Badersleben

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Vorbild

Lage im Netz

Badersleben war ein Durchgangsbahnhof an der Nebenbahn Nienhagen (b Halberstadt) - Dedeleben - (Jerxheim). Dies war eine Durchgangsstrecke nach preußischem Standards, die 1945 durch die Zonengrenzziehung unterbrochen wurde. In Badersleben und Dedeleben gab es einmal Zuckerfabriken, die für starkes Aufkommen sorgten. In der Bördelandschaft dominiert die Landwirtschaft mit Zuckerrüben-, Kartoffel- und Getreideanbau.

Gleisplan 1971

badersleben1971nw0.jpg

Der Gleisplan von 1971 zeigt die Ladestellen:

  • Gl 3 Kornspeicher der VdgB (BHG) Badersleben
  • Gl 5 Ladestraße
  • Gl 6 Güterschuppen
  • Gl 7 Kopf- und Seitenrampe

Das Gleis 10Z führte einmal über die Hauptstraße auf den Hof der Zuckerfabrik und diente 1971 nur als Aufstellgleis, genau wie Gleis 4. Die Zeichnung zeigt das Planum für ein 2. Gleis zur Zuckerfabrik.

Das besondere Ausziehgleis war nicht wegen des starken Rangierbetriebs nötig, sondern wegen dem Gefälle im Streckengleis nach Dedeleben. Von dem Ausfahrsignal C sagt man, es sei nach einem Unfall aufgestellt worden, bei dem ein ausfahrender Zug versehentlich den Prellbock des Ausziehgleises überfuhr. Es wurde, wie auch die Einfahrsignale A und B, mittels Kurbelwerk beim EG vom Fahrdienstleiter bedient. Posten A bediente die Handweichen 1-5, die der Fahrdienstleiter per Drahtzug für Zugfahrten verriegeln konnte.

Modell

Die Lage im Bogen, die Weichenstraßen und die einfache, aber doch charakteristische Sicherungstechnik faszinieren mich. Betrieblich möchte ich den Bahnhof noch etwas anreichern. Beide Übergabegleise zur Zuckerfabrik sollen wieder aufgebaut werden, um daran modular die Zuckerfabrik, eine andere kleine Industrie oder auf Treffen die H0e-Übergabe anzuschließen.

Das Ausziehgleis bietet ein Einsatzfeld für eine Kleinlok Baureihe 100, 101 oder 102, die bei großen Wagenaufkommen hier berechtigt ist. Sie kann umliegende kleinste Bahnhöfe und Haltestellen mitbedienen. Badersleben wird so zum belebten Zentralbahnhof der Heimanlage. Ich beabsichtigte, am Ende der Ladestraße zwischen den Gleisen 5 und 10Z einen Kleinlokschuppen aufzustellen. Davon bin ich wieder abgekommen, weil er zu viel Fläche von der Ladestraße wegnimmt, die bei der Heimanlagenversion sonst zu kurz wird. Die Kleinlok soll nachts nun im Güterschuppengleis 6 stehen.

baderslebenmm0.jpg

Weichen: Roco Line 10° und Tillig 12°.

Durch Einfügen von Verlängerungsmodulen läßt sich die Nutzlänge der Hauptgleise 1 und 2 auf fast 4 Meter bringen.

3. Hauptgleis

Ein 3. Hauptgleis wäre (für FREMO-Treffen) sinnvoll. Dort würde ein Nahgüterzug stehen können, während zwei Personenzüge kreuzen. Dafür müßte das Gleis 3 am Kornhaus bis an den anderen Kopf verlängert werden. Ich könnte mir vorstellen, die Laderampe des Kornhauses abzureißen und die Tore zuzumauen. So sehr ich an sich für die Idee des 3. Gleises zu haben bin, macht es mir auch Bauchschmerzen mit der Sicherungstechnik. Ich möchte ja das Kurbelwerk in Funktion nachbauen. Es ist einfach, Einfahrten in 2 Gleise zu sichern, Einfahrten in 3 Gleise ziehen erheblichen Mehraufwand nach sich. Ein Kompromiß wäre teilweiser Richtungsbetrieb auf den Gleisen 1-3, aber das wird im FREMO auf Unverständnis stoßen. Die Fdl sind solche dispositiven Voraussetzungen nicht gewohnt.

         Zufa__________11Z____
                  \____10Z___ \
                             \|
                  _7_ _._5__  \
           EG   _6___X___4__\__\___Z___
_<_>__________1_____/_________/_______<_>_
         \_____2_____________/ Po A
          \_____3___________/

Nur ein Gleis wäre in beide Richtungen zu benutzen.

  • Gleis 3 ist Güterzuggleis ohne Bahnteig, in beide Richtungen benutzbar. Dann wird Gleis 1 nach links, Gleis 2 nach rechts befahren. Durchfahrten von links nach rechts auf geradem Strang durch Gleis 1 sind dann nicht möglich - wegen Gruppenausfahrsignal etc. auch nicht sinnvoll.
  • Gleis 1 ist in beide Richtungen nutzbar. Dann ist Richtungsbetrieb auf den Gleisen 2 und 3, z. B. 2 nur nach rechts und 3 nur nach links. Dann braucht auch Gleis 3 einen Bahnsteig, für den Fall, daß ein Güterzug nach rechts auf Gleis 2 steht.

Der Bahnhof eigent sich für die Ausrüstung mit einem EZMG-Stellwerk. Damit ließen sich die betriebstechnolgischen Probleme beseitigen.

Kleinbahnanschluß

_<_>__________________9Z____11Z____
Kleinbahn         \___8Z__\_10Z___ \
           Klbf                   \|
                  _7_ _.______5__  \
           EG   _6___X________4__\__\___Z___
_<_>________________/__<_1_>_______/_______<_>_
         \_____________<_2_>______/ Po A
                           __3_._/

In der Langversion für FREMO ist auf dem Verlängerungsmodul eine Weichenverbindung in den Übergabegleisen zur Zuckerfabrik vorgesehen. Wird statt der Zuckerfabrik ein Modul mit Bahnsteig und Wartehäuschen angesetzt, haben wir einen Kleinbahnanschluß. Personenzüge der Kleinbahn ziehen nach 8Z vor und umlaufen durch 9Z. Die Gleise 10Z und 11Z dienen als Übergabegleise für Güterwagen. Vielleicht wird auf dem Verlängerungsmodul auch ein kleiner Lokschuppen für die Kleinbahnmaschine untergebracht. Dieser könnte dann auch für die Kleinlok benutzt werden, nachdem die Kleinbahn der DR einverleibt und stillgelegt bzw. als Industriebahn weitergenutzt wird.

Rangierknoten

Bei Berechnungen zur Leistungsfähigkeit von Rangiergleisgruppen ist mir aufgefallen, daß in Badersleben einiges Potential steckt. Es gibt zwei zuglange Einfahrgleise und 4 Gleise, in die man diese Züge zerlegen kann, nämlich 4, 5, 10Z und 11Z. Da ich auf der Heimanlage meine Nahgüterzüge nicht händisch auf den Schattenbahnhöfen umbilden möchte, lag der Gedanke nahe, dies quasi nachts und live in Badersleben zu tun.

Grundlage bildet das Simultanrangierverfahren. Dabei werden die Wagen für zu bildende Züge zuerst nach Gruppennummer im Zug sortiert und erst dann nach ihren Zügen getrennt. (Normalerweise sammelt man erst bunte Züge für die jeweiligen Richtungen und ordnet diese anschließend nach). Beim 1. Rangiergang in 4 Gleis und einem 2. Rangiergang in 3 Gleise lassen sich 12 Gruppen bilden.

  • 1. Güterzug fährt auf Gleis 2 ein.
  • Lok zieht sämtliche Wagen aus den Lade- und Aufstellgleisen 3, 4, 5, 6, 7, 10Z und 11Z ab und zerlegt diese im 1. Rangiergang auf 4 Gleise.
  • Anschließend wird auch der Zug im 1. Rangiergang auf die 4 Gleise verteilt.
  • Unterdessen fährt der 2. Güterzug auf Gleis 1 ein.
  • Auch er wird im 1. Rangiergang auf 4 Gleise verteilt.
  • Nun beginnt die Zugbildung mit dem 2. Rangiergang. Zuerst wird Gleis 4 ausgezogen, weil die Wagen für Gleis 6 und 7 nach Gleis 4 zurücklaufen müssen. Wagen für die Gleise 5, 10Z und 11Z werden einfach in diese Gleise geleitet - sie werden dann nochmal ausgezogen und mitbewegt, brauchen aber nicht mehr weiter geordnet zu werden.
  • Die Sortierung geht jetzt auf die beiden zu bildenden Güterzüge in Gleis 1 und 2. Gelegentlich für das Kornhaus aufkommende Wagen werden sofort zugestellt.
  • Die Lok des 2. Güterzuges kann etwas helfen, indem sie von der linken Seite die Gleise 3 und 4 auszieht und ausrangiert.
  • Schießlich werden die Wagen in Gleis 3 weitergedrückt und nach 6 und 7 verteilt. Die Wagen an der Ladestraße Gleis 5 sind laderecht zu stellen, die Zuckerfabrik z. B. übernimmt die Wagen mit eigener Lok bunt.

Am Ende der Prozedur stehen in maximal 4 Gruppen geordnete Nahgüterzüge bereit, die unterwegs Anschlüsse bedienen können. Bei einem derartigen Rangiergeschäft hätte man am Ausziehgleis wahrscheinlich in den 30er Jahren einen kleinen Ablaufberg eingerichtet. Im Umsetzverfahren können etwa 45 Wg/h verarbeitet werden - die beschriebene Rangieraufgabe dürfte durchaus zwei Stunden Echtzeit in Anspruch nehmen.

Der Fahrplan für die Güterzüge kann so eingerichtet werden, daß diese alle Wagen (in den Schattenbahnhöfen) und unterwegs sammeln und zu dem zentralen Rangierknoten in Badersleben bringen. Dort wird die Wagenmenge dann nachts, wenn also keine Ladetätigkeit stattfindet, umsortiert und mit Verteilerzügen wieder abgefahren. Es versteht sich von selbst, daß Wagenbestand, Zugstärke und Länge der Gleise in Badersleben aufeinander abgestimmt sein müssen. Die Gleise 1 und 2 fassen in der Heimanlagenversion etwa Züge von 20 Wagen. Diese 40 Wagen wären der Gesamtbestand, und sie passen auch gerade so auf die 4 anderen Gleise in Badersleben, die je gut 10 Wagen fassen. Das Ausziehgleis braucht nicht zuglang zu sein, notfalls können Züge geteilt werden. Es muß aber lang genug sein, um jedes der 4 Gleise 4, 5, 10Z und 11Z auf einen Schlag räumen zu können.

Links und Literatur

Balsine