Roco-Line-Weichen. Fuer die erste Stufe von Projekt 2 müßten ca. 20 dran glauben. Wenn Projekt 2 schweitert, reicht der Rest noch fuer Projekt 1 aus, was dann das Ersatzprojekt wird.

Beide Projekte halte ich für sinnvoll und dringlich. Es fehlt sowohl der Klein/Privatbahnanschluß (fast auf jedem Treffen gibt's dafür immer nur 'nen Abzweig und 'nen überlasteten Bf als Krückenlösung) als auch ein Rbf zum Umstellen von Binnenfrachten, Leerwagen und als zentrale Stückgutumladung (dringlich aber nur auf Grosstreffen 2x im Jahr).

Offen sind noch die Fragen, wie es mit dem Anspruch an die Weichen weitergeht. Ich war in Heinsberg - und wenn man die 1:87 Weichen mal gesehen hat, will man eigentlich nix anderes mehr. Badersleben im Zimmerformat kann man damit aber wohl vergessen. Ich probiers mal. Bei dem Rbf könnte man kombinieren: Ablaufanlage hat im Vorbild viele 190-1:6,6 und 215-1:4,8, das sind in etwa Roco 10° und Tillig 12°. In den Zufahrten würde man dann 300-1:9 und Kreuzungsweichen 1:9 von Modellwerk verbauen.

Ganz offen sind meine Aktivitäten auf dem Stellwerkssektor. Das ist ein Faß ohne Boden!Ich sehe weder mech. Stw. noch E 43 in greifbarer Nähe. Das Kurbelwerk fuer Badersleben traue ich mir in ca. 1 Jahr Bauzeit zu. Das Rangierstellwerk für den Ablaufberg wird ein Tischhebelwerk ohne Abhängigkeiten, auch kein Problem. Aber die Zufahrt, Ost- und Westturm - ungelöst.

> Alle Bauprojekte werden nur noch nach dem Prinzip weitergebaut 
> Zeit/Lust/Dienstplan/Wetter.

Bei mir genau so.

> Ebenso wird sich die Beschaffungspolitik im Bereich DB/NE weitestgehend auf
> Null zurückgefahren.

Meine wird in allen Bereichen bei 0 stehen bleiben.

Es warten ca. 30 Güterwagen auf Superung, der größte Teil DB Ep III. Arbeit für ... Wochen. Je nach Projekt komme ich dann aber doch in Zugzwang: Für 1) muß ich DR-Personenwagen, DR-Güterwagen und zu meiner 110 noch eine 50/50.35/52/52.80 und eine 102 haben, damit man wenigstens eine Zugkreuzung und Kleinlok auf dem Ziehgleis stellen kann. Fuer 2) sollte ich meine 94.5 von Flm fertigmachen und zwei DB V 90 beschaffen sowie ein halbes Dutzend Güterzugpackwagen und die fürs Bw nötigen Schlackewagen etc. bereithalten. Alternativ eine 055 (Computernummer) statt der zweiten 290 ...

Und bei alledem ist zu bedenken: Die DB AG legt in erschreckendem Tempo meine geliebten Rangierbahnhöfe still, ersetzt meine geliebten alten Stellwerke durch ESTW und überspannt auch noch die letzte liebliche Strecke mit Dieselloks vor schweren Güterügen. Daher wird auch dieses Jahr 90% meines Zeit- und Geldetats für dringliche Fototouren ausgegeben werden.

Erst wenn der letzte Ablaufberg stillgelegt, das letzte Vierreihenhebelwerk abgerissen ist und die letzte Ludmilla ins Ruhrgebiet umbeheimatet wurde, werdet ihr feststellen können, was Balsine für ein miserabler Modellbauer ist.

Konfektionsgrößen

Am Rande des FREMO-Herbsttreffens 2005 in Rheine habe ich meine Projekte nach Größe und Aufwand sortiert. Dirkjan hat mich dabei dankenswerterweise gleich auf den benötigten Transportraum hingewiesen.

  • S: Kleinau West (DR) - Transport: gewöhnlicher Pkw
  • M: Badersleben (DR) - Transport: Kombi-Pkw
  • L: Inselbahnhof (DR) - Transport: Pkw-Anhänger
  • XL: Rangierbahnhof (DB) - Transport: Sprinter

Balsine besitzt inzwischen 4 Citroën, einen Berg Ersatzteile und wohnt immer noch zur Untermiete. Was nun?

Referenzen

Balsine ist ja nun schon ein bißchen länger unter uns und kriegt auch langsam Falten. Damit die Krise nicht gleich voll ausbricht, ist es gut sich zu erinnern, daß die letzten 15 Jahre kein luftleerer Raum waren und Balsine nicht nur am grünen Tisch Pläne macht.

1991 bin ich in die Modulbaugruppe Main-Kinzig (MMK) eingetreten und habe dort meine ersten Bau- und Betriebserfahrungen gemacht. Seit 1993 bin ich Mitgleid des FREMO, meiner nunmehr alleinigen Heimat, denn MMK hat sich um 1996 aufgelöst.

Was den wenigsten Lesern bekannt sein dürfte: Ich habe Module gebaut. Sie waren oder sind alle betriebsfähig (Ausnahme in Klammern) und waren auf Ausstellungen oder Treffen im Einsatz. Mit der Landschaft bin ich nie weit gekommen, das gebe ich wohl zu. Alles in Spur H0-NEM, wenn nicht anders angegeben.

  • Ein Streckenmodul mit Brücke (viele Anfängerfehler, abgerissen)
  • (Zwei Rohbaukästen für Anst "Hindrichs-Auffermann", waren zu wuchtig)
  • Bahnhof "Hirschenhain" (als Juniorpartner von Gerold Schmidt)
  • Zwei H0e-Streckenmodule (gestaltet von Thomas Adam und an ihn abgegeben)
  • Der H0e-Bf "Ausweiche Nahmer" mit 3 Weichen (abgerissen wegen Aufgabe der H0e-Aktivitäten)
  • Die Abzweigstelle "Spaxing", bestehend aus 4 Kästen (gestaltet von Bruno Oebels und Friedrich Jacobs, im Zusammenhang mit der Verwendung der Weichenmodule aus "Meinerzhagen Wald" umbenannt in "Spaxwald", abgegeben an Stefan Bormann)
  • Ein Signalmodul (mit den selbst entwickelten Memorydraht-Antrieb)
  • Die Anschlußstelle "Eisengießerei Isabellenhütte" aus zwei Kästen (eingemottet, weil Betriebskonzept untauglich ist - es gab eine Deutschlandkurve, die von der DB-Streckenlok hätte befahren werden müssen)
  • Zwei Überhöhungsbögen dazu
  • Ein zweigleisiges Streckenmodul (abgegeben an Stefan Bormann)

Zur Aufbesserung meines Taschengelds habe ich als Schüler:

  • Schumacher-Weichen für die Heimanlage von Gerold Schmidt "genagelt"
  • und auch den kompletten Gleisbau und die Elektrik auf Thomas Adams H0e-Endbahnhof "Halverscheid" gemacht
  • Weinert-Schranken, Lastwagen und ähnliches montiert
  • beim Entwurf der Ätzteile für die 99 021 von "Reichsbahnstudio" geholfen

Aus eher freien Stücken habe ich für Kollegen

  • an mehreren H0e- und H0-RE-Ringleitungsbetriebsstellen die Elektrik gebaut (sind inzwischen nicht mehr im FREMO präsent bzw. dank DCC hinfällig)
  • 2000 die ersten behelfsmäßigen Streckenblockkisten gebaut
  • drei elektromechanische Versuchsstellwerke gebaut

Weiter habe ich einige Gleispläne entworfen bzw. habe Leute beraten, und die Pläne wurden tatsächlich ausgeführt:

  • Abzweigbahnhof "Hirschenhain" in H0 mit ca. 35 Weichen geplant und zusammen mit einem Kollegen der Modulbaugruppe im Rohbau fertiggestellt (abgebrochen wegen Auflösung der Modulbaugruppe)
  • Anschlußstelle "Balsingen" für Schotterwerk in H0 (verkauft in die Schweiz wegen Hobbyaufgabe des Erbauers, umbenannt in "Nobbis Erben")
  • Hafenbahn "Hinnrichshafen" in N-RE (im Einsatz, Besitzer zufrieden)
  • Umsetzung des Vorbilds "Weissenberg (Sa)" in H0 (Frank Nevoigt baut)
  • Gleisverschwenkung in Michelstadt angeregt (H0-RP 25, im Bau)
  • Verlängerungsmodul Mönchshof (Name auf Anfrage gelöscht, fertig)
  • aus meinem Fundus sind die Gleispläne für Heinsberg, Epterode, Walburg, Ober Roden und Kranenburg zu den Leuten gewandert, die danach jetzt bauen
  • Sicherungstechnik für Epterode geplant und gebaut
  • Mitarbeit am Gleisplanentwurf Upstedt Hbf
  • laufend sicherungstechnische Beratungen

Von Anfang an habe ich Modularrangements und Fahrpläne gemacht und inzwischen wohl etwa ein Dutzend Treffen betrieblich geleitet. Jahres- und Herbsttreffen habe ich als Hauptorganisator betreut. Und einige Seminare gehalten sowie Artikel geschrieben.

Die Normen des FREMO habe ich auch weiterentwickelt. Ich war an der Entwicklung der zweigleisigen Kopfstücke beteiligt und habe die ersten Zeichungen zu 2E und 2D gemacht. Auf Abzw "Spaxing" wurde 1997 zum ersten Mal 2E96 eingebaut. Ab 2000 habe ich die "Wattenscheider" entwickelt.

Mit meinen eigenen Betriebsstellen habe ich einige technische und betriebliche Erfahrungen sammeln dürfen. Wenn ich z. B. auf frei fliegende Abzweigstellen etwas allergisch reagiere, liegt es daran, daß ich zusehen mußte, wie meine Abzw immer wieder zu Überforderung des nachgelagerten Bahnhofs geführt hat.

Beim Lesen eines Artikels des FREMO-Gründervaters Otto O. Kurbjuweit bin ich an einem einfachen Satz hängen geblieben, der sinngemäß lautete: "Man soll sich keine Steine um den Hals hängen, von denen man nicht weiß, ob man sie tragen kann". Heute wird im FREMO im großen Stil geplant, mit zweigleisigen Strecken, maßstäblichen Weichen für viel Geld und so weiter. Aber wissen die Leute, was sie sich da um den Hals hängen wollen?